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Twitter – Social-Media-Strategie im SEE-THINK-DO Modell

Auf Facebook bist Du mit den Menschen befreundet, mit denen Du zur Schule gegangen bist. Auf Twitter folgst Du den Menschen, mit denen Du gerne zur Schule gegangen wärst.

Auf Twitter finden sich Interessensgemeinschaften. Offenkundig, dass wir den Hashtag der Twitter Community zu verdanken haben.

That’s one small hash for (a) man, one giant hashtag for marketeers!

Eigentlich! Denn die Kombination aus Echtzeit, der Grundidee des Microblogs, und der klaren Lesezeichenstruktur, wird hierzulande einfach mal geflissentlich ignoriert. Durch neue aufstrebende Netzwerke und stetigen Wandel wurde aus Ignoranz Vergessenheit, nur durch den ein oder anderen Unkenruf (nur so und so viele Konten sind auf Twitter aktiv, Instagram hängt Twitter ab, …) und dem sonntagabendlichen #Tatort durchbrochen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Unternehmen, holt euch endlich Bekanntheit und vorbereitete Conversions auf Twitter!

Warum Twitter an der richtigen Stelle das SEE-THINK-DO-Modell bedient

Das SEE-THINK-DO-Framework nach Avinash Kaushik ist ein Modell zur Abbildung von Phasen im Kaufentscheidungsprozess mit Zielgruppenfokus und verdeutlicht gleichzeitig, wie der Sales Funnel allzu oft zu eng geschnürt wird. Verschenktes Potential liegt dabei gerade auf den Phasen SEE und THINK und potentielle Kunden werden dadurch von vornherein nicht angesprochen.

See-Think-Do Modell

Und wie kommt hier gerade Twitter ins Spiel?

Auf Twitter erzählen uns die User, sprich unsere potentielle Zielgruppe, von den Dingen, die sie gerne tun und gerade tun – und das in Echtzeit und zudem in Hashtag-Häppchen serviert! Unternehmen können durch diese bereitgestellten Informationen auf Twitter schon lange vor der DO-Phase auf sich aufmerksam machen. Und sogar manchmal bevor der User selber überhaupt von seiner eigenen Do-Phase weiß. Tricky, oder?

Aber was läuft schief in deutschen Twitterlanden?

Leider bedienen gerade deutsche Unternehmen derzeit auf Twitter meist die DO-Phase (wenn sie überhaupt dort aktiv sind), will heißen, es werden eigene Inhalte hinausgeblasen, aber der Zielgruppe wird gar nicht zugehört. Wie das SEE-THINK-DO-Modell die Zielgruppe in den Fokus stellt, muss es das Unternehmen auch auf Twitter tun. Bisher ist in Deutschland ein eher egozentriertes Unternehmensweltbild auf Twitter zu finden. Will sagen, es wird ohne sich wirklich mit der Zielgruppe zu beschäftigen, Hashtag-Feuerwerk geben und ganz doll gehofft, dass sich da doch irgendeiner in der DO-Phase befindet, den Tweet sieht und kauft. Den Optimismus muss man erstmal haben! Auch das Unternehmen muss den eigenen DO-Blickwinkel ablegen und die Augen öffnen – SEE ist gefragt!

Potentielle Kunden über Hashtags auf Twitter identifizieren – Beispiel #Gartenarbeit

Zunächst ist es wichtig, die Hashtags zu identifizieren. Mit ein wenig Einfühlungsvermögen, Recherche und Kenntnis der eigenen Produktpalette und Zielgruppe ist dies jedoch schnell geschafft. Da der Frühling anklopft, wähle ich ein fiktives Unternehmen, welches Pflanzen und Gartengeräte vertreibt und identifiziere zum Einstieg den Hashtag Gartenarbeit.

Schauen wir mal, was da auf Twitter so los ist!

Potentielle Harken-, Rechen- und Blümchenkäufer lassen uns am Jäten und Buddeln, an abgebrochenen Zinken, ihrem Muskelkater und an ihrem Gärtnerstolz teilhaben, oder zeigen uns Ihre Rasenmäher, Gartenhandschuhe oder sogar Häcksler. Alle diese User könnten in Zukunft die Gartenschaufel, Gießkanne oder Schubkarre meines fiktiven Unternehmens kaufen!


Und von diesen Tweets gibt’s unzählige und es laufen täglich neue ein. Schauen wir uns die Tweets der User genauer an, dann sehen wir, dass kein Unternehmen mit diesen in Kontakt getreten ist. Ich jedoch, mit meinem fiktiven Unternehmen, werde Tweets favorisieren, werde fragen, wo die Buchsbaumkampftechnik erlernt wurde oder ob der Kater wieder schnurrt. Aber vor allem werde ich über authentisches Interesse an meiner Zielgruppe meine potentiellen Kunden auf mich aufmerksam machen. Durch mein Twitter-Profil, welches Expertise durch gutes Content Marketing zeigt, steht im Best Case und am Ende des Tages eine treue Gartencommunity hinter mir*. Häckselt das, Wettbewerber!

Meine Konkurrenz indes verschmäht Twitter oder frönt über egozentrierte Tweets dem schon beschriebenen kühnen Optimismus.

*Achtung, diese Strategie ist (garten)arbeitsintensiv und deren detaillierte Ausführung ein eigener Artikel.

Transaktionale Keywords auf Twitter – User in der DO-Phase

Twitter bedient somit den selten abgeschöpften, potentiellen Kundenpool und deckt die SEE- und THINK-Phase ab. Doch auf Twitter können wir darüber hinaus eindeutig User identifizieren, die in der DO-Phase sind! Wir sehen, dass klare Kaufabsichten und Handlungen in Tweets kundgetan werden. Kein anderes soziales Netzwerk bietet dies in dieser Gänze.

Um dies zu veranschaulichen, bleiben wir beim Thema Frühling bzw. Garten und schauen uns an, was unter „Blumen kaufen“ auf Twitter zu finden ist.


Gleichzeitig stehen diesen getwitterten Kaufabsichten Angebots-Tweets von Unternehmen entgegen, die durch ihre zuhauf marktschreierischen Gebaren in den Timelines der User untergehen, falls sie es bis in eine Timeline eines (potentiellen) Kunden geschafft haben.


Eine groteske Marketing-Situation: Wir finden auf einer Plattform zur selben Zeit auf der einen Seite Menschen, die kaufen möchten und auf der anderen Seite Unternehmen, die verkaufen möchten. Aber sie sehen einander nicht (SEE-Phase schon verpasst)! Twitter wird von Unternehmen in Deutschland als Kanal falsch interpretiert – und somit wird der User weder in der SEE- und THINK-Phase und selbst in der DO-Phase nicht abgeholt.

Improve tweeting! Und übrigens:

rankingCHECK erarbeitet Social-Media-Strategien, so zögern Sie nicht und melden sich bei Bedarf bei uns! (Denn wer den Artikel liest, ist doof, äh nein, ist mindestens schon in der THINK-Phase 😊)

PS: Es ist übrigens nicht verboten, das SEE-THINK-DO-Framework auch auf andere Netzwerke zu übertragen, auch wenn die nicht so rocken wie Twitter 😉.

Isis Neuerbourg

Isis hat Volkswirtschaftslehre, sozialwissenschaftliche Richtung (Diplom), an der Universität zu Köln studiert und ist Account Director bei rankingCHECK. Datenanalyse, Social Media und SEO gehen bei ihr Hand in Hand. Privat mag sie es gemütlich, wenn sie nicht gerade wieder ihre Reisekoffer packt.

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3 Kommentare

Isis Neuerbourg

Isis Neuerbourg schrieb am 30. Juni, 2017 @ 11:23

Danke Dir Ralph! Und ja, so ist es!

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