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SEO Sunday – gröbere WordPress Fehler vermeiden

Dass WordPress eine komfortable und gleichzeitig mächtige Lösungen ist, schnell und einfach oder aber umfangreich und tiefgehend die eigene Website/Weblog aufzusetzen, dürfte kein Geheimnis sein. Wir haben uns nicht ohne Grund als Fans ausgewiesen und mit dem einen oder anderen Artikel bereits diverse SEO relevante Optimierungstipps  aufgeführt und näher erläutert. Heute möchte ich den Spieß einmal umdrehen und auf einige No Go’s eingehen, die beim Aufsetzen und Konfigurieren des eigenen WordPress-Blogs nicht ganz unerheblich sind. Das Ganze natürlich wie immer durch die SEO-Brille betrachtet 😉

Wer schon öfters WordPress zu Fuß aufgesetzt hat und sich durch die einzelnen Konfigurationsmöglichkeiten des Backends gearbeitet hat, dem werden die meisten der folgenden Punkte sicher nicht neu sein. Wer darüber hinaus erste Erfahrungen sammelt und beim grundlegenden Setup vor gröberen Fehlern bewahrt werden will, für den empfiehlt sich explizit das Weiterlesen…

 

Suchmaschinen aussperren

Eine der grundlegendsten und eigentlich selbstverständlichsten Voraussetzungen kann durch einen simplen, falsch gesetzten Radio-Button verhindert werden. Wer beim Aufsetzen von WordPress versehentlich (oder aus reiner Neugier) den falschen Klick setzt, sperrt mal eben seine komplette Seite für den Suchmaschinen-Index aus. In aller Regel tritt das Problem bei unangetasteter Standardkonfiguration nicht auf, wer sich dennoch wundert, warum seine Inhalte über Wochen nicht indexiert werden, sollte im Backend mal einen Blick auf den Punkt Einstellungen > Privatsphäre > Sichtbarkeit des Blogs werfen.

 

Kryptische Permalinks erzeugen

Die Permalinks sind das Gelbe vom Ei wenn es um sprechende URLs geht. Die WordPress Standard-Konfiguration setzt leider noch immer ein Format um, bei dem die URL über die Seiten oder Artikel ID aufgebaut wird. Dabei entsteht nicht nur eine kryptische URL  sondern auch der unschöne Parameter ?p=xxx innerhalb der URL. Besser geht es über die Benutzerdefinierte Struktur /%postname% mittels der der Post-Title über korrekte Trennzeichen in eine sprechende URL gewandelt wird. Wer darüber hinaus noch Umlaute korrekt darstellen möchte, installiert sich das Plugin German Slugs.

 

Post Title nicht im Title Tag

Das Format des Title Tags ist ebenfalls ein wichtiger Faktor bei der OnPage Konfiguration der eigenen WordPress Website. In aller Regel und optimaler Weise sollte der Title Tag wie folgt aufgebaut sein:

[Keywordträger] | [Brand/Seitenname]

…und nicht mehr als maximal 70 Zeichen lang sein. Realisieren lässt sich das über das folgende Post Title Format, beispielsweise über das Plugin All in One SEO Pack:

%post_title% | %blog_title%

Ein weitestgehend unvorteilhafter Title Tag würde sich etwa über eine primäre Stellung von irrelevanten Meta-Attributen oder auch der Brand entwickeln. Wer bei der Wahl seines Templates (Themes) also nicht aufpasst, kann hier von der Schwächung des wichtigsten Keywordträgers betroffen sein.

 

Blog-Title als Haupt-Überschrift

Dass Überschriften wichtige Keyword-Träger sind, ist kein Geheimnis. Einen schönen Artikel zur Text-Struktur hat Jakob einmal geschrieben, in dem auch deutlich wird, dass die h1 Überschrift der wichtigste Keywordträger unter den Überschriften ist. Daran ändert prinzipiell auch WordPress nichts, wer jedoch die Augen bei der Template-Wahl nicht aufmacht, der kann auch hier von falsch ausgezeichnetem Content betroffen sein. Also unbedingt darauf achten, dass das Theme den Post-Title immer in <h1> auszeichnet und nicht etwa den Blog-Title. Letzterer sollte lediglich auf der Startseite als <h1> ausgezeichnet sein. Zur Not selbst Hand im Code anlegen:

<?php if (is_home()){ ?> …

 

Kommentarspam zulassen

Wer sich vor den – früher oder später nicht ausbleibenden – Fluten an Kommentarspam schützen möchte, sollte tunlichst darauf achten, die Freigabe restriktiv zu gestalten. Fahrlässig den Haken unter dem Punkt „jeder Kommentar muss von einem Administrator überprüft werden“ zu entfernen, ist zu Beginn nie empfehlenswert, sofern die eigene Website nicht als Linkschleuder verkommen soll. Wer früher oder später mit einem zu hohen Aufkommen an eingehenden Kommentaren zu kämpfen bekommt, kann noch immer kleinere Abstufungen in der Freigabe-Restriktion vornehmen. Zu Beginn rate ich jedoch dazu die Administration komplett in der Hand zu behalten.

 

DC über Tags/Categorys/Archive produzieren

Mit der schönen Funktion, den eigenen Content über Tag-Archive, Kategorie-Archive und Monats-Archive zu strukturieren, schafft WordPress jedoch gleichzeitig eine potentielle Gefahr für eine riesige Menge an duplicate Content. Auch wenn der Permalink eines jeden Artikels mittlerweile über ein gesamtes Repository konsistent bleibt, so schaffen ganze Content-Archive allein über die Masse an angeteasertem Text theoretisch Duplicate Content. Wer es vermeiden möchte, dass diese Seiten in den Index gelangen, dennoch aber von Google gefolgt werden, für den empfiehlt sich die Verwendung des noindex Attributs für Tag-, Kategorie- und Monats-Archive.

Wer alternativ die potentielle Linkkraft dieser Archivseiten gezielt lenken möchte, erstellt eine Kategorie/Tag Beschreibung, zu der Nico in seinem letzten Artikel rät.

 

Falsche Seiten über Sitemap Generator indexieren

XML Sitemaps sind für die vollumfängliche Indexierung von Seiteninhalten noch immer das Mittel zum Zweck. Es gibt mittlerweile zahlreiche Plugins, die einen komfortablen Generator implementieren und neue Artikel oder Seiten automatisch an Google weiterleiten. Nichts desto trotz kann es nicht schaden, einmal einen gezielteren Blick auf seine interne Seitenstruktur- und Inhalte zur richten und ggf. diverse Unterseiten erst gar nicht zur Indexierung freizugeben. Denn wer eine Standard XML Sitemap generiert, überliefert erst einmal seinen kompletten Rattenschwanz an Unterseiten und Content an Google. Unter Umständen ist das aber nicht zu 100% gewollt. Missverständlich wird es für Google mitunter auch dann, wenn diverse Unterseiten gezielt über ein Noindex Tag vor dem Crawler ausgesperrt werden, durch eine vollumfängliche XML Sitemap dann aber wieder an Google übermittelt werden. In jedem Fall empfiehlt sich hier der nachsichtige Umgang mit automatisch generierenden Sitemap-Plugins.

 

Fehlende interne Verlinkung

Wer aus optischen Gründen auf diverse Widgets seines Themes verzichten möchte (Standard), der zerschießt sich unter Umständen eine gut indizierbare Seitenstruktur. Wenn nach der Startseitennavigation über Unterseiten kein Zugriff mehr auf weitere Webseiteninhalte existiert (Footer/Sidebar etc.) so besteht eine mangelhafte interne Verlinkung. Im Idealfall sollte eine – von der Startseite aus erreichbare – HTML Sitemap hinterlegt sein, jeder Artikel über interne Links verfügen und wenigstens ein minimaler Sidewide-Content vorhanden sein, der auf weitere Webseiteninhalte verweist.

 

Sidewide Links in der Blogroll

Wer Freunde, Bekannte, Kollegen oder Partner gerne über einen Backlink erwähnen möchte, kann das tun. Wie wir alle wissen gibt es nichts Schlimmeres als Linkgeiz 😉 Aus Rücksicht auf die verlinkte Website ist der Weg über die Standard-Blogroll von WordPress mittlerweile aber weitestgehend suboptimal. So werden über das Sidebar-Widget massenweise Sidewide-Links generiert, die sich im schlimmsten Fall negativ auf die Reputation der verlinkten Webseiten auswirken können. Besser ist hier eine einzigartige, dedizierte Unterseite oder gleich ein Startseitenlink 😉

 

Admin Bereich für Suchmaschinen öffnen

Ich halte die Integration eines Links oder gar kompletten Widgets zum Admin-Bereich der WordPress Seite grundsätzlich für unschön. Wer jedoch nicht darauf verzichten kann, sollte sich darum bemühen, den Linkjuice davon fern zu halten und die Verlinkung zum Login Bereich auf nofollow zu setzen.  Gleiches gilt für den Verweis zum RSS Feed. In der robots.txt sollte der Crawler ausserdem für den entsprechenden Bereich ausgeperrt werden:
Disallow: /wp-admin/

 

Dateiberechtigungen öffnen

Dieses Problem hat nicht grundsätzlich etwas mit WordPress zutun, kann durch die Angaben im WP Backend aber schnell provoziert werden. Wer beispielsweise die Permalinks ändern möchte (s.o.) bekommmt schnell die Warnung, dass die .htaccess Datei nicht beschreibbar ist. Hier hilft entweder das setzen der Rechte über den FTP Zugang auf 777 (Schreiben, Lesen, Ausführen), oder das manuelle Editieren des entsprechenden Files. Wer kein Sicherheitsrisiko eingehen möchte (und hierzu rate ich), belässt die Rechte für sensible Dateien auf 644 oder 755 und editiert diese auf dem Server. Gerade WordPress Blogs sind immer mal wieder ein beliebtes Ziel für Angreifer. Da hierdurch jedoch einige Funktionen von WordPress eingeschränkt werden können, empfiehlt sich das strukturierte Handhaben von Dateirechten: Changing File Permissions

 

Statische Meta Description

Die Meta-Description als indirekter Ranking-Faktor sollte keinesfalls statisch für jede einzelne Unterseite vorliegen. In der Regel setzt WordPress dies auch nicht um, wer jedoch wieder einmal bei der Auswahl des Themes ein unglückliches Händchen besaß, kann u.U. auch mit diversen Plugins keine variierenden Description rausholen. Hier also auch unbedingt aufpassen und drauf achten, dass kein Theme verwendet wird, welches eine individuelle Description für jede Unterseite unterbindet.

 

Fazit:

Unterm Strich ist WordPress noch immer ein fantastisches CMS, welches in Sachen SEO Kompatibilität seines Gleichen sucht. Auch werden einige der beschriebenen Fälle in einer gesunden Standardkonfiguration erst einmal nicht beeinflusst. Wer jedoch ein bißchen herumspielen möchte, sollte die aufgeführten Hinweise beachten und sich damit zumindest schon einmal eine lupenreine Grundkonfiguration einrichten. Denn danach geht es ja eigentlich erst richtig los 😉

Jasper Thibaut ist Head of SEO bei rankingCHECK und mobile SEO Spezialist. Beruflich wie auch privat setzt er sich verstärkt mit dem mobilen Web und Disziplinen des mobile Marketings auseinander. Mehr von ihm gibt es auf jasper-thibaut.de

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15 Kommentare

Franz schrieb am 18. März, 2012 @ 14:23

Jakob schrieb in seinem Artikel dass das H1 tag nur einmal vorkommen sollte, sehe ich auch so. Aber ein Blick in euren Quelltext verrät mir was anderes 😉 Bei meinen Seiten nutze ich H1 generell Seitenweit für den Seitennamen/Brand und für die Artikel/Seiten H2 als Überschrift für das Thema.

Phillip schrieb am 18. März, 2012 @ 19:25

Moin Jasper, vielen dank für den Artikel. @Franz: Du hast Recht, in der Standard-Installation von WordPress sieht es meist so aus, dass die H1-Überschrift Seitenweit für den Seitennamen bzw. die Brand eingesetzt wird. Ich persönlich halte das für kein Problem mehr, Google kann mittlerweile damit gut umgehen, so dass keine Nachteile dadurch entstehen. Wir haben das schon auf mehreren Domains getestet und konnten keine relevanten Ranking-Vorteile feststellen.
BG aus Hamburg

Jasper Thibaut schrieb am 19. März, 2012 @ 11:52

@ Franz:

Ich würde grundsätzlich in jedem Fall dazu raten, den H1 Tag so zu verwenden, dass er für jede Unterseite den eindeutigen Inhalt auszeichnet. Und das geht über WordPress optimaler Weise über den Post-Title. Auch Jakob rät in seinem Artikel übrigens dazu („[…]und unbedingt über die gesamte Webpräsenz hinweg eindeutig, also unterschiedlich sein“).

Wie Google damit umgeht, wenn zusätzlich ein Blog-Title H1 im Sidewide Content vorliegt ist eine andere Frage, ich halte den H1 für die Artikelüberschrift jedoch für unverzichtbar!

EDIT: Ok, danke Philip. Ich schätze das auch so ein, dass ein zusätzlicher, seitenweiter H1 weniger bedenklich ist.

Jeff schrieb am 21. März, 2012 @ 11:28

Sehr schöne Zusammenstellung und ein Muss für Jeden, der einen Blog anfangen möchte.
Eine Sache die ich bisher noch nicht in den Griff bekommen habe ist die Spamflut, wenn man die Kommentare erlaubt hat. Auf der einen Seite würde man sich als Blogger über Feedback freuen, aber bei täglich viele Spam-Kommentare zu löschen nervt irgendwann. Vielleicht verwende ich auch das falsche Filter Plugin.

Micha schrieb am 29. März, 2012 @ 11:35

Die Optimierung mit WordPress ist an sich ein Kinderspiel. Große Programmierkenntnisse muss man da nicht besitzen. Die richtigen SEO Plugins nehmen einem schon richtig Arbeit ab (zb WordPress Seo von Yoast). Wichtiger ist zu Beginn eher die Theme-Wahl. Die falsche WordPress Theme kann sehr schnell frusten. Empfehlenswert ist die Thesis Theme von diythemes.com. Zu h1 – h6 braucht man nichts sagen, sollte ja bekannt sein. Eine h1 ist immer richtig. Für Interne Verlinkung kann ich das Plugin SEO Smart Links empfehlen. Ansonsten nette Aufzählung vieler wichtiger Sachen.

Mathias schrieb am 11. April, 2012 @ 12:31

Gut das es SEO Plug-Ins gibt. An sich eine umfangreiche Checkliste. Das schreit ja schon fast nach Infografik 🙂

daniel schrieb am 11. April, 2012 @ 12:44

sollte man wirklich den %blog_title% in den title mit einbauen? ich nutze es nicht! man hat schon nur 60 zeichen und die würde ich gerne anders nutzen.

zu DC durch Tag-Archive, Kategorie-Archive und Monats-Archive habe ich mir zur Zeit schon öfters die gedanken gemacht, ob ich es nicht lieber drinnen lassen soll?!? Google ist ja nicht blöd! Ich denke G versteht schon, dass es sich um WordPress handelt. Google will gegen Überoptimierung vorgehen und gerade dadurch sieht Google ja, ob ein einfacher Blogger das/den Blog betreibt oder ob ein SEO am Werk war. Bin mir selbst nicht sicher wie ich bei meinen momentanen Projekten das Thema behandeln sollte. Wie seht ihr das?

Anton schrieb am 13. April, 2012 @ 22:12

Schöner Artikel 🙂

WordPress an sich ist echt eine klasse Sache. Jedoch ist es vor allem für Anfänger nicht so einfach, sich da durch zu kämpfen. Da muss man schon ein wenig experimentieren, bevor das ganze auch so klappt, wie man es möchte. Aber nach einiger Zeit wird alles einfacher..

Jörg Wukonig schrieb am 22. Juli, 2012 @ 14:37

Danke für die kompakte Zusammenfassung zu der ich nur eines ergänzen will: Wenn man selbst WordPress frisch aufsetzt kommt man mit den hier geschilderten Tipps extrem weit. Es ist kein Geheimnis, das man mit einer frischen WordPress Installation, wenn sich halbwegs korrekt eingestellt ist gute Ergebnisse in Google erreichen kann. Anders sieht die Sache aber aus, wenn man als SEO ein WordPressprojekt übernehmen muß, bei dem die Vorgänger nicht genau gewußt haben, was sie da so tun. Dann muß man „zu Fuß“ durch die Worpress Installation gehen und einmal rausfinden, wieso welches Plugin installiert ist, welches Plugin mit welchem nicht kann und die gesamte Dateistruktur durchforsten. Es gibt ja immer noch Webdesigner die meinen ein sprechender Name für ein Bild sei ein Luxus bzw. Alt/Title Attribute nicht notwendig. In einer größeren WordPress Installation die Sünden der Vorgänger zu identifizieren macht nur bedingt Spaß. Hier hilft nur Erfahrungen und der Einsatz von Helferlein wie den Webmaster Tools, SEOMoz, Xenu etc. um eine verbogene WordPress Installation wieder hinzubiegen.

Meister Web schrieb am 17. September, 2012 @ 2:12

Vielen Dank für diesen Artikel!

Grüsse

Safferthal schrieb am 21. September, 2013 @ 17:00

Sehr schöne Übersicht der wichtigsten Nicht-Gehen für WordPress.

„Also unbedingt darauf achten, dass das Theme den Post-Title immer in auszeichnet und nicht etwa den Blog-Title.

Das Standard-Theme als ich WordPress installierte hatte das gemacht.

sebastian schrieb am 22. November, 2013 @ 3:24

Danke für den informativen Artikel!
Bin darauf gestoßen als ich eine Lösung für meine zweite H1 im Blog suchte.
Mein Widget zeichnet automatisch den Sidebar Inhalt als H1 aus. Würde das gern umgehen. Weiß jemand eine schnelle Lösung?

Marcel Gieron schrieb am 22. November, 2013 @ 9:42

Hallo Sebastian,

schau doch mal in der sidebar.php deines Templates nach. Dort solltest du dann das H1 finden.

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