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Internationales SEO – Alles kann, nix muss!

Wir beschäftigen uns hier in der Agentur gerade sehr intensiv mit dem Thema Internationalisierung. Kommt mir sehr entgegen, da ich zu 90% Blogs aus Amerika und UK lese um mich weiterzubilden und auf neue Gedanken zu kommen. Und auch gut dass ich auf der DMEXCO war, auf der ich eine gefühlte Milliarde neuer internationaler Marketingbuzzwords hören durfte musste 😉
Davon, aber auch von diesem sehr guten Artikel von auf Seerinteractive inspiriert habe ich mir mal ein paar Gedanken dazu gemacht wie man rausfinden kann ob seine Website internationales SEO Potential hat.

Inhaltsverzeichnis: Internationales SEO – Alles kann nix muss!

Einleitung
Generelle Probleme
Schritt 1: Eigene Produkte/ DL/ Businessmodell checken
Schritt 2: Internationale Besucher der eigenen Website analysieren
Schritt 3: Internationalen Markt analysieren und bewerten
Schritt 4: Entscheidung treffen
Fazit

Generelle SEO Probleme einer Internationalisierung

  • Produkte/DL können sich von denen in Deutschland unterscheiden
  • 1:1-Übersetzungen reichen oft nicht aus, man muss konkret auf internationale Unterschiede und regionale Unterschiede eingehen.
  • In anderen Ländern gibt es saisonale Unterschiede
  • Es werden nicht immer auch die gleichen Wettbewerber wie in DE auftauchen
  • Auch das Suchvolumen und damit auch der potentielle organische Searchtraffic kann sich stark unterscheiden
  • Sogar die Suchmaschine selbst kann im Ausland eine andere sein. Beispiele dafür sind Yandex in Russland, Baidu in China, Seznam in Tschechien

Schritt 1: Was ist eigentlich mit meinem Business Modell?

Bevor wir überhaupt mal wieder das Wort SEO in den Mund nehmen geht es erstmal ein paar Schritte zurück. Und zwar sollte man sich mal ernsthafte Gedanken über sein Businessmodell und Produkte bzw. Dienstleistungen machen. Und mal ganz im Ernst Leute, das ist wichtiger als SEO 😉 Also:

  • Wie funktioniert mein Online Business, was habe ich zu bieten?
  • Was ist das Online Business Modell dahinter aka. wie verdiene ich Geld?
  • Was sind meine Ziele?
  • Basiert alles auf der Website oder werden auch Produkte oder Dienstleistung vor Ort angeboten?
  • Wie sieht es mit der Lieferung und ggf. der Logistik aus?
  • Was gibt es für Restriktionen?
  • Wie hoch wären die zusätzlichen Kosten einer Internationalisierung?

Um es auf den Punkt zu bringen: Es macht oft überhaupt gar keinen Sinn seine Produkte oder Services in anderen Ländern anzubieten. Oft braucht man komplexe Genehmigungen, hat extrem hohe Lieferkosten und bestimmte Lieferzeiten die einen unter Druck setzen. Und was noch viel öfter passiert: Es treten Probleme auf mit denen man nicht rechnen kann…

Man muss sich also VORHER Gedanken machen ob sich ein Eintritt in einen fremden Markt finanziell überhaupt lohnt bzw. lohnen kann. Ansonsten kann es sehr gut sein dass man Manpower und Kohle investiert und erst dann merkt dass es eigentlich gar keinen Sinn macht…

Schritt 2: Gibt es schon internationale Besucher auf meiner Website und was machen diese?

Als erstes sollte man sich ansehen aus welchen Ländern die aktuellen Besucher auf meiner Wesbite kommen und welche Sprache diese sprechen. Mit Google Analytics geht das ganz einfach. Dazu auf auf „Audience > Demograpics > Location“ gehen und als „Secondary Dimension“ nach „Language“ suchen und auswählen. So sieht das Ganze dann aus:

Google-Analyitcs-demographics

 

Nachdem man jetzt herausgefunden hat welche Länder und welche Sprachen am wichtigsten sind sollte man mit folgenden Punkten weitermachen:

  • Über welche Keywords kommen die User? Wobei die [not provided]-Problematik einem die Analyse mit Sicherheit nicht leichter macht…
  • Welche Seiten wurden besucht?
  • Welche Produkte/Services haben konvertiert?
  • Wieviele Conversions gab es insgesamt außerhalb des Kernlandes und wie sehen die Conversionrates im Vergleich zu Hauptland bzw. –sprache aus?

Und um vom Feeling her ein noch besseres Gefühl zu bekommen, sollte man auch checken welche Suchmaschinen einem Besucher aus den unterschiedlichen Ländern und Sprachen besorgen. Diese Daten findet man unter Traffic Sources > Search > Organic, klickt auf “Source” und wählt dann als Secondary Dimension einfach “Language”:

Google-Analyitcs-searchengines

 

Insgesamt wissen wir jetzt viel mehr über unsere Besucher, vor allem unsere internationalen. Diese Informationen sind extrem wichtig für unseren nächsten Schritt, die internationale SEO Potentialanalyse.

Schritt 3: Gibt es überhaupt einen internationalen Markt für meine Website und wie bewerte ich diesen?

Nachdem wir nun entschieden haben sollten dass unser Business Modell und unsere Dienstleistungen auch in anderen Ländern bestehen können geht es nun darum das Potential von organischem Trafficvolumen, Userverhalten,  Keywords und natürlich dem Wettbewerb zu checken. BTW: Spätestens an dieser Stelle sollte man sich einen Nativespeaker dazuholen. Wenn man sich mal überlegt wie schwierig es schon ist die innerdeutschen Feinheiten zu berücksichtigen (Brötchen vs. Semmel vs. Schrippen) wie soll man da die internationalen Gegebenheiten auf dem Schirm haben?

Um einen ersten  Blick von relativ weit oben zu bekommen sollte man Dienste wie bspw. Statcounter verwenden um zu sehen welche die wichtigsten Suchmaschinen innerhalb der Länder sind in die man expandieren will.

Wenn es mal nicht Google sein sollte muss man im Hinterkopf haben dass unterschiedliche Suchmaschinen auch algorithmisch unterschiedlich ticken können, d.h. man muss herausfinden welches die wichtigsten Rankingfaktoren der unterschiedlichen Suchmaschinen sind. Und genausowichtig ist es auch die Keywordrecherche mit den Tools der jeweiligen länderspezifischen Suchmaschinen-Platzhirsche wie Baidu mit dem Baidu Index zum Research

baidu-index

…den Yandex Keyword statistics

yandex-wordstat

…oder dem Seznam-Keywordtoool durchzuführen.

 seznam-keyword-tool

Um aber wieder auf Google zurückzukommen könnte man folgendermaßen vorgehen: Man sucht sich das entsprechende Land und die entsprechende Sprache raus und gibt die internationalen Keywords ein die man vorher in Google Analytics identifiziert hat:

kw-planner

Mit diesen Vorschlägen – am besten denen mit wirklich hohem Suchvolumen – könnte man jetzt mit Keywordtools wie Ubersuggest weitere Keywordkombinationen herausfinden und auch diese wieder nach Suchvolumen checken. Um die wichtigen Keywords mit weiteren relevanten Daten anzureichern haut man diese dann bspw. in die Searchmetrics Research-Tools rein und bekommt ein immer klareres Bild:

international-keyword-research

Und auf diesem Weg ermittelt man auch seine Wettbewerber (Keyword Research > Rankings > Organic Rankings):

seo-competition-international

Hier sollte man zuerst von außen auf Organische Sichtbarkeit, PPC-Sichtbarkeit, Social Sichtbarkeit und die Backlink-Keyfacts schauen:

international-search-competition

Wichtig ist es hier auch immer ein zweites Tool zu verwenden. Jeder Jeck is anders und jedes SEO Tool spuckt unterschiedliche Daten aus:

sistrix-international-research

Im nächsten Schritt schaut man seinen Wettbewerbern natürlich auch noch unter die Haube:

  • Wie sieht die Seitenstruktur bzw. Informationsarchitektur aus?
  • Welche Art von Content wird verwendet?
  • Wie gut ist die Contentqualität
  • Wie sehen die Backlinks im Einzelnen aus?

Entscheidung treffen

Nachdem man sich Gedanken über die Eignung seines Businessmodells und seiner Produkte/DL gemacht hat, wir uns einen Eindruck über die bereits vorhandenen internationalen Besucher unserer Website gemacht haben und das Marktpotential sowie Wettbewerber analysiert haben sollten wir entscheiden ob wir weitere Schritte angehen. Dabei können wir euch aber nicht helfen, sorry 😉

fazit

Wie bei vielen Dingen im Leben sollte man sich auch beim Vorhaben international zu gehen lieber erstmal ein paar Gedanken machen und vor allem analytisch vorgehen. Lieber man setzt vorher ein paar Tage Arbeit in den Sand um auf die Erkenntnis zu kommen dass es leider doch keinen Sinn macht , als das man erstmal losrennnt und viel zu spät merkt dass man eine Menge Manpower und weitere Kosten verbrannt hat und das Projekt einstampfen muss. Wie gesagt: Alles kann, nix muss!

Geschäftsführer, Inbound Marketing-Freak und King of Tablesoccer – Blogger @rankingCHECK – Privates gibt es hier in meinem Travel- und Foodblog

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4 Kommentare

Gordon schrieb am 29. September, 2013 @ 21:05

Ganz toller Artikel, Marcel. Das ist wirklich mal eine gute Zusammenfassung und Anhaltspunkte für Leute die Internationalisierung wollen …

Carsten Todt schrieb am 10. November, 2013 @ 21:31

Ich denke, besonders wichtig sind Verlinkungen aus allen Ländern. Ich stellte fest, dass man aus einigen Ländern relativ leicht verlinkt wird, aus anderen schwieriger. Man sollte wohl viele Links mit möglichst vielen unterschiedlichen Länder-Domain-Änderungen haben.

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