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Recap zur SMX München 2015

SMX 2015 – Mobile first, https, Voice-Search, Brand-Awareness und vieles mehr. Die SMX in München hat viele neue Erkenntnisse gebracht und einige lang bestehende Vermutungen bestätigt. Was Sie für mich besonders ausgezeichnet hat und welche Highlights sich herauskristallisiert haben, lest ihr im folgenden Recap.

Für mich hieß es dieses Jahr zum ersten Mal: Search Marketing Expo, und ich kann schon jetzt verraten: Es hat sich mehr als gelohnt. Nachdem sich in den letzten Jahren eine gewisse Regelmäßigkeit in den jährlich besuchten Konferenzen eingeschlichen hat, war es dieses Jahr an der Zeit, sich auf nach München zu machen und das absolut hochkarätige Lineup, vor allem auch an internationalen Speakern, anzuhören. Und so viel sei bereits gesagt: Sie haben die 2 Tage rund um den 17. und 18. März in der ICM sehr informativ, ehrlich, unterhaltsam und offen, aber auch Erkenntnis bringend gestaltet.

Die Location

Mit etwa 25 Minuten Bahnfahrt vom Hauptbahnhof entfernt liegt das Internationale Congress Center zwar nicht unbedingt im Stadtzentrum, ist aber mitten in der Messestadt problemlos zu erreichen. Zudem ergab sich der große Vorteil, mit dem H2- und Ramada-Hotel direkt zwei unmittelbar gegenüberliegende Unterkünfte in Reichweite zu haben, die keine größeren Shuttle-Fahrten nach den Konferenztagen erforderten. Das ICM selbst erwies sich als hervorragende Location für die SMX. Sowohl die weiträumigen Seminarräume (allen voran der riesige Saal 01), als auch die Lobby schienen zu keiner Zeit überfüllt, obwohl die Veranstaltung sichtlich gut besucht war. Ich musste trotz einiger sehr kurzfristiger Teilnahmen kein einziges Mal stehen oder gar auf dem Boden sitzen. Ein großes Lob sei an dieser Stelle auch an die Technik ausgesprochen, die mit den Video-unterstützen Keynotes absolut professionelle Präsentationen abgeliefert hat, die ich in dieser Art noch auf keiner Konferenz oder Messe gesehen habe. Wenn es einen Kritikpunkt gab (und um es schnell abzuhaken, erwähne ich dies sofort am Anfang), dann das etwas überfüllte und zu knapp bemessene Catering, was der Qualität der Veranstaltung aber in keinster Weise Abzüge bereitet hat.

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Meine Auswahl

Vor der SMX hatte ich mir vorgenommen, ausschließlich Speaker anzuhören, die ich zuvor noch auf keiner Konferenz gehört hatte. Letztendlich ließ sich das Vorhaben mit der Themenauswahl und ein paar Jahren an Konferenz-Background aber schwer vereinbaren, was sich im Nachhinein jedoch nicht als Fehler erwiesen hat. Nichts desto trotz haben natürlich Speaker wie Rand Fishkin, Johannes Müller oder Cindy Krum (um nur eine kleine Auswahl zu nennen) mit zur einzigartigen Qualität der SMX beigetragen. Grundsätzlich ergibt sich bei 6 parallel stattfindenden Slots dennoch immer das Problem, die richtige Auswahl zu treffen ­– was durch das Konzept der großen, Slot-übergreifenden Keynotes aber ganz gut aufgelockert wurde. Ganz bewusst möchte ich bei insgesamt 14 besuchten Vorträgen aber darauf verzichten, ganze Seminarverläufe wiederzugeben, sondern hier nur einige persönliche Highlights und Learnings darstellen.

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Highlights & Learnings

Mein erstes Hightlight war ganz offensichtlich direkt die Eröffnungs-Keynote von Rand Fishkin zum „Signal im Rauschen“. Um im Marketing-Dschungel aus der Masse herauszustechen und die Aufmerksamkeit des Users zu erlangen, empfiehlt Rand, einen Anteil der Marketing-Bemühungen in nicht skalierbare Maßnahmen zu investieren, Nutzer schon vor dem Conversion-Funnel abzuholen, authentische und simple Grafiken, anstatt zu verschachtelte und aufwendige Infografiken zu realisieren, sich stärker auf Google-Suggest Keywordfelder zu fokussieren, in bislang weniger frequentierte Marketing- und Werbekanäle zu investieren und ganz wichtig: die Mobile First Philosophie umzusetzen – ein Buzzword, welches sich wie ein roter Faden durch die gesamten 2 Tage gezogen hat und ganz nebenbei Rand’s Tinder-Profil offengelegt hat ;-). Wer sich die Eröffnungskeynote noch einmal anschauen möchte, kann dies hier tun:

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Das nächste und für mich gleichzeitig größte Highlight der SMX überhaupt war der kombinierte Vortrag von Aleyda Solis, Zineb Ait Bahajji und Cindy Krum zum Thema mobile Webseiten-Optimierung. Nicht nur hat Zineb Ait Bahajji von Google mit der Ankündigung, der 21. April werde größer als Penguin und Panda in Bezug auf die mobilen Suchergebnisse, DAS meistdiskutierte Datum der gesamten Veranstaltung in den Raum geworfen, auch zeigten Aleyda Solis und Cindy Krum einmal mehr, wie extrem relevant die mobile Optimierung der eigenen Website mittlerweile ist. So suchen spätestens ab 2016 mehr Nutzer mobil als über Desktop und Maßnahmen wie App Indexierung, App Download Banner, App Deep Linking und mobile UX sind spätestens jetzt eklatant wichtig. Weiterhin gab Zineb Ait Bahajji bekannt, dass Responsive Webdesign kein Rankingfaktor ist, aber ggf. fehlerfreier gecrawlt und indexiert werden kann. Die Slides von Cindy Krum und Aleyda Solis gibt es hier:

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Das nächste große Thema auf der SMX war die Relevanz von https als Rankingfaktor. Die Vorträge von Anke Probst und Alexander Merkel haben deutlich aufgezeigt, dass der Umstieg bei nicht konsequenter Durchführung Probleme mit sich ziehen kann und die Umstellung mit einem vollumfänglichen Relaunch vergleichbar ist – der Fakt wurde auch in anderen Vorträgen später noch aufgegriffen, so etwa bei Johannes Müller. So handelt es sich entgegen einer weitläufig vertretenen Meinung nicht lediglich um einen Protokollwechsel, sondern um eine vollumfängliche Betrachtung sämtlicher Faktoren, angefangen von 301 Redirects, über die interne Verlinkung, Anpassung der robots.txt, Canonicals, Alternates, hreflang etc. Schließlich betrachtet Google die https Variante als vollkommen eigenständige Webseite, was auch ihr separates Erfassen über die Webmaster Tools erfordert. Ob der Umstieg auf https einen klaren Rankingvorteil bedeutet, konnte schlussendlich auch in der Q&A nicht geklärt werden, weshalb sich die Umstellung in erster Linie bei der Verwendung sensibler Daten zu empfehlen scheint, nicht aber einzig zum Ansprechen des Rankingfaktors.

Mein Highlight an Tag 2 war Johannes Müllers Siteclinic, die sich im späteren Verlauf in einen regen Austausch über die optimale Verwendung von hreflang entwickelt hat. So empfiehlt Müller die Verwendung des x-default Attributs in Kombination mit dem Einsatz eines 302 Redirects bei automatisierten Weiterleitungen zu geobasierten Sprachverzeichnissen. Zudem erschließt sich, dass nicht korrekt verwendete hreflang-Auszeichnungen (beispielsweise bei fehlender Rückverlinkung) komplett vom Googlebot missachtet werden, wodurch die technische Internationalisierung dieser URL-Paare einfach ignoriert wird. Darüber hinaus empfiehlt Müller noch einmal die Verwendung des <lastmod> Tags in Sitemaps um die Aktualität von Inhalten zu signalisieren und deren Indexierung zu beschleunigen.

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Auch wenn ich an dieser Stelle ein Dutzend weiterer Slots aufführen könnte, beschränke ich mich auf die 4 dargelegten Highlights aus der Auswahl meiner besuchten Vorträge ­– für regen Austausch über die weiteren Seminarinhalte bin ich aber gerne über Google+ oder Twitter ansprechbar.

Fazit: Trend Topics

Alle Learnings aus zwei vollgepackten Konferenztagen hier zusammenzufassen, sprengt leider den Rahmen. Nicht zu übersehen war aber ganz offensichtlich der starke Fokus auf das Thema Mobile, was mich persönlich überrascht, aber gefreut hat. So kann ich mich rückblickend an keinen Slot erinnern, in dem das Buzzword „mobile first“ oder das Datum „21. April“ nicht mindestens 1x erwähnt wurde – gut so, ich bin dem Thema mittlerweile ja schon seit gut 4 Jahren hinterher ;-).

Ein zweites, extrem stark vertretenes Thema auf der SMX war die Sprachsuche. Ich habe mich am zweiten Tag etwas auf den Future Track konzentriert und dabei zahlreiche Prognosen der zukünftigen Relevanz von Voice Search (Google Now, Microsoft Cortana, Amazon Echo) und der dadurch zu erwartenden Verschiebung des derzeitigen Query Search Charakters in ein eher auf natürliche Sprache ausgelegtes Suchverhalten gehört. Wie immer sollten Zukunftsprognosen dieser Art mit einer gesunden Portion Skepsis betrachtet werden – allein die beeindruckende Demo von Behshad Behzadi (Google) hat aber gezeigt, dass hier ein krasses Umdenken auf ganz hoher Ebene im Gange ist.

Für mich war die SMX schon jetzt eines der Konferenz-Highlight des Jahres 2015. Der starke Fokus auf das Thema Mobile war mir persönlich sehr willkommen, auch wenn ich einige Seminare aufgrund der Parallelveranstaltungen leider verpassen musste (App Store Optimierung, HTML Performance etc.). Neben der inhaltlichen Fokussierung war vor allem auch die Perspektive der großen internationalen Speaker extrem interessant. Und so heißt es für mich: SMX 2016 – gerne wieder!!!

Jasper Thibaut ist Head of SEO bei rankingCHECK und mobile SEO Spezialist. Beruflich wie auch privat setzt er sich verstärkt mit dem mobilen Web und Disziplinen des mobile Marketings auseinander. Mehr von ihm gibt es auf jasper-thibaut.de

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4 Kommentare

Swen schrieb am 19. März, 2015 @ 18:14

Danke für den Recap! Scheint dieses Mal eine gute Veranstaltung gewesen zu sein. Ganz interessant ist auch für mich das Thema rund um hreflang.
Ich hoffe, ich kann nächstes Jahr dabei sein…
Gruß
Swen

Peter Fuersicht schrieb am 23. März, 2015 @ 5:43

Da biste einmal verhindert weil ein Kunde mit Auftrag droht, und dann ist die SMX endlich mal gut. Ein Schelm wer nun denkt das eine hängt mit dem anderen zusammen… 😉 NEIN! An mir liegts nie!

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