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SEO Sunday – Ein kleines Experiment zu Social Signals

Das Thema Social Signals ist ja nicht erst seit vorgestern in aller Munde unterwegs. Anlässlich eines kleinen Workshops zur Entwicklung von SocialMedia Straegien habe ich dazu ein kleines Experiment gemacht. Ich habe mir die Frage gestellt, ob es möglich ist mit einem Keyword, dass viele Konkurrenten hat kurzfristig zu ranken. Das ganze möglichst ohne irgendwelche Links.

Die Geschichte dahinter ist in etwa folgende: Social Media ist ja zwischenzeitlich, wer hätte das gedacht, der neue heiße Scheiß. In meiner Funktion als Geschäftsführer einer kleinen Tooling-Firma habe ich mir Gedacht: vielleicht freuen sich Deine Mitarbeiter über ein Seminar zu Aspekten der strategischen Planung in diesem Bereich. Übrigens ein stark vernachlässigtes Thema, wie ich immernoch finde. Also schrieb ich schnell eine Mail an Anna-Lena, ob sie nicht für uns einen kleinen Workshop zum Thema machen würde.  Um das Thema ein bisschen zu üben kaufte ich einen Platz mehr für den Workshop, schrieb einen Blogbeitrag darüber und verloste den Platz via Twitter. Um ein bisschen zusätzliche Aufmerksamkeit für das Thema zu bekommen, setzte ich genau einen Link und zwar bei Seoigg.

Der Text war optimiert auf das Thema „Social Media Strategie“ (Suchvolumen: ca. 3000 mtl, 600Mio Konkurrenten im Broad-Match, 900.000 im Exact-Match. Startschuss für die Aktion war der 10.04.2012. Fix ein paar Leute angeschrieben, man möge doch bitte via Twitter auf die Aktion hinweisen. Getwittert wurde das ganze 30 Mal, was ein recht guter Wert ist. Dazu gab es 15 Shares, ein paar Likes und 10 Erwähnungen via Google+

Die Seite stieg auf Platz 21 in den Serps ein, was ich angesichts der Konkurenz Situation schon recht beachtlich fand. Hier die Entwicklung im Detail:

10.04.2012 – 21

11.04.2012 – 10

12.04.2012 – 5

13.04.2012 – 10

14.04.2012 – 11


Soweit so gut. Ich hatte erwartet, dass mit zunehmenden Tweets und Retweets die Seite steigt und irgendwann wieder fällt. Interessanterweise tat sie das auch bis gestern. Denn das Ranking von Heute (15.04.2012) kann ich sich mit Platz 4 richtig sehen lassen. 

Ich bin gespannt wie sich die Seite weiterentwickelt.

Dazu noch eine kleine Anmerkung, für all jene unter Euch, die vielleicht der Ansicht sind 30 Tweets seien jetzt nicht so richtig viel. Die Anzahl der theoretisch erreichten User ist nämlich beachtlich. Die Tweets führten dazu, dass diese kleine Aktion im Stream von ca. 22.000 Menschen auftauchten. Facebook ist dabei nicht einmal eingerechnet. Die Kosten der Aktion beliefen sich auf ca 100 Euro und brachten 300 zusätzliche Leser im Blog (für Seosweet ist das eine Menge).  Zum Vergleich: Eine Bannerkampagne dieser Größenordnung kostet knapp das doppelte (Erstellungkosten für die Medien nicht eingerechnet), bei halber Vermittlugnsquote. Die beiden Sachverhalte sind natürlich nicht wirklich miteinander vergleichbar und haben unterschiedliche Zielsetzungen. Dennoch würde ich dazu raten die Auswirkungen einer solchen Aktion nicht zu vernachlässigen. Selbst wenn sie sich nur kurzfristig auf die Rankings auswirken, wovon ich einstweilen mal ausgehe, hat man mit einer solchen Aktion ein gutes Mittel an der Hand für ein bisschen Aufmerksamkeit zu sorgen, was durchaus im Sinne einer langfristigen Strategie ist und die Markenbildung fördert. Ich hoffe die Zahlen helfen dem einen oder anderen Weiter. Die nächste Aktion in diesem Zusammenhang wird etwas langfristiger geplant und Monitoringtechnisch besser vorbereitet, so dass ihr in einem der kommenden SEO Sundays mit einer detailreicheren Analyse rechnen dürft.

Zum Abschluss noch einen Hinweis auf einen, wie ich finde, kurzen aber Lesenswerten Beitrag von Johannes zu dem Thema: Schöne neue Signal-Welt.

„Um also überhaupt erst in die Auswahl für den Algorithmus zu kommen, müssen zwei Vorbedingungen erfüllt sein: zum einen muss die Seite von Google erfasst werden und auch im Index landen, zum anderen muss Google sie als relevant für die jeweilige Suche einstufen.“

Diesen Satz möchte ich jedem SEO da draußen nachdrücklich ans Herz legen. Er ist von zentraler Bedeutung für die Einschätzung trendiger Algorithmus-Metriken.

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9 Kommentare

Felix Buller schrieb am 16. April, 2012 @ 12:17

Hallo Jakob,

vorab: Lob für das kleine Experiment – Finde die Bewertung aufgrund des Backlinks aus dem recht starken ranking-check blog etwas schwer. Backlinks ziehen zwar mittlerweile sehr schnell an aber in diesem Fall kann man die tagesaktuellen Rankings kaum deuten.

Mein Rückschluss, dessen Meinung ich auch vorher schon war ist: Mit tweets kann man einen Aktualitätsbonus bekommen und für eine kurze Zeit nach vorne gespült werden. Das sieht man besonders an deiner Rankingverteilung:
10.04.2012 – 21
11.04.2012 – 10
12.04.2012 – 5 Social Signale Auswirkung
13.04.2012 – 10
14.04.2012 – 11
15/16.04.12 Wirkung des Ranking Check Links sowie weiterer Links (22), die mittlerweile auf die Unterseite zeigen.

Um solchen Experimenten möglichst hohe Aussagekraft zu geben ist es nötig diese komplett isoliert umzusetzen. Aber zugegeben: Ich finde dafür auch nicht die Zeit 😉

Beste Grüße nach Kölle,
Felix

Pascal schrieb am 16. April, 2012 @ 13:16

„Die Tweets führten dazu, dass diese kleine Aktion im Stream von ca. 22.000 Menschen auftauchten“

Wie habt ihr das gemessen?

Auf jeden Fall spannende Sache.. bleibt mal dran wie sich das entwickelt 🙂

Grüße
Pascal

Simon schrieb am 25. April, 2012 @ 22:40

Sehr interessant.
Werde ich mal im Hinterkopf behalten und hier hin und wieder vorbeischauen, ob es was neues gibt.

Andreas schrieb am 30. April, 2012 @ 16:58

Die Brutto-Reichweite könnte man mit Tweeter x Followers errechnen, wobei ich nicht genau weiß, ob diese Formel angewendet wurde.

Texterlounge schrieb am 15. Mai, 2012 @ 10:42

Sehr interessantes Experiment. Wie hat sich das weiter auf die Seite ausgewirkt? Sind da nachhaltige Wirkungen zu verzeichnen? Und dann würde mich natürlich auch interessieren, wie Du ermittel hast, dass 22.000 Menschen das im Stream hatten.

SEO Blog schrieb am 1. November, 2012 @ 10:28

Hallo Jakob,

gibt es neue Rückschlüsse von Dir bzgl. Social Media Signalen?

Grüße

Jakob Zogalla schrieb am 1. November, 2012 @ 12:36

@SEO Blog
Das Experiment lässt sich anhand der Statistik oben ganz gut nachvollziehen (diese aktualisiert sich ja täglich immer weiter). Zusammenfassend lässt sich sagen, dass SocialSignals ein guter Initialanreiz sind einen Content kurzfristig positiv zu bewerten. Das heißt man erreicht in den ersten Tagen auch ohne richtige Links ganz gute Positionierungen. Hier ergänzen die SocialSignals die ohnehin erfolgende Bevorzugung aktueller Inhalte. Im Anschluss wandert die Seite, sofern es nicht gelingt andere Positivindikatoren (Links, Links, Links) heranzuziehen stückchenweise immer weiter in den Serps nach unten. Wobei der Artikel über den ich da oben geschrieben habe noch eine recht gute Stabilität aufweist. Das liegt unter anderem daran, dass er zwischenzeitlich einige paar Links bekommen hat. Es sind nicht viele, aber offenbar stabilisieren sie das Experiment.

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