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SEO Sunday – Mobile Templates für den schnellen Einstieg

Jeder will ins mobile Web! Ok, ok.. ich versuch die Euphorie ein wenig herunterzuschrauben. Nichts desto trotz bringt uns die Theorie um Potentiale, Statistiken und technische Möglichkeiten herzlichst wenig, solange die praktische Umsetzung ausbleibt. Was bedeutet eine mobile Internetseite eigentlich? Wer ist in der Lage soetwas zu erstellen, vor allem aber: wie aufwendig ist die Umsetzung und welche Kenntnisse brauche ich? Ein Hexenwerk steckt hier weiß Gott nicht dahinter, nichts desto trotz ist aber auch das simple Umlegen eines Schalters nicht immer zu realisieren. Ich habe mich also hingesetzt und eine Auswahl an mobilen Templates zusammengestellt, mit denen sich Abhängig von Aufwand, Komplexität und Kompetenz der Einstieg ins mobile Web relativ einfach gestaltet. Wie sinnvoll diese im einzelnen sind, soll der folgende Text erläutern. Als Einstiegslektüre empfehle ich zudem folgenden Artikel über die Wahl einer Mobile Support Strategie.

 

Hier sprechen wir wirklich kaum über mobile SEOZapd ist als CMS in etwa so weit anpassbar, wie Nowitzki etwas vom pitchen versteht. Auch wenn der Vergleich etwas hinkt (auf die Schnelle ist mir nichts Besseres eingefallen) muss wirklich angemerkt werden, dass Zapd eine einfache und schnelle aber kaum umfangreiche Lösung darstellt, mit wenigen Schritten eine eigene mobile Website „aufzuziehen“.Das ganze schimpft sich von Firmenseite als „Create Beautiful Websites in 60 seconds“, und genau das –jedoch keinen Deut mehr– macht es auch.

Dabei stehen eine Reihe vordefinierter Themes zur Verfügung, die allesamt auch recht nett daherkommen.Vielmehr als der Title Tag ist dann aber auch schon nicht editierbar. Die Seiten selbst werden auf einer Subdomain von Zapd gehostet und können individuell angepasst werden. Wer also auf ein rasches, mobiles Profil aus ist oder ganz einfach mal den mobilen Sektor austesten möchte, dem sei Zapd wärmstens ans Herz gelegt. Für ein seriöses, ernst zu nehmendes Firmenprofil oder gar halbwegs sinnvolle SEO Aspekte sind schleunigst die Finger davon zu lassen. Ein ähnliches Tool für das stationäre Web hat Nico übrigens einmal entwickelt. Auch hier steht der schnelle Aufbau einer Mini-Seite im Vordergrund.

 

Ein ähnliches, Layout generierendes CMS ist das wenig beachtete Google Sites. Wie bei Zapd lässt sich mit wenigen Klicks eine profane Website zusammenschustern, die gegenüber Zapd jedoch mit ein wenig Arbeit deutlich ausbaufähiger ist. Nicht nur sind hier sämtliche Content-Bereiche individuell anpassbar, auch lässt sich das Layout sowie jegliche Themes nach Belieben verändern. Darüber hinaus bietet Goolge standardmäßig die Einbindung der Hausmittelchen Analytics und Webmaster Tools  an. Und worum ging’s hier noch gleich: Seit neuestem ist die einfache Auslieferung einer mobil angepassten Version der eigenen Site möglich.

Technisch ist die Realisierung unter anderem durch den viewport meta Tag gelöst, stellt also mehr ein simples Tweak, denn eine dedizierte mobile Webseite dar.

 

Wie man einen Blog bei Blogger in 3 Minuten einrichtet (oder waren’s doch 5?) hat Marcel vor einiger Zeit sehr schön in einem Screencast festgehalten, weshalb ich mir das an dieser Stelle jetzt spare:

Doch analog zum CMS von Sites, scheint Google hier konsequent auf den mobilen Zug aufgesprungen zu sein, und spendiert auch Blogger ein mobiles Temmplate. Über das Dashboard, in den Settings für Email & Mobile ist dieses aktivierbar. Kleiner Wermutstropfen: Das Template produziert den Parameter „?m=1“ in der URL. Mit der URL Struktur mobiler Webseiten hab ich mich gesondert schon einmal auseinandergesetzt.

 

Der Einsatz von WPtouch erfordert gegenüber den bisherigen Lösungen zumindest einmal ein grundlegendes Setup im WordPress Backend. Als Plugin ist mir das Teil aber immer wieder eine Empfehlung wert, zumal kaum eine der vorherigen Herangehensweisen so umfangreich anpassbar ist. Das liegt zum einen an den hervorragenden Möglichkeiten von WordPress selbst, zum anderen aber auch an den Optionen die das Plugin bietet und die einmal über das simple aktivieren eines Schalters hinaus gehen. Von der Anpassung der Keywordträger, über die Definition von zusätzlichen User Agents bis hin zur Einbindung von Adsense Anzeigen lässt sich die mobile Webseite somit autonom von der Desktop Variante behandeln. Darüber hinaus scheint der Googlebot-Mobile die Seite korrekt als mobilen Content zu identifizieren, was sich in den Webmaster Tools testen lässt. Und auch die URL Struktur wird durch WPtouch auf mobilen user Agents unverändert dargestellt. Wer sich das ganze einmal angucken möchte, braucht unseren Blog hier übrigens nur einmal auf einem Smartphone anzusurfen, wir setzen WPtouch für genau diesen Zweck ein.

 

Die von Apple’s Software Develpment Kit angebotene Entwicklungsumgebung Dashcode diente ursprünglich der Erstellung so genannter Widgets für das Systeminterne Dashboard. Auf HTML, Javascript und CSS aufbauend, hat Apple hier schnell die Kurve gekriegt und ist von der rasch ausgestorbenen Begeisterung  für die kleinen Helferlein auf die Erstellung mobiler Webapps umgesiedelt. Durch das zugrunde liegende Javascript und CSS Framework lässt sich mithilfe des grafischen Editors, sowie dem Simulator eine an die Funktionen nativer Anwendungen angelehnte Webseite erstellen. Als Voraussetzung bleibt eine zumindest grundlegende Kenntnis in den gängigen Webtechnologien –trotz der durchaus intuitiven Usability– aber kaum aus.

Wer aufgepasst hat wird also merken, dass wir hier den Bereich Layout-generierender Content Management Systeme verlassen und in das Feld selbst gehosteter Architekturen einsteigen. So werden die grundlegenden Features durch die verankerten Bibliotheken zwar vorgegeben, müssen aber manuell eingebunden werden. Wer im Übrigen jetzt hellhörig geworden ist, dem kann ich folgende Videotutorials von Jesse Feiler aus eigener Erfahrung wärmstens ans Herz legen: Developing iPhone Web Apps.

 

Die Frameworks jQTouch und iUI basieren auf vordefinierten CSS Stilen und JavaScript Bibliotheken. Die zugrunde liegenden Technologien entsprechen im Prinzip Analog der Vorgehensweise von Dashcode. Der einzige Unterschied liegt hier in der Nähe zum Code. Während Dashcode eine wirklich komfortable  und mächtige, grafische Entwicklungsumgebung bietet, stellen jQTouch und iUI reine Open-Source Frameworks dar, die einzig über die manuelle Einbindung und Editierung des Quellcodes in ein eigenständiges Projekt zu überführen sind. Wer sich in der Umgebung der entsprechenden Technologien also nicht zuhause fühlt, wird hier wenig Freude haben. Eine gute Anlaufstelle dementgegen ist meiner Meinung nach das als eBook erhältliche Werk Building iPhone Apps with HTML, CSS, and JavaScript von Jonathan Stark. Interessant ist in dem Zusammenhang auch das Zusammenspiel mit Typo3.

Als kleine Hintergrundinformation noch folgendes: Die Frameworks jQTouch und iUI sowie die Entwicklungsumgebung Dashcode stammen weitestgehend aus der Zeit, als die native App noch kaum jenes Stück Kuchen an Relevanz auf dem mobilen Markt ausmachte, wie es heute der Fall ist. Eine native App webbasiert zu realisieren sind letztendlich also ihre Motivation gewesen, weshalb der Begriff „Webapp“ zur damaligen Zeit auch aufkam. Heute lässt sich das eigentlich alles unter dem Sammelbegriff „mobile Webseite“ fassen, wenngleich einige relevante Unterschiede existieren, die hier aber den Rahmen sprengen würden. Als kurze Anmerkung vielleicht noch: eine Art Hybrid-Lösung realisiert Adobe heute mit Ihrer Entwicklungsumgebung Adobe Air. Zwar steht hier die Entwicklung nativer Anwendungen im Vordergrund, das Ganze ist jedoch über webbasierte Technologien realisiert.

 

Was bleibt? Alles zu Fuß von Grund auf selbst entwickeln. Wer auf eine konsequente, professionelle und nach eigenen Bedürfnissen angepasste Variante aus ist, sollte im Hinterkopf behalten, dass es sich bei der Auswahl hier ausschließlich um vorgefertigte Templates handelt. Und da wir uns ja hier im SEO Sunday befinden muss auch erwähnt werden, dass die korreckte Indizierung von Google nicht konsequent gewährleistet werden kann: Wird der Googlebot-Mobile korrekt angesprochen? Gelangen die mobilen URLs durchgehend in den richtigen Index? Ist die zusätzliche Einbindung einer mobile Sitemap notwendig? Das sind nur einige wenige Aspekte, die prinzipiell gegen die Verwendung solcher vorgefertigter Templates sprechen.

Jasper Thibaut ist SEO Manager bei rankingCHECK und mobile SEO Spezialist. Beruflich wie auch privat setzt er sich verstärkt mit dem mobilen Web und Disziplinen des mobile Marketings auseinander. jasper-thibaut.de

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