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SEO 2015: Erwartungen vs. Realität

Auch wenn ein paar Leute nicht so viele Hobbies haben und immer wieder schreiben müssen “SEO ist tot!” – SEO ist nicht tot, es gibt auch kein Problem mit SEO, SEO ist nur anders geworden, viel anspruchsvoller und vielseitiger als früher. Ich wette Olaf sagt gleich wieder: “Das alles kann man dann aber doch nicht mehr SEO nennen”. Vielleicht hat er Recht, vielleicht aber auch nicht. Können wir gerne diskutieren, müssen wir aber nicht 😉

Vor allem wenn ich an diesen Artikel von Frank hier denke, bin ich mir sicher, dass es SEO wohl noch eine gewisse Zeit lang geben wird. Am liebsten würde ich ihn für diesen Artikel umarmen, da könnte ich sofort jeden Punkt unterschreiben! Anstatt umarmen drück ich dir nächstes Mal ein Freibier in die Hand, das ist meine Art und Weise Danke zu sagen 🙂

Naja egal, wir haben also erstmal kein Problem mit der Zukunft von SEO. Ein Problem gibt es aber trotzdem, und zwar schlicht und ergreifend ein Problem mit verschobenen bzw. unrealistischen Erwartungshaltungen in Bezug auf SEO. Und genau darum geht´s heute!

expectation-vs-reality
Quelle: http://wereblog.com/expectation-vs-reality

Ein Grund für die völlig verschobenen Erwartungshaltungen ist zum einen sowas hier:

SEO-Werbung
Quelle: Internet!

Der andere Grund liegt darin, dass SEO spätestens seit Panda und Pinguin nicht mehr folgendermaßen funktioniert:

SEO-Strategie
„SEO Strategie AD“; Quelle: Ich + Powerpoint-Uberskills ;-)

…sondern wahrscheinlich eher so:

Rischtisch juter Content!

Auch wenn es viele nicht mehr hören können. Jeder Webmaster, der bei Google oben stehen will, sollte folgenden Anspruch haben: „Ich will den besten Content zu diesem Thema auf meiner Website bereitstellen.“ Das wird mit 3 Sterne Texten nun mal eben nicht mehr ganz so leicht laufen wie früher. Mittelmäßiger Content interessiert keine Sau! Guten Content kann man allerdings schwer berechnen und skalieren, ein Problem für viele “Old-School-SEOs”. Und keinen Menschen interessiert es, was ein SEO-Mensch als guten Content definiert. Das entscheiden einzig und allein die Menschen da draußen von ihren Computern, Handys, Tablets, Brillen oder was auch immer, indem Sie es konsumieren, weiterempfehlen, darüber sprechen.

Das einzige was man machen kann um eventuell guten Content auf die Straße zu bringen ist eine Menge Recherchearbeit (Thema, Contentart, Influencer, Kanäle etc.) um das Risiko zu vermeiden, dass der Content eben doch nicht gut ist. Hier muss man also schon man die Erwartungen in die die richtige Richtung lenken!

Audits für alles und jeden!

Damit meine ich Analysen in Bezug auf Menschen, Branding, Technik, Content, Keywords, Wettbewerb, Marketing, PR und noch eine Menge anderer Dinge, die ich jetzt wahrscheinlich vergessen habe. Natürlich wollen alle bevor es losgeht immer so genau wie möglich wissen was genau gemacht wird und was der Spaß kostet. Kann man im SEO nicht ausrechnen, Punkt. Es gibt keinen klaren 1:1 Ursache-Wirkungszusammenhang. Gab‘s früher so einigermaßen weil der Google-Algorithmus sehr leicht zu durchschauen und zu manipulieren war, jibbet aber heute nicht mehr!

Deswegen müssen zuerst einmal eine Menge Analysen und Audits her. BTW: Das ist in anderen Branchen übrigens das normalste der Welt. Feststellung Status-Quo, Ableitung von Handlungsempfehlungen, Ziele definieren, ran an die Arbeit! Nur wir SEOs hatten das bis vor ein paar Jahren nicht so wirklich nötig, der Erfolg gab einem Recht. Hat sich geändert, find ich gut so.

Bevor man also losrennt, sollte man analysieren wie die Website usabilitymäßig, onpagemäßig und offpagemäßig aufgestellt ist, welche Menschen welche Aufgaben übernehmen, welche Kanäle wie genutzt werden können, wer mit wem kommunizieren muss, was man evtl. nicht darf, ob man “Politik machen” muss, einfach alles mit dem man also SEO heutzutage in Berührung kommt …

Klar machen was wichtig ist!

Klar sind Rankings und Sichtbarkeiten ganz süß, mehr aber auch nicht. Wer in 2015 nicht bereit ist, sich mit Webanalyse und unternehmerischen Zielen wie bspw. Umsätzen oder ROI zu beschäftigen, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Als SEO muss man dann auch mal ein bisschen über den Tellerrand schauen und gucken warum die vielen Menschen auf der Website nix kaufen oder das Formular nicht ausfüllen. Natürlich muss man jetzt nicht auch noch CRO-Experte werden, aber man muss zumindest genug Ahnung haben, um zu wissen, an wen man sich wenden kann. Also: Business KPIs sind wichtig. SEO KPIs auch, aber nicht ganz so wichtig. Klar bedingt das eine auch das andere, allerdings kann man sich von bloßen Rankings in keiner Kneipe sein Kölsch bestellen.

Realistische Ziele setzen!

Trafficmäßige und monetäre Ziele kann man wie gesagt nicht mit Excel ausrechnen, sonst wäre ja jeder Geschäftsmann auf der Welt erfolgreich. Zumindest kann man das im SEO nicht, vielleicht irgendwo anders. D.h. aber nicht, dass man keine Prognosen abgeben kann. Wenn man Erfahrung, Webanalysedaten, Marktkenntnis, Zielgruppen-Knowhow mixt, dann kann man schon sagen, dass man in den nächsten 12 Monaten einen Zuwachs von XY-Prozent haben KÖNNTE. Unter der Voraussetzung, dass Google so funktioniert, wie es das heute tut. Und da ist auch schon der Haken. Es gibt wohl keine (Online-)Marketing-Disziplin, die so abhängig ist von so vielen NICHT-beeinflussbaren Faktoren wie SEO. Und Abhängigkeiten sind meistens nicht gut.

Also: Nix versprechen und nicht NUR auf SEO setzen. Und mit “nicht NUR” meine ich das man sich so viele NICHT-SEO Trafficquellen zulegen soll wie es geht. Trotzdem aber weiter SEO machen! Der organische Searchtraffic ist ja da, irgendwo da draußen. Die Menschen hören ja nicht auf damit, Dinge im Internet zu suchen, nur weil Linkbuilding nicht mehr funktionert …

Jetzt bin ich wieder abgeschweift. Eins aber noch zu Zielen: Es müssen nicht immer knüppelharte Businessziele sein, die man sich setzt. Man kann auch einfach sagen: “In 3 Monaten sind wir aus dem Penalty raus” oder “in 6 Monaten habe ich die interne Verlinkungsstruktur angepasst”. Sowas sind auch Ziele. Manche sagen zwar lieber “Milestones” aber wie man es nennt ist doch eigentlich Latte. Oder wie ein uns allen bekannter Prophet der SEO-Neuzeit sagen würde: “Nicht labern, machen!”

Website besser machen!

Onpage SEO wird es immer geben, dafür gibt es viele geile Tools mittlerweile. Aber ein Tool alleine macht die Website ja auch nicht besser, auch wenn viele das glauben. Man braucht also einen MENSCHEN – oder einen Haufen von MENSCHEN (=Team) – der dafür sorgt, dass das, was aus den Tools rauskommt, überhaupt stimmt und der dann zu anderen MENSCHEN hingeht und nett mit Ihnen spricht, damit diese Dinge auch auf die Straße gebracht werden. Und dann diesen MENSCHEN, die Onpage-Dinge auf die Straße bringen, auch zeigt, welche Auswirkungen das alles hat und warum er das gemacht hat. Nur so funktioniert‘s und nur so macht’s auch für alle beteiligten MENSCHEN Spaß. Und dann müsste man noch aufpassen, dass sich nicht irgendjemand den Spaß erlaubt und alles wieder ändert wofür machen tage-/wochen-/monate-/jahrelang gekämpft hat. Auch das kann man mit sehr coolen Tools machen, allerdings machen diese sowas auch nicht wieder rückgängig. Auch da muss in der Regel ein MENSCH für sorgen … Mal ehrlich, genau sowas ist SEO heutzutage. Und das alles soll tot oder überflüssig sein? BITCH please!

Offpage-Signale verbessern!

Seine Offpage-Signale kann man heute nur noch nachhaltig verbessern indem man Marketing macht. Unter anderem mit exzellentem Content. Eventuell so:

SEO-Strategie-NEU
„SEO Strategie NEU“; Quelle: Wiedermal ich + Powerpoint-Uberskills ;-)

Puh, viel schwerer als Excel-Listen mit Ziel-URLs und Linktexten durchs Internet zu schicken, stimmt´s? Bitter für viele SEOs der alten Schule, aber isso!

Ganz nebenbei erwähnt hält das viele SEOs und Agenturen da draußen aber immer noch nicht davon ab Ihr Ding genauso durchzuziehen wie vor 5 Jahren. Wenn dahinter aber die Strategie steht, dass Google in Zukunft nicht mehr auf Usersignale setzt, sondern dazu zurückgeht wieder Backlinks mit harten Linktexten von Expired-Domains als Rankingkriterium heranzuziehen, dann Respekt. Sehr weise strategische Entscheidung!

Abwarten, analysieren und verbessern!

Was ist eigentlich wichtiger: Webanalyse oder Onlinemarketingdisziplinen wie SEO? Beides! Ohne das eine macht das andere wenig Sinn. Wenn man keine Besucher auf die Website bringt, braucht man diese auch nicht zu analysieren. Umgekehrt macht es keinen Sinn, Besucher auf die Website zu bringen und dann keine vernünftige Webanalyse zu machen, um daraus seine Schlüsse zu ziehen und die Dinge zu verbessern. Eigentlich sollten alle Fäden bei der Webanalyse zusammen laufen. Ein Grund warum wir mit dem kompletten SEO Team letztes Jahr unsere Google-Analytics-Zertifizierung gemacht haben. Good Job Maja!

Das wichtigste zum Schluss: Teamplayer sein!

Auch das wird vielen SEOs der alten Garde nicht so gut in den Kram passen. Man muss sich rasieren (zumindest alle paar Tage mal), etwas anziehen (zumindest T-Shirt, Hose und Schuhe), aus dem Keller steigen (oder dem sauerstoffarmen und extra abgedunkelten Raum) und mit allen möglichen Menschen reden, etwa mit diesen hier:

SEO-Mensch
„Der moderne SEO Mensch“; Quelle: Und schon wieder ich + XMind-Uberskills ;-)

Auch wenn das so aussieht: Ich will mit diesem Bild nicht sagen, dass der SEO Mensch im Mittelpunkt steht, er ist nur Teil vom großen Ganzen. Ich will nur zeigen welche Fäden ein SEO in 2015 ziehen muss. Wer das nicht macht oder kann wird 2015 nur noch wenig Erfolg beim Thema SEO haben, Punkt.

Soviel zum Thema SEO heutzutage. Eine gemischte Tüte mit ein bisschen von jedem aber ohne Linkbuilding wie früher.

Wer zur Hölle investiert denn dann 2015 noch in SEO?

Nach meinem kleinen Exkurs merke ich gerade, dass ich ja eigentlich über Erwartungen und Realität in der SEO Welt schreiben wollte. Nachdem ich aber gerade beschrieben habe wie SEO in 2015 aus meiner Sicht funktioniert (vielleicht seht ihr das ja ganz anders) stellt man sich natürlich die Frage, wer denn dann heutzutage noch in SEO investiert.

Meine Antwort: Menschen, die verstehen, dass wir SEOs nicht nur auf irgendwelchen Knöpfen rumdrücken und Rankings manipulieren. Menschen, die wissen, dass man analysieren und anpacken muss. Menschen die verstehen, dass man Webseiten besser machen muss. Menschen, die Ahnung von Marketing haben. Menschen, die in SEO nicht mehr die eierlegende Wollmilchsau sehen. Menschen, die nicht die Erwartung haben, dass man nach 3 Monaten zu allen seinen Moneykeywords auf Platz eins steht. Ganz einfach: Menschen mit realistischen Erwartungshaltungen. Und davon gibt es immer mehr, das merke ich jeden Tag in der Akquise.

Naja, es gibt aber auch viele, denen eine internationale SEO Strategie inkl. Umsetzung 80-130€ im Monat wert ist 😉

Fazit

Der Traffic ist da draußen und man kann einen dicken Teil davon nach wie vor über SEO bekommen. Nur sollte man auch realistische Erwartungen haben. Und dafür muss man verstehen, was wir SEO-Menschen den ganzen Tag so machen und wie SEO überhaupt funktioniert. Viel Arbeit für uns SEO Menschen, das allen Menschen beizubringen 🙂

Head of Inbound Marketing & King of Tablesoccer – Blogger @rankingCHECK – Privates gibt es hier in meinem Travel- und Foodblog

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5 Kommentare

Yves schrieb am 26. Januar, 2016 @ 18:10

Also deine Grafik wie es nicht mehr funktioniert stimmt so nicht. Meine 1,2 Cent Content.de Texte ranken nach wie vor prima. Zugegeben ich habe meine festen Autoren und packe sie kurz in Word um Rechtschreibfehler zu korregieren und ein paar Formulierungen zu ändern, aber ansonsten gibt es da keine Probleme.

Aber klar es stimmt schon, heutzutage reichen reine Keyword Links nicht mehr aus. Man muss schon vorher ein paar Free Blogs und Forenlinks mit Brand und Naked Anchors aufbauen, damit man dann von den starken gekauften Links mit harten Moneykeys verlinken kann ohne abgestraft zu werden.

Was die schönen Google Updates, ala Panda angeht. Mein Testprojekt im Lokal Bereich mit 30.000 Seiten duplicate Content für jedes Dorf/Stadt in Deutschland rankt in Teilen sogar vor etablierten Firmen auf der 1.

Was wirklich schwerer und kostenspieliger geworden ist im SEO Bereich ist der Aufbau von starken Links.

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