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SEO Sunday – GoMo im Praxiseinsatz

Vor etwa zwei Wochen hat Google sein stetiges Bestreben im mobilen Markt weiter vorzupreschen und den Webseitenbetreiber zum Konvertieren zu bewegen, ein weiteres Stück ausgebaut und eine Initiative ins Netz gestellt, welche den schönen Namen GoMo trägt. Wer etwas weiter vorstößt, wird auch auf die erweiterte Bezeichnung eines Tools Namens GoMoMeter stossen (später mehr). Was es damit auf sich hat, und wie das ganze überhaupt funktioniert, soll im Folgenden ein kurzes Praxisbeispiel erläutern.

 

Keine Angst, ich möchte an dieser Stelle nicht noch einmal darauf eingehen, welche Potentiale und Motivationen in einer mobilen Webseite stecken. Ich denke das habe ich an anderen Stellen zu genüge ausgeführt. Dennoch vielleicht nur so viel (und mit nichts anderem leitet Google seine GoMo Argumentation ein):

„Nur weil du eine Desktop Seite auf einem mobil-Telefon betrachten kannst, bedeutet dies noch nicht, dass sie mobile-friendly ist“.

Das lässt sich hinnehmen. Wer sich dennoch weitere Argumente zu Gemüte führen möchte, darf dann auch direkt einmal die üblichen Why Go Mobile Tasks durchsliden und sich überzeugen lassen.

 

Gehen wir doch einmal etwas tiefer in das Tool hinein und schauen uns an, was Google da überhaupt zur Verfügung stellt. Neben der überzeugenden Argumentationsführung in typischer Google-Manier steht hier eben jenes sagenumwobene GoMoMeter zur Benutzung bereit: Über „Test Your Site“, „See how your current Site Looks in Mobile“ oder „Put Your Site to the Test“ (jaja Usability) lässt sich zunächst einmal ein simpler Test der mobile-friendliness der eigenen Seite durchführen. Die relativ lange Ausführungsdauer dessen lässt darauf schließen, dass dieser über das simple Rendern der Stylesheets hinausgeht. Was wir in Folge dessen erhalten sieht so aus:

 

 

Zunächst einmal fällt erfreulicherweise auf, ja – das GoMoMeter hat unsere Webseite korrekt dargestellt. Dann sind wir doch eigentlich bereits mobile-friendly.. oder? Weit gefehlt, was jetzt folgt ist eine Art Fragenkatalog, der die mobile Tauglichkeit näher eingrenzt. Zunächst einmal ist die Auswahl einer Webseiten-Kategorie zwischen den Optionen „Online-Only“, „Lead-Generation“, „Brand-Driven“ und „Multichannel“ zu treffen. Clever gemacht: entsprechend der Selektion ändern sich die jetzt folgenden, technisch/optisch bedingten Fragestellungen. Wähle ich beispielsweise die Kategorie „Brand-Driven“ fragt mich das GoMoMeter nach fehlenden Flash-Animationen. Entscheide ich mich für eine „Lead-Generation“ Strategie ist einiges darauf ausgelegt, ob meine Seite Kontaktdaten wie Telefonnummer oder Location korrekt darstellt und zur Interaktion anbietet. Auch wenn die Wahl der Kategorie in unserem Fall etwas hinkt, wählen wir jetzt einfach mal Testweise „Lead-Generation“ und treffen folgende Auswahl:

 

 

Was uns nach dem Klick auf „Get Results“ präsentiert wird erscheint jedoch etwas ernüchternd. Entsprechend unserer Vorauswahl wertet das GoMoMeter nun vollkommen statisch einen Score aus 4 unterschiedlichen Kriterien aus. Einzig die Loading Speed lässt sich durch unsere Vorauswahl nicht beeinflussen. Wer das Ganze –etwa zu Präsentationszwecken– noch einmal etwas schicker betrachten möchte, zieht sich den Full Report als PDF Datei. Dieser ist zwar schön gestaltet und auf die getestete Webseite personalisiert, bietet jedoch kaum mehr Details zum Test selbst. Einzig die Tips zur Optimierung sowie die recht allgemein gefassten Best Practices ergänzen den Result Score um ein wenig Gehalt.

 

 

Wer hinter der Bezeichnung „Build your Site“ jetzt etwaige Praxistipps zur Optimierung oder Alternativvorschläge zum eigenen Entwurf erwartet, muss leider enttäuscht werden. Hinter dem Klick befindet sich lediglich ein kurzes Verzeichnis an Dienstleistern, die zur Entwicklung einer mobilen Seite verhelfen. Wenig überraschend: der Google Site Builder befindet sich ebenfalls in der Auswahl.

 

Das GoMoMeter ist zwar eindeutig das Herzstück von Googles GoMo Initiative, kränkelt an entscheidenden Stellen aber leider an Inkonsequenz. Die Idee einen personalisierten Test für die eigene mobile Seite zur Verfügung zu stellen ist im Ansatz her absolut zu befürworten. Wenn das Testergebnis dann aber vollkommen statisch der eignen Vorauswahl entspricht, dann bleibt von dem Herzstück leider nur Halbherzigkeit übrig. Am besten lässt sich das anhand der Gegenprobe belegen, beispielsweise indem man eine komplett flashbasierte, horizontal ausgerichtete und mobil nicht ansatzweise angepasste Webseite testet. Wer den Fragenkatalog hier komplett positiv beantwortet, wird auch dann keine negative Anmerkung vom Result Score erhalten.

Wünschenswert wären hier dynamisch erzeugte Ergebnisse gewesen, die über die Loading Speed hinausgehen: Wie sieht die URL Struktur aus, welche User Agents werden berücksichtigt, ist eine mobile Sitemap vorhanden, wird Flash überhaupt verwendet, wie sieht die Seite auf Desktop Rechnern aus oder ist die Seite bereits bei Google Places eingetragen? Leider wird nichts davon ausgewertet.

Jasper Thibaut ist SEO Manager bei rankingCHECK und mobile SEO Spezialist. Beruflich wie auch privat setzt er sich verstärkt mit dem mobilen Web und Disziplinen des mobile Marketings auseinander. jasper-thibaut.de

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