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Guided Search – wie Pinterest zur Suchmaschine wächst

Schon Ende April diesen Jahres hat das Social Network Pinterest seine neue Suche namens Guided Search (dt. geführte Suche) gelauncht. Seither können Nutzer ihre Suche über eine Fülle an Themen- und Interessensgebieten spezifizieren, ohne diese durch die Eingabe präziser Suchterme einzuschränken. Das Entdecken neuer Inhalte steht dabei im Vordergrund und soll die Nutzer noch stärker inspirieren, sowie auf neue Inhalte aufmerksam machen.

Virtuelle Pinnwände, Pins und weibliche Nutzer

Über Pinterest können Nutzer Bilder an virtuelle Pinnwände heften und sich von der schier unendlichen Masse an Bildern inspirieren lassen. Die meist weiblichen Nutzer können diese Pinnwände selbst erstellen, eigene Pins posten, diese teilen und liken. Sie können zudem allen Pinnwänden eines Nutzers folgen, aber auch nur einzelnen. Die Interaktionen innerhalb des Social Networks finden in Form von Likes und Kommentaren, sowie dem Teilen der Inhalte, statt.

Laut eigenen Angaben bedient Pinterest zu einem Großteil mobile User und bezieht sich zudem auf eine fast ausschließlich weibliche Nutzergruppe zwischen 25 und 35 Jahren (Klick zur Quelle). Seit dem Launch im März 2010 wurden mehr als 30 Milliarden Pins auf der ganzen Welt veröffentlicht. Um mobile User stärker einzubinden, launchte Pinterest vor Kurzem die sogenannte „Guided Search“ auch erst einmal nur auf Mobile Devices über Android und iOS, and of course, for english speaking people on desktops.

Entdeckungstour durch die Guided Search

Pinterest „wirbt“ mit dem Slogan, dass Nutzer durch die neuen Suchmöglichkeiten Dinge finden, die sie gar nicht gesucht haben. Es geht also darum, den Entdeckungsgeist zu wecken und Impressionen aufzunehmen. Pinterest lebt sozusagen vom Suchen und Finden, demnach ist der Schritt zur geführten Suche, die in diesem Abschnitt auch näher erläutert wird, ein fast unausweichlicher und folgerichtiger Schritt. Sich in der unendlichen Fülle an Bildern und Pins zu verlieren, ist längst nicht mehr neu für eingefleischte Nutzer.

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Nach der Eingabe eines beliebigen Begriffs, werden dem Suchenden weiterführende Einschränkungsmöglichkeiten angezeigt. Beispiel (alle folgenden Suchen wurden mit dem iPhone durchgeführt, s.a. Screenshots):

Der Suche nach „Cupcakes“ folgen dann  Begriffe wie „Recipes“, „Ideas“, „Chocolate“, „Decoration“, „Birthday“, „Vanilla“, „Wedding“, „For Kids“, „For Boys“, „Christmas“, „Halloween“, „Cute“, „Red Velvet“, „Oreo“, „Easter“, „Easy“, „Strawberry“, „Rainbow“ und viele weitere zur möglichen Spezifizierung der ursprünglichen Eingabe. Wird nun einer dieser Begriffe angeklickt, wandert dieser als Suchwort ebenfalls in die Eingabemaske. Die Suchphrasen lauten nun also beispielsweise „Cupcakes“ und „Chocolate“. Die Suche lässt sich so kinderleicht weiter verfeinern und einschränken. Ebenso einfach lassen sich die Suchbegriffe auch wieder entfernen. Diese Such- und Navigationsmöglichkeit ist wirklich für jeden selbsterklärend.

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Pinterest schlägt mit der Einführung der Guided Search eine Brücke zwischen dem allgemeinen Navigieren innerhalb der 32 bestehenden Kategorien und sehr spezifischen Suchanfragen, wie wir sie eher von Google kennen. Ziel ist also nicht konkrete Nutzerfragen zu beantworten, sondern die von Nutzern bereitgestellten Bilder (Stichwort: User-generated content) miteinander zu verknüpfen und daraus eine Suche zu entwickeln, die ganz neue Möglichkeiten bereithält. Voraussetzung für das Ganze ist die Abhängigkeit der sogenannten „verwandten Pins“. Aktuell sind wohl schon 90 Prozent aller Pins mit anderen verknüpft.

Die neuen angezeigten Kategorien bzw. Schlagworte spiegeln übrigens die Masse und die aktuellen Trends auf Pinterest wider.

Zauberbegriff „Content Curation“?

Zuerst eine kurze Definition: „Content curation is the process of collecting, organizing and displaying information relevant to a particular topic or area of interest.“ (Quelle Wikipedia, gefunden bei Aleyda Solis). Das Zusammentragen und Aufbereiten von Inhalten zu bestimmten Themen ist alles andere als neu und findet gerade im Social Web zahlreiche Anwendungen.

content curation
Getting Content Curation right / @SMX München 2014 / Aleyda Solis

In den Kulturwissenschaften beispielsweise übernehmen Kuratoren die Aufgaben der Pflege von Kultursammlungen. Wenn wir uns ins Jahr 2000 zurückerinnern, sahen die Startseiten von Alta Vista, Yahoo und Co. noch ganz anders aus. Die Suchmaschinen zeigten statt den neusten Nachrichten damals noch nach Themen geclusterte Startseiten an. Durch Anklicken einer dieser Kategorien wurden dem Nutzer wiederum weitere Themengebiete angezeigt. Dieses Spiel lässt sich auf viele aufeinanderfolgende Ebenen herunterbrechen. Doch es wurde schnell unmöglich alle Inhalte zu kategorisieren. Larry Page und Sergey Brin konnten mit dem PageRank-Algorithmus und der einzeiligen Google-Suche das Internet revolutionieren (hier zur Quelle). Die Inhalte mussten nicht mehr in Themen untergliedert werden um auffindbar zu sein.

Fazit

Mit dem Social Web und der Einfachheit Inhalte zu erstellen und sie anderen Nutzern zur Verfügung zu stellen, wird das Schlagwort „Content Curation“ wieder aus der Versenkung geholt. Denn nun ist es eben auch den Nutzern selbst möglich, Inhalte zu kategorisieren sowie zu clustern und sie so für andere nutzbar zu machen. Pinterest hat mit seiner Guided Search genau diese Möglichkeiten aufgegriffen und lässt quasi seine Nutzer für sich arbeiten. Und wer könnte das nicht besser als die Menschen, die für ihre Hobbies brennen?

Weiterführender Lesetip: Meine Kollegin Désirée hat sich für den Marketing Mittwoch eingehend mit dem Thema Promoted Pins und den Werbemöglichkeiten bei Pinterest beschäftigt.

Maja hat Informationsmanagement (B. A.) in Stuttgart sowie Information Science & Engineering (M. Eng.) in Darmstadt studiert und beschäftigt sich seither mit dem Thema Online Marketing. Durch berufliche Stationen bei der Deutschen Telekom, Popularity Reference und Axel Springer konnte sie vielfältige Disziplinen kennen lernen. Aktuell ist Maja Director Online Marketing bei rankingCHECK.

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