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SEO Sunday-Praxisbeispiel: Wettbewerbsanalyse mit Advanced Web Ranking

Bevor ich loslege mal kurz eine Anmerkung in eigener Sache, die aber auch alle seriös arbeitenden SEOs interessieren dürfte: In den letzten Wochen und Monaten wurde immer wieder der Ruf nach mehr Transparenz im SEO-Bereich laut. Ich schreibe diesen Artikel also auch um mögliche Kunden aufzuklären und ein wenig mehr Transparenz in das immer noch mysteriös wirkende Pricing für Dienstleistungen aus dem Bereich Suchmaschinenoptimierung zu bringen bzw. zu erläutern, wie man überhaupt ermitteln kann, mit welchem Aufwand man zu rechnen hat. Denn nicht nur in letzter Zeit melden sich nämlich immer öfter am Thema SEO interessierte Leute bei mir, die mir dann erzählen, dass Sie von einer netten Dame mit einer verführerischen Stimme angerufen worden sind, die ihnen ein Rundum-Sorglos-SEO-Paket zu einem monatlichen Flatratepreis angeboten hat. Wenn ich dann auch noch gefragt werde, was der Spaß denn wohl bei uns kostet und ich dann antworte, dass ich erst einmal genau analysieren muss wo die entsprechende Website steht und wie stark der Wettbewerb ist, kommt oft folgendes: „Die Dame hat mir aber eben am Telefon gesagt, dass wir im Monat für 399€ bei Google auf Top-Positionen landen würden. Warum können Sie mir denn nicht einfach sagen, was das bei Ihnen kostet?“ Ganz einfach, weil jede Website und das in Frage kommende Keywordcluster individuell betrachtet und genau untersucht werden muss! Aber woher sollen die Kunden das eigentlich wissen?

Wenn man also wissen will mit wem man in den Ring steigt und was man dafür tun muss um oben mithalten zu können bzw.  sich weiterhin oben behaupten zu können ist eine umfangreiche Analyse zur Identifizierung des Wettbewerbs und des Bedarfs an zusätzlicher Domainpopularität unabdingbar. So sehr ich meine beiden Lieblings-Tools Searchmetrics-Rapid und die Sistrix-Toolbox auch schätze, bei einer Konkurrenzanalyse helfen Sie erst einmal nur dann weiter, wenn die Domain, die ich untersuchen will, zu den enstprechenden Keys bereits einigermaßen vorzeigbare Rankings aufweist. Habe ich allerdings eine relativ neue Website oder will mit „neuen“ Keywords ranken, muss ich mir anders zu helfen wissen. Sind es nur 2-3 Keywords kann man das Ganze eigentlich sogar händisch durchführen, spätestens ab 5 Keywords wird es aber sehr zeitintensiv. Man nehme also ein Tool namens Advanced Web Ranking und dazu eine kleine Prise Excel und schon kann man auch das Wettbewerbsumfeld für jedes nur erdenkliche Keywordcluster analysieren 😉

Step 1: Bildung eines sinnvollen Keywordclusters

Der erste Schritt sollte natürlich erst einmal darin bestehen ein sinnvolles Keywordcluster zu bilden, denn nichts ist schlimmer als auf die falschen Keywords zu optimieren. Doch welche Keywords machen überhaupt Sinn? Ganz einfach: Exakt diejenigen Keywords, die dazu führen, dass die Besucher genau die Handlung durchführen, die wir von Ihnen erwarten (Stichwort Conversions). Und eben um diese herauszufinden ist bspw. die Schaltung von Goolge Adwords über einige Monate mehr als nur empfehlenswert. Für unser Beispiel habe ich ein Keywordcluster mit zehn SEO-relevanten Keywords gebildet (seo, suchmaschinenoptimierung, seo beratung, seo consulting, seo agentur, seo blog, suchmaschinen ranking, onpage seo, linkaufbau, google ranking).

Step 2: Neues Projekt bei Advanced Web Rankings anlegen

Als nächstes öffnet man Advanced Web Ranking und legt ein neues Projekt an. Übrigens kann man die Software einen Monat lang umsonst testen und sich überlegen ob an dieser Stelle ein kostenpflichtiges SEO-Tool hier Sinn macht, wobei ich die Preise mehr als human finde. Für uns als Internet Marketing Agentur lohnt sich das Tool auf jeden Fall, will man einfach mal analysieren wie man im Wettbewerb steht, ist die Trial-Version natürlich völlig ausreichend,

Step 3: Suchmaschinen auswählen

Hier zeigt sich wie mächtig das Tool ist. Insgesamt können fast 2100 Suchmaschinen ausgewählt werden. Im deutschsprachigen Raum sind die Suchmaschinen-Marktanteile ja klar verteilt, in anderen Ländern wie bspw. China sieht das Ganze aber wieder anders aus.  Besonders hervorzuheben ist, dass man einzelne Bereiche aus der Universal Search wie bspw. Bilder oder Maps untersuchen kann oder halt eben alles zusammen. Für unser Beispiel habe ich die normale deutsche Google-Suche ausgewählt.

Step 4: Keywords + Domain einpflegen

Dieser Schritt ist natürlich selbsterklärend. Advanced Web Ranking bietet einem hier die verschiedensten Möglichkeiten sein Keywordcluster einzutragen, man kann sogar Keywords von Google Suggest importieren, wirklich sehr interessant! Auch das Eintragen der Domain brauche ich wohl nicht extra zu erklären.

Jetzt beginnt die Software damit, die ersten 50 Google-Ergebnisse zu jedem einzelnen Keyword des Clusters zu analysieren. Je nach Anzahl der Keywords kann dies schonmal ein paar Minuten, teilweise sogar Stunden dauern. Unser Beispiel mit zehn Keys hat ca. 10 Minuten gedauert, perfekt für ne kleine Kaffeepause  😉

Step 5: Bericht anlegen

Jetzt wird es langsam spannend! Der Advanced Web Ranking Assistant öffnet sich  und man muss „Neuen Bericht anlegen“ anklicken. Im nächsten Fenster hat man nun die Möglichkeit zwischen 6 verschiedenen Berichtstypen, für unseren Fall wählen wir den Bericht „Beste Seiten“ der zu jedem einzelnen Keyword die Top-50 Platzierungen anzeigt. Bei den Ausgabeoptionen wähle ich nun immer das CSV-Format und klicke im nächsten Schritt die Option an, dass der Bericht direkt generiert werden soll. Zum Schluss gibt man dem Bericht einen Namen.

Step 6: Daten in Excel formatieren und sortieren

Jetzt genau aufpassen es wird praktisch, da jetzt ein paar simple SEO-Excel-Basics anzuwenden sind: Man formatiert die Daten mit der Option „Text in Spalten“ und trennt die Spalten mit dem Kommazeichen und dem „/“, wenn man sich nur die kompletten Domains der Wettbewerber ansehen will und nicht alle rankenden URLs. Danach legt man am besten ein neues Excel-Sheet an und kopiert alle Domains dort hinüber und entfernt sämtliche Duplikate. Jetzt zähle ich mit der Funktion „ZÄHLEWENN“ aus, wie oft eine bestimmte Domain in den genau auf unser Keywordcluster bezogenen SERPs vorkommt. Anschließend wird mittels der Funktion „SUMMEWENN“ die durchschnittliche Position der entsprechenden Domain ermittelt. Zu beachten ist, das man das Ergebnis der SUMMEWENN-Funktion durch die Anzahl der Rankings einer Domain teilen muss. Jetzt sind es noch zwei einfache Schritte. Als erstes sortiert man die Liste aufsteigend nach den durchschnittlichen Positionen und dann absteigend nach der Anzahl in den Top50-Ergebnissen. Das Ganze sieht dann in etwas so aus:

Dabei sind natürlich die üblichen Verdächtigen wie SEO-United, Abakus, Suchmaschinentricks (Happy Birthday übrigens noch einmal von dieser Stelle) und Sistrix. Dazu kommt Geralds SEO-Projekt sowie die Seiten kruegers.net und www.seoberatung.net. Wie bei jeder Auswertung darf natürlich auch Wikipedia nicht fehlen und auch Google ist vertreten. Anzumerken bleibt an dieser Stelle jedoch, dass die Auswertung natürlich nur wenig repräsentativ ist, da ich mich auf die zehn bereits genannten Keywords beschränkt habe.

Step 7: Bedarf ermitteln

Nun kennen wir den Wettbewerb in unserem Keywordcluster und können genau ermitteln wie man positioniert ist und welche Link- bzw. Domainpopularität aufzuholen ist. Jetzt können auch endlich wieder meine beiden Lieblingstools zum Einsatz kommen 😉

Fazit

Ich hoffe ich konnte euch damit eine von sicherlich mehreren Möglichkeiten aufzeigen, wie man an die Sache herangehen kann. Ich habe lange überlegt ob ich diese Herangehensweise offen legen soll, habe mich aber hinsichtlich der von vielen Stellen geforderten Transparenz im SEO-Bereich ganz klar dafür entschieden. Meiner Meinung nach gehört eine umfangreiche Keyword- und Wettbewerbsanalyse zu den elementaren Bestandteilen des Pricings im SEO-Bereich und man muss ja schließlich auch wissen, welchen Aufwand man zu betreiben hat um oben mitzumischen. Sollte es mit der 399€-Flatrate also doch hinkommen hat die nette Dame am Telefon bereits gute Vorarbeit geleistet und ich hätte mir das Ganze sparen können, aber man weiß ja nie 😉

Geschäftsführer, Inbound Marketing-Freak und King of Tablesoccer – Blogger @rankingCHECK – Privates gibt es hier in meinem Travel- und Foodblog

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20 Kommentare

Florian schrieb am 4. April, 2010 @ 19:53

Sehr schön erklärter Beitrag. Werde ich nachher gleich mal weiterempfehlen. 😉

Michael schrieb am 4. April, 2010 @ 22:12

Eine kleine Frage:
„dort hinüber und entfernt sämtliche Duplikate“ Das machst du händisch, oder gibt es dafür auch einen Excel-Trick?

Dominik schrieb am 5. April, 2010 @ 0:47

Hallo Michael, ja die gibt es:

MS Office 2007 Excel: Daten > Duplikate entfernen

Wir gehen bei der Keywordwettbewerbsanalyse ähnlich vor. Gerade wenn von dem Kunden konkrete Rankings angestrebt werden, ist eine derartige Auswertung vor Preisfestlegung und Angebotserstellung unumgänglich.

seoingenieur schrieb am 6. April, 2010 @ 7:23

Ich denke auch, dass der Schritt, deine Dienstleistung transparent darzustellen, unumgänglich ist.
vg

Dennis schrieb am 6. April, 2010 @ 9:45

Idealerweise hat man bereits einen Kunden, der SEO (zumindest im Ansatz) versteht und das entsprechende Vertrauen und Budget bereitstellt.

Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit kann sehr anstrengend sein und führt ggf. nicht zur beidseitigen Freude und Erfolg.

Marcel Becker schrieb am 6. April, 2010 @ 9:53

Hi Dennis,
da teile ich natürlich deine Ansicht voll und ganz. In der Realität sieht das Ganze aber anders aus, man kann ja von den Kunden auch nicht unbedingt erwarten, dass sie schon alles über SEO wissen. Wen das nämlich so wäre würde es für die bekannten SEO-Vertriebsarmeen nämlich um einiges schwieriger sein Kunden zu bekommen.

Sebastian schrieb am 6. April, 2010 @ 12:23

Danke für diesen aufschlussreichen Beitrag und Deine Offenheit bezüglich Deiner Methodik. Ich bin mir sicher, dass man mit dieser Form der Transparenz langfristig erfolgreicher ist, als mit der Andeutung alchimistischer Praktiken.

Was Advanced Webranking anbelangt, so ist das Tool so dermaßen mächtig und bietet so unglaublich viele Möglichkeiten, dass es mich bisweilen nicht wundert, warum so in letzter Zeit so wenig im Web darüber geschrieben wird [übrigens: Der Link im Beitrag funktioniert nicht]. Mit ein paar guten Ideen und ein wenig MySQL baut man sich damit ruckzuck seinen eigenen, branchenspezifischen Sichtbarkeitsindex zusammen, der von der Genauigkeit und Relevanz her durch kein Tool auf der Welt zu überbieten ist!

Gruß,
Sebastian

Marcel Becker schrieb am 6. April, 2010 @ 14:15

@Sebastian: Thx, hab den Link gefixed 😉

Michael schrieb am 14. April, 2010 @ 20:43

@Dominik: Wieder was gelernt. Danke.

Wenn man dann noch die Prioritäten der Keywords in AWR sowieso drin hat, dann könnte man auch noch den Siterang berechnen. Vielleicht sollte man den Jungs von AWR mal Bescheid geben, damit die so einen Bericht standardmäßig drin haben.

Michael schrieb am 27. April, 2010 @ 19:38

Ich bin’s nochmal. Nur für diejenigen, die AWR nutzen. Es gibt jetzt einen „Knopf“ mit dem AWR die Mitbewerber anhand der Sichtbarkeiszahl berechnet.

Sascha Beele schrieb am 11. Mai, 2010 @ 10:58

Das Tool vom AWR funktioniert aber nicht zu 100% korrekt.

Daniel schrieb am 3. Oktober, 2012 @ 13:28

Suppeeerr genau das was ich gesucht hatte. Vielen Dank jetzt kann ich weiter arbeiten 🙂

SEO Marianne schrieb am 9. Januar, 2013 @ 16:11

Hallo in die Runde.

Artikel gefällt mir sehr gut. Hinsichtlich Wettbewerbsanalyse könnte man noch Advanced Web Ranking mit aufführen. Das Tool stellt relativ gut die eigenen Websites bzgl. aller SEO-Faktoren gegenüber zu den Haupt-Konkurrenten, die automatisch ermittelt werden.

Alternativ kann man natürlich auch die 399-Euro-Frau konsultieren 😉

Gruß
Maria

Lothar schrieb am 5. Januar, 2014 @ 14:39

Sehr schöner Artikel, und vor allem hilfreich für alle Webmaster, die ihre SEO lieber selber betreiben, als 399,00 € im Monat ausgeben wollen.
Ein elementarer Baustein dazu ist zweifelsohne die genaue Analyse des Wettbewerbs, um zu erfahren, ob es wirklich etwas bringt, auf ein bestimmtes Keyword zu optimieren. Wenn es wirklich die richtige Zielgruppe auf die eigene Website bringt, würde sich in diesem Fall sogar ein etwas größerer Zeiteinsatz lohnen.

Torsten schrieb am 14. Mai, 2014 @ 13:08

Knapp 400 Euro im Monat, ja na klar, am besten als Fünfjahresvertrag und ohne Positionierungs-Garantie. Kalt akquirierende Unternehmen sind sowieso schon mal verdächtig. Manchmal bekommt man auch Spam-Mails, und immer liest man dieselben Sprüche: in Nullkommanichts bei Google auf Platz 1 für einen läppischen Geldbetrag (einmalig 250 Euro oder so was). Genauso lächerlich.

Aber zum Beitrag:

a) Die oben beschriebene Software ist tatsächlich sehr leistungsfähig, allerdings muss man sich recht intensiv damit auseinander setzen, um sie sinnvoll nutzen zu können. Also nicht unbedingt was für absolute Neulinge.

b) Transparenz finde ich auch wichtig. Geheimniskrämerei mag ich selber nicht, also mute ich sie auch nicht meinen Kunden zu. Wenn man sich seiner Fähigkeiten sicher ist und den Kunden ein Gefühl der Risikolosigkeit geben möchte, gibt man die Garantie, dass erst und nur dann bezahlt werden muss, wenn die vereinbarten Ziele innerhalb der vereinbarten Zeit erreicht wurden. Einen monatlichen Wartungsvertrag, um die erreichten Positionierungen zu halten und weiter auszubauen, kann man danach immer noch anbieten bzw. mit dem Kunden vereinbaren.

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