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SEO Sunday: Mobile SEO Best Practices [inkl. Checkliste]

Im Anschluss an meinen letzten Mobile SEO Blogpost über Mobile Templates ist mir relativ zeitnah die Idee gekommen, das Ganze noch einmal von hinten aufzurollen und eine Hand voll Kernaspekte aufzuführen, die gerade in der On- und OffPage Umsetzung, aber auch der Tracking-Phase einer mobilen Support-Strategie eine nicht zu unterschätzende, tragende Rolle spielen. Um das Ganze auch mit ein bisschen Mehr- und Praxiswert anzureichern, gibt’s im Anschluss mal wieder eine Checkliste, für die eigene Umsetzung. Denn auch wenn häufig die Devise zu lesen ist, die mobile On- und OffPage Optimierung verlaufe äquivalent zur stationären, bestehen doch einige gravierende Unterschiede, auf die ich im Folgenden einmal eingehen möchte.

Mobiler Traffic?

Wer der Idee nachgeht den mobilen Sektor für seine Online-Präsenz abzugreifen, sollte sich zunächst einmal dem Potential bewusst sein (oder eben auch nicht). Selbstverständlich können wir hier von globalen Verbreitungen und steigenden mobilen Suchanfragen sprechen, aber wie sieht das ganze überhaupt in Bezug auf die eigene Website aus? Wie hoch ist der Anteil mobilen Traffics gegenüber stationärem? Viel wichtiger aber: wie hoch ist die Bounce Rate von mobilen Usern, die möglicherweise durch eine mangelhafte Usability abgeschreckt werden und schnell wieder abspringen!? Das sind zwei ganz entscheidende Faktoren für den initialen Entscheidungsprozess für oder gegen eine mobile Support Strategie.

 

Welches Endgerät?

Auch wenn jeder halbwegs Technik-Affine irgendwie mitbekommen haben sollte, dass zumindest im deutschsprachigen Raum Apples iOS sowie Googles Android die beiden meistgenutzten mobilen Betriebssysteme sind, schadet eine Analyse des Traffics auf der eigenen Seite nach diesen Aspekten sicher nicht. Sinnvoll ist dieser Punkt unter anderem für die spätere Berücksichtigung der unterschiedlichen User Agents.

 

Short-Head Keywords?

Die Keywordanalyse steht am Anfang einer jeden fundierten SEO Optimierung. Und dies sollte im mobilen Bereich nicht anders sein. Wie wir später sehen werden, kann auf der mobilen Seite größtenteils der gleiche Content wie auf der stationären Seite vorliegen. Nichts desto trotz schadet es kaum, bei der initialen Wahl der Keywords, abhängig vom Anteil des mobilen Traffics, auch auf den mobilen Sektor schon Rücksicht zu nehmen.  Und gerade dabei wird auffallen, dass der Short-Head Bereich anteilmäßig stärker abgegriffen wird als im stationären Bereich. Hier hilft Googles Adwords Tool beispielsweise mit dem Feature „Mobiltelefone mit vollwertigem Internetbrowser“.

 

Ranking und Local Search

Zwei weitere Aspekte zielen darauf ab, das Potential und die Einschränkungen mobiler Endgeräte besser abzufangen. Vor allem aufgrund geringerer Displaygrößen sind die oberen 3-4 Rankingplätze in den mobilen SERPs noch wertvoller als im stationären Bereich. Dazu kommt noch, dass die SERPs auf unterschiedlichen Endgeräten gegebenenfalls differieren können. Darüber hinaus ist die Optimierung auf Google Places ein Faktor, der gerade dem mobilen User zunutze kommt. Auch diese Punkte sollten bei der initialen Analyse schon mit berücksichtigt werden.

 

Mobile friendly oder Mobile-dedicated?

Entsprechend der Analyse-Ergebnisse sollte sich jetzt ein relativ klares Bild davon abgezeichnet haben, in welchem Umfang die mobile Seite umgesetzt werden muss. Reicht hier lediglich ein simpler Tweak, der den Webseitencontent einem kleineren Display tauglich anpasst? Oder ist gar eine dedizierte mobile Seite, die möglicherweise sogar die technischen Gegebenheiten mobiler Endgeräte anspricht die Lösung? Das variiert einerseits je nach unterschiedlichen Endnutzern (Feature Phone vs. Smartphone), immer aber auch stark themenrelevant.

 

Usabillity, Layout und Performance

Auf die technische Umsetzung selbst werde ich hier weniger eingehen, da das ein Komplex für sich ist. Die drei wichtigsten Aspekte einer mobil-tauglichen Webseite dürften –grob über den Kamm geschert– aber Usability, Layout und Performance sein. Auf den Einsatz von Flash ist darüber hinaus nicht nur aus SEO Aspekten, sondern auch aufgrund der Inkompatibilität zu Apples iOS dringend zu verzichten. Wer hier tiefer in die Materie einsteigen möchte, kann sich mal in den Mobile Web Best Practices vom W3C umschauen, wenngleich einige Punkte schon relativ viel Staub angezogen haben dürften.

 

Mobile URL

Die wohl am kritischsten und häufigsten hinterfragte Methode ist die Wahl der mobilen URL. Das Thema mobile Subdomain vs. Standarddomain scheint eigentlich keine ultimative Antwort zu kennen, ein Trend entwickelt sich jedoch langsam zur Standarddomain. Meiner Ansicht nach macht das nach wie vor am meisten Sinn. Wer für die stationäre und mobile Seite eine einheitliche URL Struktur nutzt, beugt nicht nur der Gefahr von duplicate Content vor (ja ich weiß, auch hierfür gibt’s Lösungen), sondern konsolidiert gleichzeitig auch die Power seiner einzelnen Unterseiten.

Wer sich für eine zweite, dedizierte Subdomain entscheidet, muss sich mit Weiterleitungen und Canonical Tags rumschlagen und tappt nicht selten in die Falle einer globalen Startseiten-Weiterleitung.  Usibility- und Linkjuice-technisch ein Albtraum!

 

Mobile Sitemap

Eine mobile Sitemap sollte in jedem Fall eingereicht werden. Dies hilft nicht nur der Gefahr von drohendem duplicate Content vorzubeugen, sondern verhilft den mobilen URLs auch in den richtigen Index. Wichtig ist hierbei, dass die mobile Sitemap nur URLs enthalten darf, die auch die mobile Seite betreffen. Wer sich für eine einheitliche URL-Struktur entschieden hat (s.o.) kann diese natürlich in die mobile Sitemap einspeisen.

 

Der Googlebot-Mobile

Der Googlebot-Mobile selbst gibt sich als User Agent aus und crawlt die mobilen URLs sozusagen in den mobilen Index. Daher sollte sichergestellt werden, dass dieser nicht etwa durch die robots.txt ausgeschlossen wird. Google selbst rät in diesem Punkt dazu, zu überprüfen, ob der User-Agent-Header den String „Googlebot-Mobile“ lediglich enthält, da sich der genaue User Agent jederzeit ändern könne.

 

Device-wide access

Auf der anderen Seite ist es relevant, dass der Content der mobil-Seite nicht ausschließlich über mobile Endgeräte abrufbar ist. Würde dies vorliegen, könnte Google die Vorgehensweise als Cloaking einstufen, da dem Googlebot so möglicherweise Content dargeboten würde, den der User nicht sieht.

 

Googlebot-Mobile vs. Googlebot

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass auf mobil- und desktop Seite der gleiche Content vorliegen kann. Viel wichtiger ist aber: sowohl der Googlebot, als auch der Googlebot-Mobile dürfen nur jenen Content serviert bekommen, den auch der jeweilige User sieht. Ob es sich hierbei prinzipiell um den gleichen Content handelt ist letztendlich egal. Unter Umständen könnte es sogar ratsam sein, der Mobil Seite spezifischen Content oder Features darzubieten, die nur in mobilen Situationen wirklich Sinn machen. Eine zusätzliche Einbindung geosensitiver Funktionen wäre beispielsweise eine sinnvolle Erweiterung.

 

Fundamentale SEO Praktiken

Natürlich zählen unterm Strich auch fundamentale SEO Praktiken wie Title Tag Optimierung, Content Auszeichnung, Meta Descriptions usw. Wer die Realisierung über ein angepasstes CSS via User Agent angeht, muss sich um viele Kernaspekte theoretisch keine Sorgen machen, und profitiert von einer zentralen Datenhaltung. Nichts desto trotz sollte im Vorfeld berücksichtigt werden, das gerade Title Tags und Meta Descriptions auf kleineren Displays möglicherweise nicht vollständig dargestellt werden. Das kann in den SERPs im schlimmsten Fall einen negativen Einfluss auf die CTR haben.

 

Fazit

Da fasse ich mich heute mal kurz: Wer eine mobile Seite umsetzen möchte sollte sich zunächst einmal seine Trafficzahlen anschuen. Wie ausgeprägt ist das Potential und wenn ja, in welchem Umfang ist die Umsetzung zu realisieren? Darüber hinaus muss dann eine ganze Reihe an Aspekten berücksichtigt werden, die vor allem im Zusammenspiel mit der dazugehörigen stationären Website harmonieren sollten. Wer einen Leitfaden für die eigene Umsetzung benötigt, kann sich im Anschluss unsere Ceckliste einmal herunterladen.

 

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Jasper Thibaut ist Head of SEO bei rankingCHECK und mobile SEO Spezialist. Beruflich wie auch privat setzt er sich verstärkt mit dem mobilen Web und Disziplinen des mobile Marketings auseinander. Mehr von ihm gibt es auf jasper-thibaut.de

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