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SEO Sunday: Gibt es mobile Suchergebnisse?

Vor einem guten halben Jahr habe Ich mir die Beschaffenheit der mobilen Suchergebnisse etwas genauer angeschaut und auf Unterschiede zum stationären Index hin untersucht. Wer meinen mobile SEO Artikel damals gelesen hat, dem wird aufgefallen sein, dass die Ergebnisse –gelinde gesagt– bescheiden waren. Weder hatte Google die konsequente Einblendung der mobilen URL realisiert noch ergaben sich größere Abweichungen in Ranking-Positionen für mobil optimierte Seiten. Einzig die Darstellung des Snippet + Title Tag schien sich regelmäßig den kleineren Dimensionen von Smartphone Displays anzupassen, was sich zumeist in der Reduzierung der dargestellten Metadaten manifestierte.

Zeit, den Test noch einmal zu wiederholen: investiert Google doch nach wie vor viel Energie in die Verbreitung der „mobile first“ Strategie. Um die Daten etwas genauer zu evaluieren, habe ich mir zunächst einmal die Top-Rankings von 10 großen, deutschen Tageszeitungen und Nachrichtenmagazinen angeschaut. Alle getesteten Webseiten besitzen eine mobile Variante, die über eine Weiterleitung auf eine Subdomain „m.“ oder „mobil.“ angesprochen wird. Ein repräsentatives Testfeld also um die angepriesene Darstellung der mobilen URL innerhalb der SERPs zu evaluieren. Die Ergebnisse sind jedoch nach wie vor ernüchternd:

Bereits beim letzten Test musste ich mir einen Wolf suchen um mobile Suchergebnisse zu finden. Wie jedoch die vorliegenden Ergebnisse zeigen, geht der Anteil der angepassten Suchergebnisse auf mobilen Endgeräten mittlerweile fast gegen 0. Sowohl mit der Brand sowie einem Top 10 Short-Head & Long-Tail Keyword als Suchphrase wurde von keiner der getesteten Webseiten die mobile URL innerhalb der SERPs angezeigt. Nur in Kombination mit dem Keyword „mobil“ ließ sich diese 6x auf Position 1 blicken, was jedoch kaum überraschend war, zeigten alle 10 Suchanfragen auf dem Desktop Rechner das identische Ergebnis. Immerhin präsentiert Google die mobile URL in 2 Fällen als Sitelink und in einem Fall sogar auf den unteren Top 10 Plätzen separat. Nichts desto trotz zeigen die Ergebnisse, dass in 39 von 40 unterschiedlichen Suchanfragen, das Ranking innerhalb der Top 10 im mobilen Google Index jenem des Stationären Index entsprach.

 

Keine Unterschiede?

Halten wir also fest, dass sowohl das Ranking, als auch die dargestellte URL bei mobilen Suchanfragen kaum variiert. Der Grund dafür lässt meines Erachtens zwei mögliche Varianten zu:

  1. Google variiert derzeit kaum zwischen „googlebot-moble“ und „googlebot“.
  2. Webseitenbetreiber passen Ihre mobilen Seiten nicht explizit an.

Punkt 1 würde die Daseinsberechtigung des mobilen Crawlers eigentlich ad acta legen. Schauen wir uns allein die letzten Entwicklungen an  (GoMo, Behandlung von Alternativen URLs, Media Queries, Vary http header…) erscheint mir dies jedoch wenig realistisch. Auf der anderen Seite – und hier kommen wir an einen interessanten Punkt – präferiert Google seit neuestem Responsive Webdesign. Und dieses legt nunmal eine gemeinsame Domain für Desktop & Mobilseite in den Vordergrund. Möglicherweise können wir das Fehlen mobiler Subdomains in den mobilen SERPs also tatsächlich als Hinweis darauf verstehen, dass Google diesen überhaupt keinen Vorteil beimisst – von einem Nachteil möchte ich an dieser Stelle bewusst nicht sprechen!

Punkt 2 erscheint mir demgegenüber relativ eindeutig und wieder einmal gilt es: mobile Szenarien abfangen! Wenn ich mobil optimierte Webseiten baue, die sich im Content an mobil präferierten Inhalten orientieren, macht sich dies auch im mobilen Index bemerkbar! Auf der anderen Seite stellt sich bei den 10 getesteten Webseiten die Frage nach der Konfiguration: sind die rel=“alternate“ und rel=“canonical“ Tags korrekt gesetzt? Gibt es eine korrekte mobile Sitemap? Sind die Weiterleitungen technisch einwandfrei? Ist der Vary-http-Header auf die Unterscheidung von User-Agents konfiguriert? Ich habe die einzelnen Punkte nicht konsequent überprüft, gehe aber fast mit Sicherheit von teilweise fehlenden Konfigurationen aus.

 

Was variiert tatsächlich?

Unabhängig von den untersuchten Parametern, passt Google das Erscheinungsbild mobiler Suchergebnisse mittlerweile grundlegend an. Wer sich einen vollständigen Überblick über alle Unterschiede verschaffen möchte, schaut am besten einmal in den kürzlich veröffentlichten Artikel von Bryson Meunier. Was die eigene Optimierungsarbeit angeht, gilt es vor Allem wieder einmal die mobile Webpräsenz auf lokale Aspekte zu optimieren und möglichst mit dem Places Eintrag korrespondieren zu lassen. Auch erscheinen Bilder in mobilen Suchanfragen häufig höher positioniert und die Anzahl der sichtbaren Suchfilter ist auf 4 Stück begrenzt. Gerade der letzte Aspekt ermöglicht die Steigerung der CTR durch eine Reduzierung der Streuung. Grundsätzlich ist die Verschiebung der organischen Suchergebnisse hinter die Anzeigen, Places und Verticals aus dem sichtbaren Bereich heraus einer der größten Unterschiede innerhalb mobiler SERPs.

Ein weiterer Unterschied besteht in der prominenten Platzierung von Apps innerhalb der Suchergebnisse. Wer eine eigene native App in Apples AppStore oder Google Play anbietet sollte also zukünftig auch viel Energie in Googles organische Suche stecken. Spontane Tests haben mich bereits davon überzeugt, dass einige Apps beim Wechsel zur Stationären Suche gar nicht mehr in den Suchergebnissen erscheinen.

 

Fazit:

Momentan sieht es so aus, als investiere Google noch kaum Bemühungen darin, die mobilen Suchergebnisse der einzelnen organischen Treffer maßgeblich gegenüber der stationären zu variieren. Zumindest betrifft dies einen größeren Teil deutscher Suchanfragen auf Google.de. Zum einen lässt sich hierbei eine Abweichung gegenüber dem Verhalten auf Google.com erkennen – was für eine noch immer nicht vollständige Anpassung des mobilen Index / Algorithmus sprechen würde (Stichwort: Mobile Icons). Zum anderen bleibt fraglich, wie sehr die Bemühungen mobiler Webseitenbetreiber noch in den Kinderschuhen stecken. Bereits bei kürzeren Stichproben sind mir fehlende Grundkonfigurationen im Quellcode beim Bestehen paralleler Domains für mobil+desktop Website aufgefallen. Was demgegenüber offensichtlich ist, sind Anpassungen in der Darstellung der Verticals in den mobilen SERPs – worauf sich Marketer und Webseitenbetreiber, die in den mobilen Markt einsteigen wollen insbesondere konzentrieren sollten.

Jasper Thibaut ist Head of SEO bei rankingCHECK und mobile SEO Spezialist. Beruflich wie auch privat setzt er sich verstärkt mit dem mobilen Web und Disziplinen des mobile Marketings auseinander. Mehr von ihm gibt es auf jasper-thibaut.de

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7 Kommentare

Aki schrieb am 24. September, 2012 @ 10:44

Ein wirklich sehr interessanter Artikel !
Es ist aber wohl nur eine Frage der Zeit bis Google auch das noch ändert und die organischen Treffer den stationären vorzieht.

Witali schrieb am 24. September, 2012 @ 11:53

Vielen Dank für diese ausführliche Untersuchung. Nachdem Mobile Endgeräte immer Leistungsfähiger werden und auch die Displays wachsen, hält Google wohl viele mobilie Varianten als überholt bzw. nicht mehr notwendig. Hinzu kommt auch noch, dass viele Webseiten die mobilien Endgeräte erkennen und dann auch ein Redirect von der “Normalen”- hin zur “Mobilen”-Version ausführen.

Danny schrieb am 25. September, 2012 @ 16:17

Zum einen leiten die meisten Webseiten ja um, wenn man wenn man mit einem mobilen Endgerät drauf geht zum anderen ist es mir persönlich auch lieber, wenn ich mit meinem Tablet die gleiche Ergebnisse bekomme wie in der normalen Suche. Ich finde es gut, das google da nichts ändert.

Mike schrieb am 24. Oktober, 2012 @ 13:44

Im Moment sind die Suchergebnisse vielleicht noch nicht so relevant oder es ist kein Unterschied zu den herkömmlichen Suchergebnissen zu sehen, aber ich denke auch dies wird mit der Zeit kommen. Ich selber muss mir eingestehen, dass ich meine Webseiten bisher noch nicht “mobil” gemacht habe, ich aber weiß, dass dies in der Zukunft immer wichtiger sein wird.

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