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SEO-Sunday: Anleitung für die eigene SEO-Agentur

Diese Woche hat sich Gretus von SEO-United hier mal die Mühe gemacht und die neue iBusiness-Liste der SEO-Dienstleister nach dem Branchen-Sichtbarkeitsindex zu sortieren. Und siehe da, rankingCHECK belegt den zweiten Platz, wie schon beim SEO Agentur Ranking der IWB vor einigen Wochen. Mir ist der Sinn dieser Rankings zwar noch immer nicht so ganz klar, aber was soll´s. Darum geht es mir hier auch nicht. Es wurden natürlich direkt wieder Stimmen laut, dass die dort aufgeführten SEO-Agenturen mal lieber ihre Energie in Ihre Kundenprojekte stecken sollten anstatt SEO für die eigene Seite zu machen. Das ist natürlich eine vollkommen berechtigte Aussage und daher hab ich mir die Seiten dort mal genau angesehen. Aus diesem Grund will ich heute mal zeigen wie ein erfolgreiches Geschäftsmodell für die eigene SEO-Agentur aussehen kann. Die Beispiele sind natürlich rein fiktiv, eventuelle Parallelen zu einem der “Dienstleister” auf der iBusiness-Liste wären natürlich reiner Zufall. Hier habe ich mal versucht eine wichtig aussehende Grafik zu erstellen, mit der man dann zu den Kapitalgebern gehen kann 😉


Die Basics

Zunächst einmal sollte man eine zu 100% saubere und sterile Website haben an der man so eigentlich gar nichts aussetzen kann. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten. Man spickt diese Seite dann mit allen generischen Keywords die etwas mit Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing zu tun haben, man will ja schließlich damit gefunden werden. Und seht euch mal mal die Top 10 zu SEO an, it works!

Der nächste Schritt besteht dann darin eine schlagkräftige Vertriebsarmee aufzubauen, die mit einem Telefonhörer bzw. Headset und einem Leitfaden ausgestattet ist, der dicker ist als ein historischer Roman. Grobe Faustregel: Auf einen SEO benötigt man 10 Vertriebsterrier freundliche Callcenter-Mitarbeiter. Genauso wichtig wie das Resort Sales ist die Abteilung “Legal”, welche mit den besten Abmahnanwälten ausgestattet ist. Es kann immer mal sein dass ein Kunde völlig zu Unrecht seinem Unmut in irgendeinem Forum oder Blog Luft macht. Und da man durch seine Arbeitsweise ja keinerlei Anlass zur Kritik bietet, kann und darf man sich das auf unter keinen Umständen gefallen lassen. Auch sollte man einen Kunden nicht aus dem Vertrag lassen, er würde sich ja sonst eine Top-Dienstleistung entgehen lassen. Hier gilt ungefähr: Auf einen SEO kann man 5 Rechtsverdrehern Anwälten rechnen.

High-End Linkbuilding

Nachdem die absolut erforderlichen Basics abgehakt sind geht es in die nächste Stufe. Denn was ist man für eine SEO-Agentur wenn man keinen vernünftigen Linkaufbau für seine Kunden und vor allem für sich selbst durchführt?

Hier die perfekte Strategie um innerhalb eines Jahres eine Domainpop von über 1000 zu erreichen. BTW: Irgendetwas scheinen wir hier falsch gemacht zu haben. Seit 2004 haben wir es mit rankingCHECK gerademal auf eine Domainpopularität von aktuell 870 geschafft….

So weiter: Da durch die freundlichen Callcenter-Mitarbeiter ein beachtlicher Stamm an Abschlüssen zustande gekommen ist, wäre es doch fahrlässig dies nicht aus Gründen des Linkaufbaus auszunutzen. Man kommt den neu gewonnen Kunden freundlicherweise entgegen und bietet einen satten Rabatt an. Einzige Gegenleistung ist ein Startseitenlink der dann auf die Seite der Agentur zeigt. Selbstverständlich wird Themenrelevanz zu hoch gekocht, jeder SEO weiß das. Deswegen stört es ja auch nicht das man bspw. von einer Whirlpoolseite oder aber einer Seite für Babyspielzeug auf eine Seite mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung verlinkt. In der Regel sollte das Ganze dann so aussehen:


So resultieren dann irgendwann folgende Linktexte, die natürlich völlig organisch wirken. Macht ja auch keinen Sinn die eigene Homepage mit der Adresse oder dem Firmennamen zu verlinken:


OK, schon ein sehr effektiver Weg die eigene Seite sehr gut in den SERPs zu platzieren. Allerdings geht es noch viel effektiver. Man könnte seinen Kunden ja preislich noch ein wenig entgegenkommen. Auch dafür wäre die Gegenleistung ein Link, allerdings nicht auf die Agenturseite, sondern auf eine andere Kundenseite. Das nennt man doch mal ein astreines Linknetzwerk. Wer sich nichts darunter vorstellen kann, hier ein paar Beispiele:


Wer sich überzeugen will wie diese Vorgehensweise funktioniert: Hier der Sistrix-Sichtbarkeitsindex für diese drei Kunden:


Sollte irgendein überschlauer SEO jetzt auf die Idee kommen eine Linkanalyse mit der Homepage einer so aufgebauten SEO-Agentur durchzuführen, hätte man gleichzeitig auch alle Referenzkunden in einer Liste. Praktisch, weil nur Agenturen die Ihre Kunden derart offenlegen gelten als seriös, man hat also nichts zu befürchten. Diskretion wird ohnehin überbewertet! Und wenn doch jemand unverständlicherweise mit rechtlichen Schritten drohen sollte, bin ich  mir sicher, dass die Anwaltsarmee auch damit fertig wird. Was für ein Businesmodell!

Fazit

Ich hoffe ich konnte euch ein wenig näher bringen wie man eine erfolgreiche SEO-Agentur aufbauen könnte. Das eigentliche Fazit überlasse ich heute mal euch da draußen!

BTW: Wie bereits erwähnt sind alle Beispiele hier rein fiktiv, eventuelle Parallelen zur Realität wären also rein zufällig. Ich bitte euch deshalb auf Nennung von Namen der üblichen Verdächtigen (falls es sie wirklich geben sollte) zu verzichten, da ich solche Kommentare leider löschen muss. Wir haben leider in Sachen Rechtsabteilung noch ein wenig aufzuholen und können/wollen leider nicht mit einer Armee von Abmahnanwälten in die Schlacht ziehen, ihr wisst schon Bescheid 😉

Geschäftsführer, Inbound Marketing-Freak und King of Tablesoccer – Blogger @rankingCHECK – Privates gibt es hier in meinem Travel- und Foodblog

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14 Kommentare

Ostheimer Suchmaschinenoptimierung schrieb am 26. September, 2010 @ 13:08

Unterhaltsamer Artikel – genau richtig für den Sonntag Nachmittag. Auch wir haben noch bezüglich Rechtsabteilung aufzuholen und auch bei den keilenden Linkbuildern haben wir noch Aufholbedarf. Ich sehe schwarz.
Na dann wurschteln wir halt so weiter wie bisher und hinterlassen sinnfreie Kommtare in relevanten Blogs auch wenn’s nix bringt. 😉

Eric schrieb am 26. September, 2010 @ 13:36

Sehr schön 😉
Allerdings muss ich widersprechen. Das Handbuch an die Telefonterrier muss doch nicht besonders dick sein. Es muss vor allem drin stehen, dass
1. Der Kunde keine Arbeit damit haben wird
2. Der Erfolg garantiert eintritt – allerdings erst nach sechs Monaten (also wenn ausreichend Zahlungen eingegangen sind)
3. Man eigentlich doch irgendwie nicht garantiert – aber es sicher eine super Idee ist, die Seite bei 3000 Katalogen und Verzeichnissen einzutragen.

Und noch was: Wichtig ist im Verlauf der Arbeiten regelmäßig komplizierte und dem Kunden nichts sagende Statistiken zu schicken. Das wird er garantiert gerne mögen. Und er wird dann wenigstens nicht fragen, was man denn WIRKLICH gemacht hat…

In diesem Sinne: Viel Erfolg!
😉
eric

Martin Tauber schrieb am 26. September, 2010 @ 15:51

Wirklich sehr unterhaltsamer Artikel für diesen verregneten Sonntag-Nachmittag. SEO ist ein Kinderspiel!

Grüße, Martin

Jonas Weber schrieb am 26. September, 2010 @ 17:44

Sehr schöner Artikel, sehr treffend formuliert. Das Schlimme an der Geschichte ist leider, dass es oft funktioniert.

Stanislav schrieb am 26. September, 2010 @ 21:37

Am besten diesen Artikel umbennen in “SEO Agentur gründen” und auf weitere SEO Agenturen dieser Art freuen. Manche wissen ja halt noch nicht wie es geht 🙂

Daniel schrieb am 26. September, 2010 @ 21:40

Super Artikel, sehr unterhaltsam zu lesen. Der ideale Artikel für einen langen Sonntag Nachmitag.

Die Realität sieht allerdings in vielen Fällen fast genauso aus… leider.

Andre schrieb am 27. September, 2010 @ 9:08

hi!
Sehr ironisch, ob die in dieser Manier handelnden Agenturen dieser Ironie folgen können? Wohl unwichtig.
Ja, es funktioniert viel zu oft, so, oder hat funktioniert, leider. Vllt. dauert es nicht mehr lande und SEO rückt generell etwas in den Hintergrund und dann kommt mehr die Ehrlichkeit und Bodenständigkeit von Beratern zum Tragen, die sich damit beschäftigen, dass Ihre Kunden an Präsenz gewinnen, nicht unbedingt mit SEO allein.

Tom schrieb am 27. September, 2010 @ 16:29

In dem Artikel findet man sich als Shopbetreiber wirklich wieder. Aber ein paar Details hast du noch vergessen. Der Anrufer aus dem Callcenter ist immer schlecht informiert hinsichtlich der Suchbegriffe für den Shop und hat sich auch nicht die Mühe gemacht, diese zu recherchieren. Erst im Gespräch merkt er, dass die Seite schon für die relevanten Suchbegriffe optimiert ist. Aber dann schwenkt er schnell um und sagt, dass man unbedingt einen Vertrag mit der Agentur abschliessen muss, damit dieser Umstand auch so bleibt, sprich die Konkurrenz einen nicht überholt. Und zu guter Letzt bekommt man dann einen Vertrag zugeschickt, wo dann kein fest definiertes Ziel enthalten ist (z.B. Top Tem für Begriff XY) sondern die Floskel ‘…die Seite wird einer Suchmaschinenoptimierung unterzogen…’.

Marco Rick schrieb am 27. September, 2010 @ 17:15

Ach einfach herrlich – so ausgefeilte ironische Texte muss man erstmal schreiben können!
Aber vielleicht ist es gar nicht so schwer wenn es irgendwie doch so nah an der Realität ist ;-))
Auf jede Fall hab ich demnach wohl alles Falsch gemacht:
– keine Anruf-Armee
– keine Links von Kunden
– keine Verlinkung der Kunden
Okay – ich seh es ein – noch heute leg ich los!
Danke für die Anleitung!

Michael schrieb am 27. September, 2010 @ 20:23

Exzellente Anleitung aus der Praxis! So und nicht anders muss es sein – sales department is king – not content! Was sonst bringt richtig Pinke. Den Buckel kann man sich auch im Bergbau kaputt hunzen. Warte schon auf die ersten SEO-Kaffeefahrten… *duck & weg*

Marcel Becker schrieb am 28. September, 2010 @ 9:12

@Eric: Das mit den nichtssagenden Statistiken hatte ich vergessen. Extrem wichtiger Punkt! War aber auch der erste Entwurf für das Businessmodell, ich muss noch ein wenig dran pfeilen 😉

B2Bpro schrieb am 28. September, 2010 @ 16:43

… zudem kann dem Kunden eine Garantie gegeben werden, ein hippes zweizeiliges Longtail-Keyword unter die Top-Ten irgendeiner Suchmaschine zu bringen 😉

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