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SEO Sunday: Shoplaunch aus SEO Sicht

Wenn man nichts Vernünftiges gelernt hat und man deswegen sein Geld in diesem extrem unseriösen Internet verdienen muss bleiben einem nicht mehr viele Möglichkeiten. Aber wir wissen wie es geht, garantiert und unsere Tipps sind wie immer kostenfrei.  Bald gibt’s vielleicht auch mal ein Youtube-Video 😉

So wieder Ernst. Ein möglicher Ansatz um dann irgendwann mal am Karibikstrand aus Kokosnüssen mit Strohhalmen Bier zu trinken ist es einen eigenen Onlineshop aufzumachen. Über die SEO Basics für Shops habe ich hier auch schon einmal geschrieben. Heute geht es aber darum zu zeigen was man alles so zu erledigen hat lange bevor und kurz nach dem Livegang. In der letzten Zeit hatten wir nämlich öfter mal mit Shoplaunches zu tun, d.h. wir waren in den kompletten Entstehungsprozess mehrerer Onlineshops von Anfang an miteinbezogen und dabei haben sich immer wieder 3 wesentliche Probleme herausgestellt. Shopsystem vs. Warenwirtschaft, die Testumgebung vor Google zu schützen und der Klassiker: Duplicate Content.

Hier also mal ein paar Eindrücke, Learnings und wichtige Hinweise die wir gerne mit euch teilen und diskutieren wollen. Vielleicht entsteht ja so mal ein ebook dazu 😉 Sorry aber ich krieg Martins Artikel den ich oben verlinkt habe und vor allem die Kommentare dazu nicht mehr aus dem Kopf. Aber genug Spaß jetzt, also los:

Zeitpunkt für SEO wählen

Ganz klar so früh wie möglich! Je früher man sich also SEO in die Idee und das Konzept gewöhnen und somit auch mitdenken kann desto besser. Und auch wirtschaftlich macht das Sinn. Denn in der Realität ist es oft so das SEO erst nach dem Launch Prio hat. Und wenn man dann die Hälfte wieder umbauen muss wird es mindestens genauso teuer wie kompetenter SEO Input vor dem Golive.

SEO Basics kommunizieren

Jetzt sitzt man also an einem großem Tisch mit den verschiedensten Leuten die verantwortlich sind für Marketing, Design, Programmierung, Shopsystem, Warenwirtschaft, Logistik etc. Jeder Beteiligte muss natürlich genau wissen welchen Aufgabenbereich der andere zuständig ist. Als SEO hat man jetzt die Pflicht die absoluten Basics zu kommunizieren und auf die verschiedenen Köpfe zu verteilen. Unsere SEO Checkliste für Online Shops könnte da vielleicht hilfreich sein. Danach sollte es dann direkt an die Problemlösung gehen die über die Basics aus der Checkliste hinausgehen.

Problem 1: Shopsystem & Warenwirtschaft

Natürlich muss man als SEO dafür sorgen dass ein Shopsystem ausgewählt wird welches die absolut erforderlichen SEO Basics auch auf die Straße bringen kann. Mir fällt da spontan Magento, OXID und xt:commerce ein. Ganz wichtig, sonst hat man hinterher den Stress und es gibt tatsächlich immer noch Shopsysteme da Draußen für die SEO keine Rolle spielt. Verschenktes Potential, aber egal weiter. Irgendwo müssen jetzt die Daten für den Shop ja herkommen womit wir beim Thema Warenwirtschaft wären. Auch hier gibt es Systeme in denen man neben den Stammdaten wie Artikelnummer, Preis, Lagerbestand auch SEO relevante Daten wie Texte, Titles und Metadescriptions pflegen kann. Und hier lauert die Gefahr. Was viele an dieser Stelle gar nicht wissen ist, dass die WaWi bei einem neuen Update oft alles auf Kategorie- und Produktebene überschreibt was im Shopsystem angelegt wurde. Das muss man unbedingt im Hinterkopf haben und vorher genau festlegen wo die SEO Daten eingepflegt werden und dafür sorgen dass nichts einfach so überschrieben wird. Die praktischste Lösung ist meiner Meinung nach die Pflege der SEO Daten für Kategorien und Produkte direkt in der Wawi durchzuführen. BTW: Seiten wie Start, Impressum, AGBs oder aber SEO Content wie Ratgeber, Glossare oder Lexika werden dann in der Regel im Shop-CMS gepflegt und nicht von der WaWi überschrieben.

Problem 2: Testumgebung vor Google schützen

Hört sich zwar banal an, aber auch hier tauchen immer wieder Probleme auf. Bevor der Shop Live geht sollte man seine Hausaufgaben machen und unbedingt dafür sorgen dass nichts davon in den Googleindex gelangt. Die große Datenkrake lauert ja bekanntlich nur darauf sich etwas zum crawlen zu suchen. Und manchmal kann es dann sehr ärgerlich sein wenn schon Seiten aus der Entwicklungsumgebung per site-Abfrage zu sehen sind. Noch schlimmer wird’s wenn diese Seiten dann auch noch ranken. Das Marketing könnte da zu Recht sehr sauer werden denn vielleicht sollte die tolle Aktion oder das hübsche Design oder was auch immer erst am Launch-Tag mi einem großen Knall kommuniziert werden. Da man immer öfter hört und merkt das Google sich nicht immer an die robots.txt hält muss man zudem auch alle anderen Möglichkeiten einer NICHT-Indexierung ausschöpfen. Die erste Möglichkeit besteht darin das Robots-Metatag auf JEDER Seite folgendermaßen einzustellen:

<meta name=”robots” content=”noindex, nofollow”/>

Die nächste Möglichkeit ist es den Ordner in dem die Entwicklungsumgebung liegt per „Removal Request“ in den Google Webmastertools auszuschließen. Findet man unter Optimization/Remove URLs. Einfach auf den Button „Create a new removal request“ klicken und die URL des Entwicklungsordners eingeben. Danach dann als „Reason“ angeben dass man den ganzen Ordner nicht in der SERPs haben will, so wie hier im Screenshot.

 

Das Ganze wird dann geprüft und erfahrungsgemäß innerhalb eines Tages auch von Google berücksichtigt. Mein Tipp also um auf Nummer Sicher zu gehen: Alle 3 Möglichkeiten ausschöpfen!

Problem 3: Duplicate Content verhindern

Gerade ein Shop ist hervorragend dafür geeignet doppelte Inhalte zu erzeugen. Und wie wir alle wissen hat Google da noch nie so richtig Bock drauf gehabt. Der Klassiker ist hier natürlich die Paginierung. D.h. alle Inhalte die auf Kategorieebene ab Seite 2 zu finden sind. Eine weitere Stolperfalle sind bestimmte Aktionen für die dann ein Sortiment an Artikeln zusammengestellt wird. Diese Artikel sind dann auch unter anderen URLs zu erreichen und Zack hat man wieder Duplicate Content.

Lösen kann man das DC Problem auf unterschiedliche Weise. Die uneleganteste ist auch hier die robots.txt oder die Webmastertools zu bemühen (natürlich nur die entsprechenden einzelnen URLs angeben und nicht das ganze Verzeichnis wie im Screenshot oben) um die Seiten auszuschließen. Damit würde aber eventuelle Linkpower einfach so verloren gehen.

Deutlich sinnvoller ist es hier jedoch entweder das Robots-Metatag auf allen Seiten die zu DC führen könnten so einzustellen:

<meta name=”robots” content=”NOINDEX, FOLLOW” />

Das hat den Vorteil das die Seite nicht indexiert wird – somit keinen DC erzeugt – die Linkpower aber trotzdem gleichmäßig weiter durch die gesamte Website fließt.

Die andere Alternative ist wie bei allem was mit DC zu tun hat das canonical-Tag. Auf alle Kategorie-URLs ab Seite 2 also ein canonical draufpacken was auf die erste Seite zeigt, in etwa so:

<link rel=”canonical” href=”http://www.meininternetshop24.de/contentoriginalseite/”>

Bisher dachte ich immer dass die Seite auf der das canonical eingebaut wurde die komplette Linkpower auf das Original weiterleitet, Matt Cutts hat dazu allerdings eine andere Meinung. Naja, wem ihr glaubt müsst ihr entscheiden 😉

 

 

Wie dem auch sei, ich finde die canonical Lösung am sinnvollsten. Viele große Shops vor allem auf Magentobasis verwenden aber das robots-Metatag. Bleibt also jedem selbst überlassen. Sollten alle SEO Basics also nebenbei auch noch erledigt werden kann der Shop nun endlich live gehen. Kommunizieren sollte man den großen Launch allerdings erst nach einer kleinen Testphase…

Direkt nach dem Launch

Meistens schaut der Googlebot nicht unmittelbar nach dem Golive vorbei. Diese Zeit sollte man nutzen um noch einmal alles glattzuziehen. Aus SEO Sicht sollte man die Seite jetzt mal eben spidern, dafür empfehle ich den Sreaming Frog SEO Spider. Sehr nützliches Tool und hier getestet vom geschätzten Kollegen Eric. Neben dem Überblick über SEO Daten wie Titles und Metadescriptions sollte man hier vor allem die 404er identifizieren und beseitigen, irgendwas läuft erfahrungsgemäß immer ins Leere. Diese einfach per 301 Redirect sinngemäß weiterleiten und gespannt auf den Google-Crawler warten 😉

Fazit

Es gibt so unendlich viel zu beachten wenn man einen Shop aus dem Boden stampfen will, das kann ich jetzt gar nicht alles aufzählen. Darüber ist man sich als SEO nicht immer ganz bewusst. Auch hier gilt es über den Tellerrand zu schauen und vor allem von anderen zu lernen. Dend irgendwann wollen wir ja alle keine reinen SEOs mehr sein sondern allwissende Online Marketer damit wir Videogrüße aus der Karibik senden können während wir Bier aus Schirmchencocktailgläsern trinken 😉

Geschäftsführer, Inbound Marketing-Freak und King of Tablesoccer – Blogger @rankingCHECK – Privates gibt es hier in meinem Travel- und Foodblog

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14 Kommentare

Konrad schrieb am 3. Juni, 2012 @ 15:48

Zu Punkt 2: Warum so schwer? Ein einfacher .htaccess Passwort Schutz reicht doch vollkommen aus und das sollte man sowieso für Entwicklungsumgebungen nutzen?

Pascal schrieb am 3. Juni, 2012 @ 23:46

Canonical auf Page 2 (ff.) würde ich eher lassen. Zum Video:
“We follow those links” != “These links pass linkjuice” – Google “folgt” auch Links, die mit nofollow gekennzeichnet sind. Heißt aber nicht, dass diesen Links auch PageRank und Co. vererbt wird. Wenn dann doch lieber mit noindex oder mit rel=prev/next arbeiten 🙂

Restliche Artikel ist top, vor allem Geschichten wie “beim Update werden möglicherweise Einstellungen überschrieben” hatte ich nicht auf dem Schirm..

Grüße
Pascal

PS: Ist der Text unter dem Kommentarfeld neu?

Julian schrieb am 4. Juni, 2012 @ 9:13

Seiten die nur per nofollow angelinkt werden kommen aber nicht in den Index. Auch nicht wenn man diese Seite per Chrome aufruft, Analytics installiert hat und sogar den gesamten Pfad bei Google mehrfach in die Suche eingibt.
Habe ich allerdings nur auf kleinen Domains getestet, ich weiß nicht wie es bei großen Seiten aussieht.

Marcel Becker schrieb am 4. Juni, 2012 @ 9:50

@Konrad: Ich denk halt manchmal zu kompliziert 😉
@Pascal: Haben mit dem canonical bisher immer gute Erfahrungen gemacht. Ist auch ziemlich easy umzusetzen…
@Julian: Klar in der Theorie. Hab aber wirklich schon erlebt dass Seiten aus der /dev/ in den Indey gerutscht sind. Google ist halt auch nicht perfekt auch wenn das viele immer glauben. Genau wie bei der Länderzuordnung wg. der wir damals gequatscht hatten…

Julian schrieb am 4. Juni, 2012 @ 10:29

Jo sieht man immer mal wieder. Die Frage ist: wie kommt Google an diese Seiten? Ich möchte behaupten in den meisten Fällen ist es irgendein Link. Oder ab einer bestimmten Anzahl Aufrufe per Chrome bzw in Analytics getrackt. Hat sowas mal irgendjemand getestet?

Ich habe nur getestet was passiert wenn man eine Seite nur per nofollow anlinkt. Die kam dann nicht in den Index. Wurde aber eben auf einer kleinen Seite getestet, ich kann mir gut vorstellen dass auf einer großen Seite wo dann zB 1.000 Links nofollow auf eine andere Seite zeigen, diese dann doch in den Index kommt. Müsste man wirklich mal testen.

Marcel Becker schrieb am 4. Juni, 2012 @ 10:33

@Julian: Die Seite bei der es tatsächlich passiert ist hatte ca. 1500 URLs, davon sind dann trotz des nofollows ca. 500 in den Index geflutscht… Würde sagen Google Fehler…

Mario schrieb am 4. Juni, 2012 @ 15:04

Super Beitrag, den man sich noch um tausende Worte ausschmücken könnte, so aber schön die wichtigsten Punkte trifft.

Ja canonical ist absolut empfehlenswert, klappt bei uns auch super!

Malte schrieb am 6. Juni, 2012 @ 11:04

Die Sache mit der WaWi finde ich sehr interessant. Ist Dir bekannt, ob die JTL da Probleme macht?
Ansonsten finde ich es eher bedenklich, dass google nicht in der Lage ist selbst DC zu vermeiden. Ansonsten will Big brother alles überwachen, scannen, spidern, Linktausch vermeiden und da sind die nicht in der Lage zwei Varianten einer URL und doppelte Inhalte einer Seite klar zu kriegen.

In diesem Punkt muß ich Dir zustimmen, goolge ist bei weitem noch nicht so perfekt wie sie gerne vorgeben. Vieles was nach Außen kommuniziert wird scheint mir doch oft Wunschdenken zu sein.

SEO scheint mir doch eher die Kunst zu sein google bugs zu nutzen und work arounds zu finden.

Marcel Becker schrieb am 6. Juni, 2012 @ 11:17

@Malte: Find das eigentlich nicht schlimm das Google nicht perfekt ist, muss man nur das Beste draus machen 😉 Mit JTL hab ich leider selbst keine Erfahrung…

Malte schrieb am 6. Juni, 2012 @ 12:39

Ja, aber wenn es eigentlich nicht mehr darum geht, dass gute Inhalte ranken finde ich es auch schade.

Danke für die Rückmeldung.

Jens schrieb am 28. Juni, 2012 @ 17:04

Ich finde es immer besonders schwierig, einen Shopbetreiber von den Vorteilen von SEO zu überzeugen. Die meisten Betreiber werden schon nach wenigen Wochen ungeduldig und wollen Ergebnisse sehen.

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