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Internen Traffic mit dem Tag Manager ausschließen

In der Masse an Informationen, die Google Analytics sammelt, wird es immer wichtiger die relevanten Daten herauszufiltern. Um aussagekräftige Daten zu bekommen, möchten wir in der Regel das Verhalten der Nutzer auf unserer Seite erfassen und auswerten. Der Traffic, den die eigenen Mitarbeiter generieren kann dabei unter Umständen hinderlich sein. Wie sich interner Traffic super einfach ohne Bearbeiten des Quellcodes herausfiltern lässt, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Warum sollte interner Traffic ausgeschlossen werden?

Als interner Traffic werden Zugriffe auf die Webseite durch die eigenen Mitarbeiter bezeichnet. Im Gegensatz zu Spam- oder Bot-Traffic wird interner Traffic von echten Besuchern generiert. Diese Zugriffe der eigenen Mitarbeiter bieten für das Unternehmen faktisch keinen Mehrwert, da die Belegschaft in der Regel keine Conversions auslöst. Je nach Anteil am Gesamt-Traffic können interne Zugriffe dann die Auswertungen verfälschen, da „externe“ Besucher sich eventuell ganz anders auf der Seite bewegen und verhalten als Mitarbeiter. Daher macht es Sinn den internen Traffic auszuschließen.

Warum kann ich nicht einfach IPs ausschließen?

Früher war es üblich, internen Traffic einfach über die IP-Adresse auszuschließen. Da in Deutschland seit einiger Zeit die IP-Anonymisierung Pflicht ist und damit das letzte Oktett einer IP-Adresse nicht erfasst und gespeichert werden darf, ist diese Methode nicht mehr zu empfehlen.
Besitzt ein Unternehmen eine statische IP, ist es eine Option den Traffic anhand dem dritten Oktett auszuschließen. Allerdings werden dadurch alle Endungen im Bereich von 0 bis 255 im vierten Oktett ausgeschlossen. Hat dieses Unternehmen nicht alle diese IPs, werden eventuell auch echte Nutzer ausgeschlossen. Kann man so machen, muss man aber nicht. Wie das Problem eleganter gelöst werden kann, zeige ich Euch jetzt.

How-to: Internen Traffic über URL-Fragmente ausschließen

Voraussetzung für diese Methode ist, dass Ihr Universal Analytics nutzt und den Google Tag Manager auf der Seite eingebunden habt. Ist das noch nicht der Fall, ist eine Umstellung sehr zu empfehlen. Infos dazu findet im Artikel Universal Analytics: Unsere besten Tipps zur Umstellung.

Wie schon beim Erfassen von Traffic-Quellen oder dem Ausschließen von Ghost-Spam, nutzen wir URL-Fragmente und benutzerdefinierte Dimensionen, um den internen Traffic auszuschließen.

Im ersten Schritt erstellt Ihr im Tag Manager eine Variable für URL-Fragmente. Dafür auf „Variablen“ und „Neu“ klicken.
Name: URL Fragment
Typ: URL
Komponententyp: Fragment
Variable speichern
Anmerkung: Wenn Ihr diese Variable bereits im Konto habt, müsst Ihr sie nicht neu erstellen.

URL Fragment erstellen

Die Variable teilt dem Google Tag Manager mit, dass Informationen aus der URL gesammelt werden sollen, sobald ein Hashtag erkannt wird.

Als nächstes wird eine weitere, benutzerdefinierte Variable erstellt, dafür wieder auf „Neu“ klicken.
Name: URL-Fragment-Suchtabelle
Typ: Suchtabelle
Eingabevariable: {{URL-Fragmente}}
Zeile hinzufügen und für Eingabe „intern“, sowie für Ausgabe „Interner Traffic“ eingeben. Variable speichern.
Hier gilt wie im ersten Schritt – wenn Ihr bereits eine Suchtabelle habt reicht es dort die Zeile (s. Screenshot) hinzuzufügen.

Suchtabelle

Die Suchtabelle gibt dem Tag Manager an, welche Informationen aus der URL gesammelt werden sollen, wenn ein Hashtag vorhanden ist.

Danach im Analytics-Konto unter „Verwalten“ im Bereich „Property“ auf „Benutzerdefinierte Definitionen“ und dort „Benutzerdefinierte Dimensionen“ klicken. Dort „neue benutzerdefinierte Dimension“ mit dem Namen „Interner Traffic“ und dem Umfang „Sitzung“ erstellen. Direkt Häkchen auf „Aktiv“ setzen und auf „Erstellen“ klicken. Die Code-Erweiterungen könnt Ihr übergehen, einfach „Fertig“ klicken. Danach die Indexnummer merken.

Zurück im Tag Manager auf den normalen Universal Analytics Tag klicken und dort unter „Tag konfigurieren“ > „Weitere Einstellungen“ > „Benutzerdefinierte Dimensionen“ eine benutzerdefinierte Dimension hinzufügen. Die Indexzahl der Dimension, die wir in Analytics erstellt haben, eintragen und als Dimensionswert {{URL-Fragment-Suchtabelle}] auswählen.

Alle Änderungen speichern und veröffentlichen.
Mit der benutzerdefinierten Dimension haben wir dem Tag Manager einen „Ort“ geschaffen, an den er die Informationen senden kann, die aus der URL gesammelt werden.

Im letzten Schritt muss noch ein Filter in der Google Analytics Datenansicht erstellt werden. Dafür im Analytics Konto unter „Verwalten“ bei Datenansicht „Filter“ wählen und „+ Filter hinzufügen“ klicken.
Filter „no internal traffic“ nennen, Filtertyp „Benutzerdefiniert“ klicken, beim Punkt „Ausschließen“ das Filterfeld „Interner Traffic“ wählen, als Filtermuster „Interner Traffic“ eintragen und abspeichern.

Wie immer ist zu empfehlen, neue Filter erst in einer Test-Datenansicht anzuwenden und zu überprüfen. Erst wenn überprüft ist, dass der „no internal traffic“-Filter wie gewünscht funktioniert, übernehmt Ihr ihn in die Master-Datenansicht.

Klar soweit?

Ein wichtiger Punkt fehlt jetzt noch: Für alle Mitarbeiter sollte die Unternehmens-Domain mit dem URL-Fragment #intern (also www.beispieldomain.de#intern) als Browser-Startseite und Lesezeichen eingerichtet werden. Wird die eigene Seite über diese URL aufgerufen, können die Mitarbeiter der Gruppe „Interner Traffic“ zugeordnet und damit ausgefiltert werden. Wird die Domain mit dem URL-Fragment „intern“ betreten, können alle weiteren Seitenaufrufe dieser Sitzung dem Mitarbeiter zugeordnet werden. Endet die Sitzung, sollte die Domain beim nächsten Zugriff auf die Webseite wieder mit dem Fragment aufgerufen werden, daher das Bookmark. Natürlich können die Mitarbeiter auch einfach selbst #intern anhängen, wenn sie die Webseite aufrufen. Das gilt übrigens auch für externe Nutzer, deren Zugriffe nicht erfasst werden sollen, wie beispielsweise Mitarbeiter der Technik- oder Marketing-Agentur.

Fazit

Die Implementierung dieses Systems ist sehr einfach und in kurzer Zeit erledigt. Wer seine Mitarbeiter ein bisschen „erziehen“ kann, die Seite immer mit URL-Fragment aufzurufen, hat eine simple, aber wirkungsvolle Lösung für den Ausschluss von internem Traffic, ohne den Quellcode bearbeiten zu müssen.

Aktuell testet unser Webanalyse Team, wie sich diese Methode perfektionieren lässt, damit auch Aufrufe von Mitarbeitern, die hin und wieder ohne URL-Fragment auf die Seiten gelangen, als solche erkannt werden. Die Ergebnisse teilen wir Euch selbstverständlich hier im Blog mit. Bis dahin fröhliches Analysieren! 🙂

Lisa-Marie ist Account Director bei rankingCHECK. Außerhalb des Büros ist sie ambitionierte Läuferin, klampft gerne auf der Gitarre, zockt am Tischkicker oder dreht eine Runde auf dem Motorrad.

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2 Kommentare

Phoenigs schrieb am 3. Februar, 2016 @ 21:31

super Artikel. Man kann danach ja noch schön die Variable in einem eigenen Cookie speichern und auslesen. Dann hat man auch längere Zeit ohne URL Fragment den internen Traffic getrennt.
Marthijn Hoiting hat einen guten Artikel dazu wie man Cookies mit dem Tagmanager setzen und auslesen kann. Gerade ausprobiert, scheint alles zu klappen.

Stefan David schrieb am 6. Februar, 2016 @ 16:26

Ein recht aufwendiges Vorgehen, das natürlich gut funktioniert, wenn alle Kollegen entsprechend diszipliniert sind. Genau das bezweifle ich aber sehr. Ich trenne für unseren größten Shop schon lange Zeit die internen Zugriffe und schreibe sie in eine eigene Analytics-Property. Und was ich da an Zugriffsquellen sehe, lässt mich den Glauben an die Wirksamkeit deiner Lösung verlieren.

Für die von mir empfohlene Lösung ist zwar ein Codeeingriff nötig, der ist aber trivial und vom fachkundigen Kollegen in Minuten umgesetzt. Hierbei wird einfach in den dataLayer die Variable „Access“ mit den Werten „internal“ oder „external“ geschrieben – Erkennung über die Firmen-IP(s). Und im Tagmanager erstelle ich dann die Variable „AccountID“ über einen Lookup-Table. Bei internal schreibe ich in die eine Property und bei external in die andere. Eine Belegung der knappen Custom-Dimensions ist damit nicht nötig und ich kann mir sicher sein, keinerlei interne Zugriffe im falschen Analytics-Property zu haben.

Über einen vorgeschalteten Lookup-Table unterscheide ich dabei übrigens noch die Zugriffe, die ich im Preview-Modus des Tagmanagers erzeuge. Beim Testen neuer Einstellungen ist das sehr bequem, weil ich genau weiß, dass alles, was an der Stelle ankommt, definitiv von mir selbst (oder von anderen testenden Kollegen) erzeugt wurde.

Ich glaube, ich muss den Weg auch mal detaillierter aufschreiben.

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