rankingCHECK
MENÜ

Wie man einen Google Shopping Feed erstellt

Google Shopping-Kampagnen – man liebt sie und man hasstsie. Nützlich sind sie dennoch für alle, die einen Online Shop betreiben und ihre Produkte über die Google Suche verkaufen wollen. Anders, als bei normalen Suchnetzwerk-Kampagnen muss man hier jedoch keine kreativen Anzeigen texten, sondern einen Produkt Feed erstellen mit allen nötigen Informationen zum Produkt. Bevor man einen Shopping Feed erstellen kann, muss man aber zuerst ein Merchant Center für den Kunden anlegen. Außerdem ist ein aktuelles AdWords Konto nötig, das mit diesem Merchant Center verknüpft wird.

1. Schritt: Google Merchant Center Account anlegen

Rufen Sie die Seite https://merchants.google.com/ auf.

Wenn Sie bereits eine Google Mail-Adresse besitzen, können Sie mit dieser ein neues Merchant-Center-Konto erstellen. Wichtig ist, dass jede Mail-Adresse nur mit einem einzigen Merchant Center verknüpft werden kann. Also empfiehlt es sich für jeden Kunden ein neues Google Konto zu erstellen, um damit einen Merchant Center Account anzulegen. Wenn man Kundenberater ist, kann man einfach an seine normale Mail-Adresse ein „+Beispielkunde“ hängen und damit den Account erstellen. Somit landen alle Mails dafür im normalen Postfach, da alles ab dem „+“ vom Mail Server ignoriert wird.

Beispiel: lkunisch+beispielkunde@ranking-check.de (Diese sogenannten „Plus Email Adressen“ werden von den meisten E-Mail-Servern unterstützt, was man jedoch vorher testen sollte.)

Als nächstes muss man der Datenschutzerklärung und den Nutzungsbedingungen zustimmen.

Um das Konto zu bestätigen, schickt Google eine SMS mit einem Bestätigungscode an die angegebene Handynummer. Nachdem man diesen eingegeben hat, erhält man innerhalb der nächsten 20 Minuten eine Bestätigungsmail mit einem Bestätigungslink.

Google Konto erstellen

2. Schritt: Google Merchant Account einrichten

Nach erfolgreichem Einloggen in den neuen Merchant Center Account geht es nun an das Einrichten. Wichtig ist, den richtigen Sitz des Unternehmens anzugeben, da nicht alle Länder die gleichen Anforderungen an Shopping-Kampagnen haben. Hat man alle erforderlichen Informationen eingetragen, folgt, mal wieder, die Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen.

Nachdem die eigene Website-URL beansprucht wurde, wird man zum Merchant Center Interface weitergeleitet. “Beanspruchen” bedeutet in diesem Zusammenhang, dass man die Berechtigung hat, die Produktdaten für die angegebene URL hochzuladen.

Google Merchant Center

3. Schritt: Inhaberschaft der beanspruchten URL bestätigen

Um zu vermeiden, dass die Website von anderen zu Werbezwecken missbraucht wird, muss man die Inhaberschaft der beanspruchten URL bestätigen. Dafür gibt es verschiedene Methoden.

a. HTML-Datei-Upload

Download der von Google bereitgestellten Datei und Upload auf dem eigenen Server. Diese Datei wird vom Merchant Center zum Download bereitgestellt, wenn man die HTML-Upload Option auswählt.

b. HTML-Tag implementieren

Von Google bereitgestelltes Meta Tag auf der Startseite hinzufügen. Das Tag wird bereitgestellt, wenn man sich im Merchant Center befindet und eine der vier Methoden auswählt.

c. Google Analytics

Voraussetzung hierfür ist die Rolle als Administrator im Analytics Konto des Kunden. Ist dies der Fall kann man den asynchronen Analytics Code auf der Seite implementieren, um die Eigentumsrechte an der Website-URL zu bestätigen.

d. Google Tag Manager

Voraussetzung hierfür ist die Berechtigung auf Kontoebene im Tag Manager „Anzeigen, bearbeiten und verwalten“. Das Container Snippet vom Tag Manager kann dann auf Website implementiert werden und die zugehörige Container-ID kann zur Bestätigung verwendet werden.

Auch wenn man sich nicht mit diesen Begrifflichkeiten auskennt, ist es relativ einfach, auch als Anfänger die Inhaberschaft zu bestätigen. Die meisten Shop-Systeme erklären sich von selbst, zur Not einfach den Support des entsprechenden Shops anrufen und fragen, an welcher Stelle man die Datei (Google stellt diese zum Download bereit) oder den Tag einfügen kann. Meistens machen das die Programmierer oder Techniker der Kunden. Wenn nicht, benötigt man nur das Login zum Backend des Shops. Für Kunden mit Programmierern oder Technikern empfehlen sich die Methoden a und b. Bei Kunden ohne eigene Programmierer oder Techniker im Haus sind die Methoden c und d eher geeignet, da man hier nicht auf das Backend der Seite zugreifen muss.

4. Schritt: AdWords Konto verknüpfen

Damit sich das AdWords Konto den entsprechenden Shopping Feed aus dem Merchant Center ziehen kann, muss man das Konto mit dem Merchant Center Account verknüpfen. Das funktioniert wie die Verknüpfung von Analytics. Einfach die Nummer des Kontos eingeben und eine Verknüpfungs-Anfrage senden. Im AdWords Konto selber kann man dann die Anfrage vom Merchant Center Konto annehmen.

AdWords Setting

5. Schritt: Produkt Feed aus dem Shop-System ziehen

Viele Berater wissen nicht, dass ein Produkt Feed eigentlich in jedem Online Shop existiert.

Man benötigt also lediglich den Zugang zum Backend des Shops und findet meistens im Bereich Produkte eine Option, die im Shop aktiven Produkte als Datei zu exportieren. Meistens ist diese Datei in einem Format, das etwas verwirrend ist, da keine klaren Abgrenzungen erkennbar sind. Hier bietet Excel die Möglichkeit, die Datei zu konvertieren. Als Trennzeichen nimmt man entweder „Kommas“, „Tabulatorstriche“ oder andere spezifische Zeichen, die in dem exportierten Feed die einzelnen Produktinformationen voneinander trennen. Und schon hat man eine gute Ausgangsbasis. Natürlich kann man diesen Feed nicht eins zu eins im Merchant Center hochladen.

6. Schritt: Shopping Feed erstellen

Um einen Feed zu erstellen braucht man nicht unbedingt einen Techniker – es empfiehlt sich natürlich, geht aber eben nicht immer.

Im Merchant Center wählt man die Option „+Datafeed“ und es ergeben sich zwei Auswahlmöglichkeiten: Die Erstellung eines Standard Feeds oder eines Test Feeds. Wenn man sich noch nicht so gut mit Shopping Feeds auskennt, sollte man den Feed erstmal als Test anlegen. So sieht man, ob der Feed funktionieren würde und wo eventuelle Fehler sind, ohne diese Fehler gleich online zu stellen.

Als nächstes muss man den „Feed Typ“ wählen: „Produkte“. (Besteht bereits ein Shopping Feed, kann man mit der anderen Option die im Merchant Center aktiven Produkte aktualisieren.)

Danach wählt man das Shopping-Land aus (Das Land, aus dem man seine Produkte verkauft). Auch das ist eine wichtige Einstellung, da die Shopping-Spezifikationen von Land zu Land unterschiedlich sind. Um selber einen Feed zu erstellen, wählt man im nächsten Schritt den Punkt „Google Tabellen“ aus. Die anderen Punkte sind nur bei der Aktualisierung bestehender Produkte interessant.

Nun wählt man aus, welche Google Tabelle man nutzen möchte. Dazu geht man auf den ersten Punkt, um einen neuen Feed mit einer Google Vorlage zu generieren.
Das Google Merchant Center bittet nun um die Berechtigung auf die Tabellen in Google Drive zuzugreifen, die man dann erteilt. Hier lädt man die Feeds für seine Shopping-Kampagne hoch.

7. Schritt: Feed bearbeiten

Die Test-Feed-Vorlage ist nun erstellt und unter dem Menüpunkt „Feeds“ sichtbar. Wählt man den Feed aus, gibt es oben links die Möglichkeit „den Feed zu bearbeiten“. Anschließend wird man auf die Seite von Google Tabellen weitergeleitet und befindet sich in der von Google generierten Feed-Vorlage.

Edit Spreadsheet

Am einfachsten ist es, wenn man sich den Produkt Feed aus seinem Webshop bereits gedownloadet hat. Die Felder „ID“, „Title“, „Price“, „Link“ und „Brand“ sind für gewöhnlich schon im exportierten Produkt Feed vorhanden. Hier müssen also nur die Inhalte der entsprechenden Spalten in den Google Feed übertragen werden. Jede Zeile in der Tabelle entspricht jetzt einem Produkt.

Wichtig sind die Google Produktkategorien, die man extra angeben muss. Eine Übersicht dazu findet man unter: http://www.google.com/basepages/producttype/taxonomy.de-DE.txt

Hier sucht man einfach die passende Kategorie und kopiert sie in die Spalte „Google Produktkategorien“ (einfach eine Spalte erstellen). Man kann den Feed nun um weitere Spalten ergänzen, wenn man zum Beispiel Sonderangebote zur Weihnachtszeit anbietet oder Produkte in verschiedene Ausführungen hat etc. Die Felder, die man in dem generierten Feed jedoch von Anfang an sieht, sind die für uns vorerst wichtigsten (Je nachdem welches Produkt man bewirbt, gibt es verschiedene Kriterien, die der Feed enthalten muss oder nicht enthalten muss).

Das Feld „Price“ beinhaltet den Brutto-Preis mit der entsprechenden Währungsauszeichnung (z.B. EUR und nicht €).

Hat man alles ausgefüllt, geht man zurück ins Merchant Center und klickt auf „Jetzt abrufen“, damit der Feed bzw. vorgenommene Aktualisierungen geprüft und in das Merchant-Center-Konto geladen werden, da dies nicht automatisch passiert. Google erkennt schnell mögliche Fehler oder fehlende Produktinformationen, die ausführlich erklärt werden. Man sieht das Produkt, die Zeile, die das Produkt im Feed hat und den entsprechenden Fehler bzw. wie man ihn korrigieren muss.

Eine genaue Beschreibung der verschiedenen Produktspezifikationen finden Sie hier: https://support.google.com/merchants/answer/188494?hl=de

Wichtig sind die Spalten „Zustand“: neu/gebraucht und „Verfügbarkeit“: auf Lager/verfügbar/nicht lieferbar, da der Feed nur angenommen wird, wenn diese Felder ausgefüllt sind. Gibt man zum Beispiel bei einem Produkt an, dass es auf Lager vorhanden ist, obwohl das nicht stimmt, wird das Konto gesperrt.

Nach jeder vorgenommenen Änderung im Feed muss man wieder auf „Jetzt abrufen“ klicken. Passt alles, kann man den Test Feed als normalen Produkt Feed hochladen. Nicht wundern, es kann 1-2 Werktage dauern bis Google den Feed überprüft hat.

Fetch now

Den Status kann man im Merchant Center unter dem Punkt „Produkte“ prüfen.

In der Spalte „Status“ sieht man entweder einen grünen Haken (Produkte angenommen), einen roten Kreis (Produkte fehlerhaft) oder zwei Pfeile, die sich im Kreis drehen (Produkte werden noch überprüft). Unter Diagnose sieht man außerdem wie viele Produkte aktiv sind oder abgelehnt wurden und welche Ablehnungsgründe vorliegen.

AktivAktiv; Abgelehnt Abgelehnt; Noch nicht überprüftnoch nicht überprüft

Eigentlich ganz einfach, also nicht abschrecken lassen und probieren bis es klappt. Beim nächsten Mal ist es dann schon ganz leicht.

Ist der Shopping Feed erstmal erstellt, ist das Aufsetzen einer Shopping-Kampagne im AdWords Interface ganz einfach. Nachdem man eine neue erstellt hat, muss man lediglich in den Einstellungen das passende Händler-Konto auswählen und AdWords zieht sich die entsprechenden Produktdaten aus dem erstellten Feed. Nicht wundern, wenn die Shopping-Kampagne nicht sofort startet, da es immer ein bis zwei Werktage Überprüfungszeit braucht. Wichtig ist noch, eine Anzeige für die Produkte zu schreiben. Wenn alle Produkte aktiv im Konto zu sehen sind, kann man jetzt unter dem Punkt “Produkte” im Konto das gesamte Sortiment immer weiter aufsplitten: erst nach Kategorie, diese dann weiter nach Produkttyp, weiter nach Marken, Hersteller bis hin zur Produkt-ID. Je granularer man dies tut, desto besser kann man nachher die CPCs für Produkte verschieden hoch- oder runtersetzen. Also wer schon lange auf die Umsetzung des Shopping Feeds durch Dritte wartet, sollte es einfach selbst versuchen. Es ist wirklich nicht schwer!

Laura Kunisch ist Account Manager bei rankingCheck. Sie liebt Bücher, Musik & kreative Kommunikation.

4.33 / 5 (6 votes)

Schreibe einen Kommentar

Loading Facebook Comments ...

3 Kommentare

Christoph schrieb am 20. August, 2015 @ 9:57

Schöner Überblicksartikel mit den wichtigsten Schritten!
Eine kleine Anmerkung: Bei Schritt 5. “Als Leerzeichen nimmt man entweder „Kommas“, „Tabulatorstriche“ oder andere spezifische Zeichen” – hier müsste statt “Leerzeichen” vermutlich “Trennzeichen” stehen.

Laura Kunisch schrieb am 20. August, 2015 @ 15:11

Hallo Christoph ! Danke für den Kommentar und ja du hast Recht,
da hat sich ein kleiner Versprecher eingeschlichen. Werde es direkt anpassen. Danke für den Hinweis !

Trackbacks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Loading Disqus Comments ...