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Standarddomain vs. mobile Subdomain

Einem interessanten Artikel über mobile Suchmaschinenoptimierung auf Seo-trainee.de folgend, ist mir die Idee gekommen, mich einmal ein wenig intensiver mit dem Thema mobile Domains auseinander zu setzen. Obwohl ich mich schon länger mit dem Komplex mobiles Internet beschäftige, hab ich vor meinem Praktikumsbeginn bei  rankingCheck nie großartig über das Potential und die Möglichkeiten von mobile SEO nachgedacht. Die Grundidee ist zunächst, beeinflusst von den Spezifikationen mobiler Endgeräte, dass mobile Webseiten in Punkto Usability und Optik gegenüber stationärer Varianten eindeutig differieren müssen/sollten.Was in der Theorie schon recht viel Sinn ergibt, bestätigt sich spätestens nach dem ersten Versuch eine mit interaktiven Elementen überladene Webseite auf einem 3,5 Zoll Display zu betrachten. Das hier (menschliches) Versagen vorprogrammiert ist liegt eindeutig auf der Hand.

Soviel zum Offensichtlichen. Was bedeutet das aber für Google & Co. bzw. uns SEOs, die hieraus einen Gewinn für das mobile Surf-(Such-)Verhalten ziehen wollen? So ist die mobile Variante einer Website nicht nur die Option, eine bessere Usability zu gewährleisten, sondern darüber hinaus eine Möglichkeit, die mobile Suchanfrage zu beeinflussen optimieren. Das erfordert zunächst einmal die Unterscheidung zwischen einer mobilen Domain und einer Standarddomain für mobile und stationäre Seiten. Während sich erstere mittels einer Subdomain wie m.domain.de oder einer eigenständigen Top-Level Domain wie domain.mobi dem Crawler eindeutig als mobile Variante zu erkennen geben, ist dies bei der Variante über eine einheitliche Standarddomain nur über Umwege möglich. Jetzt stellt sich die Frage: was bietet die Erkennung einer mobilen Domain für einen Vorteil? In dem eBooklet zum Thema “Einführung in die mobile Suchmaschinenoptimierung” von der Tameto Entertainment eK spricht sich Björn Tantau eindeutig für das Potential des mobilen Google-Index aus. So sei die Verwendung einer mobilen URL insofern relevant, als dass die mobile Website von der mobilen Suchmaschine als solche erkannt wird und „auch im richtigen Index landet“. Das bedeutet in der Praxis, dass das Ranking in der mobilen Suchanfrage dahingehend optimiert werden kann, dass  in jenem Szenario die mobile Domain bevorzugt in den SERPs auftauchen kann. Ob sich das in der Praxis tatsächlich so verhält ist schwer nachzuvollziehen. So nutzen aktuelle Endgeräte zwar weiterhin Googles mobile Suche (google.de/m), in den SERPs tauchen (erfahrungsgemäß) aber nach wie vor bevorzugt die stationären Varianten der Standarddomains auf (und werden  teilweise per 301 zur mobilen Domain weitergeleitet). Die Frage, ob eine eigenständige mobile Domain nicht die Problematik des Duplicate Content hervorbringt kann allerdings mit der Option, eine mobile Sitemap zu hinterlegen größtenteils aus dem Weg geräumt werden. Letztendlich koexistieren zwar weiterhin zwei parallele Domains, Google straft dies aber nicht ab, sondern nutzt die Information für den mobilen Index.

Die Alternative stellt eine einheitliche Standarddomain dar, die sowohl eine mobile, wie auch eine stationäre Betrachtungsweise und Bedienung ermöglicht. Technisch ist das etwa über die Abfrage des User-Agent-Strings und dem Auslesen eines alternativen CSS möglich. Auch in diesem Fall bietet sich die Möglichkeit an, über eine mobile Sitemap sich dem mobilen Index zu erkennen zu geben. Die Fachwelt (wie Heiko Riffeler von gjuice) spricht sich jedoch weitestgehend für die Verwendung einer Subdomain wie im oben genannten Beispiel „m.domain.de“ oder dem Anlegen eines mobilen Unterverzeichnissen wie „domain.de/m“ aus. Der Googlebot stößt ansonsten u.U. auf Probleme bei der korrekten Indexierung. Darüber hinaus vererbt sich der Trust –zumindest Anteilmäßig– des korrespondierenden Onlineportals auf das Mobilportal.

Das ganze leitet uns letztendlich zu der Frage, ob das mobile Web eine eigenständige Parallelexistenz zum stationären Web hegt, oder aber eine konvergierte Form mit letzterem darstellt. Ist es also effizient, eine auf mobile Suchanfragen optimierte Seite bereit zu stellen, oder stellt der stationäre Google-Index ein ausreichendes Maß dafür dar, auch mobile Suchanfragen abzuhandeln; unabhängig davon, dass die Anpassung aus Gründen der Usability ohne Zweifel erforderlich ist.

Fazit:

Die Idee, diesen Artikel zu schreiben rührte ursprünglich von meiner leicht ablehnenden Ansicht über die Verwendung einer mobilen (Sub-)Domain her.  Zum einen sprang mir die Duplicate Content Problematik ins Auge.  Zum anderen erschien mir die Verwendung einer einheitlichen Standarddomain für ein konvergiertes Webprojekt unterm Strich ganz einfach konsequenter. Unter dem Aspekt der Usability macht das auch nach wie vor Sinn. Betrachtet man jedoch die Möglichkeiten, die der mobile Googleindex bieten könnte, so ist die korrekte Indexierung eines mobilen Projekts in einen Solchen definitiv von Vorteil. Bleibt also abzuwarten, inwiefern sich die mobile Suchanfrage tatsächlich auch von der stationären unterscheiden wird und welches Potential noch in eben jenem Szenario steckt. Sollten die SERPs hier tatsächlich ein angepasstes Ergebnis ausgeben, so spricht einiges für die Verwendung einer Subdomain, mindestens aber einer mobilen Sitemap.

Jasper Thibaut ist Head of SEO bei rankingCHECK und mobile SEO Spezialist. Beruflich wie auch privat setzt er sich verstärkt mit dem mobilen Web und Disziplinen des mobile Marketings auseinander. Mehr von ihm gibt es auf jasper-thibaut.de

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