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Google Hummingbird Update: Was bedeutet das für die Suchmaschinenoptimierung?

Vor gut zwei Wochen stellte Google das neue Hummingbird Update vor. Was bewirkt die Algorithmus-Änderung und was bedeutet das für die Optimierung meiner Webseite? Wir haben den Kolibri mal etwas genauer unter die Lupe genommen und erklären, worum es bei dem Update genau geht, wie es sich auf die Rankings auswirkt und wie man die eigene SEO-Strategie anpasst, um von den Veränderungen zu profitieren.

 Was ist das Google Hummingbird Update?

Das bereits seit Anfang September greifende Update betrifft rund 90% der weltweiten Suchanfragen und ist somit das größte Algorithmus-Update seit 2001. Anders als beim Pinguin und Panda, ist Hummingbird nicht ein penalty-basiertes Update (zur Reinigung der SERPs zu Gunsten von qualitativ hochwertigen Inhalten). Google versucht vielmehr die Intention einer Suchanfrage zu verstehen, als die einzelnen Terme separat zu interpretieren. Angesichts der steigenden Zahl von Smartphone Usern und Voice Searchers sicherlich ein folgerichtiger Schritt.

Was bedeutet das für Online Marketers und SEOs?

Allgemein bedeutet es vor allem, dass der Inhalt auf einer Webseite immer wichtiger wird. Die Zielvorgabe muss lauten:

  • Relevanz für eine Thematik zu entwickeln (sind meine Inhalte für User generell interessant?)
  • den Content mehr denn je auf User Bedürfnisse abzustimmen (welche Fragen haben meine User zu meiner Dienstleitung, Produkt oder Service konkret?)
  • und Themencluster ganzheitlich abzudecken (semantische Wortbeziehungen ausbauen)

Inhalte, die lediglich auf einzelne Keywords optimiert sind, dürften es in Zukunft schwerer haben. Nun ist dieser Ansatz nichts Neues, aber spätestens jetzt sollte dem Letzten klar geworden sein, wo die Reise bei Google hingeht. Spannender ist jedoch, wie sich die eigene SEO-Strategie an das Update anpassen lässt und welche Optimierungsmöglichkeiten mir konkret zur Verfügung stehen.

Passen Sie Ihre Keyword-Strategie für dialog-orientierte Abfragen an!

Eine Herausforderung mit der Google konfrontiert wird, sind die immer häufiger auftretenden dialogorientierten Suchanfragen. “Wo ist die nächste…?”, “Wo bekomme ich…?”, “Wie kann ich…?” Bei der Interpretation dieser längeren Suchphrasen kann sich Google nicht mehr nur auf die einzelnen Keywords verlassen und für jedes Wort unterschiedliche Ergebnisse ausliefern. Durch den Kolibri ist es Google nun möglich die Intention hinter einer Suchanfrage anhand von personalisierten und allgemeinen Nutzerdaten schneller und vor allem besser auszuliefern. Wie sieht dies konkret aus?

Informativ-orientierte Suchanfrage

  1. Der User möchte wissen “Wie alt ist Boris Becker?”, also…
  2. möchte er allgemeine Informationen zu Boris Becker, also…
  3. findet der User diese Info auf Biografie-ähnlichen Seiten

Wie-alt-ist-Boris-Becker

 Navigatorisch-orientierte Suchanfrage

  1. Der User möchte wissen “Wie lautet die offizielle Webseite von Coca Cola”, also…
  2. möchte er auf die Webseite von Coca Cola, also…
  3. benötigt er die Ergebnisse für Unternehmens- und Produktwebseiten

Offizielle-Webseite-von-Coca-Cola

Transaktions-orientierte Suchanfragen

  1. Der User möchte wissen “Wo ist der nächste Hermes Shop”, also…
  2. möchte er geografische Angaben zum nächsten Paketshop haben, also…
  3. findet er den Hermes Paketshop-Finder

Hermes-Shop-Finder

Wie sollte ich vorgehen?

Sammeln Sie alle dialog-orientierten Keywordphrasen, die Nutzer zu Ihrer Webseite verwendet könnten und klassifizieren Sie diese in die Bereiche informativ-orientierte,  navigatorisch-orientierte und transaktions-orientierte Suchanfragen. Stellen Sie sicher dass Ihr Content die drei Bereiche abdeckt:

  1. Kreieren Sie für die informativ-orientierte Suchanfrage edukativen, Wikipedia-artigen Content
  2. Navigatorisch-orientierte Suchanfrage beziehen sich vor allem auf Ihren Brandnamen, Produktnamen und den Namen der Webseite. Daher sollte die Brand Erwähnungen mit thematisch relevanten Inhalten unbedingt verknüpft werden.
  3. Verwenden Sie für transaktions-orientierte Suchanfragen passende Keywords wie z.B. “Benjamin Garboniak – Suchmaschinenoptimierer aus Köln”

Verwenden Sie Synonyme und themenbezogene Terme

Ein weiterer Schritt in Richtung Relevanz ist die zusätzliche Verwendung von Synonymen. Google zeigt in den SERPs nun nicht mehr nur die Exact Match Ergebnisse an, sondern zieht ebenfalls themenbezogene Terme heran. Für uns Suchmaschinenoptimierer bedeutet dies vor allem, Synonyme stärker für die Keyword-Strategie zu berücksichtigen und in den Content mit einfließen zu lassen.

Um zu sehen, welche Begriffe Google als Synonym in Betracht zieht, sollte das Augenmerk auf verwandte Keywords, Akronyme oder unterschiedliche Schreibweisen bei den eigenen Suchergebnissen gerichtet sein.

Injera-Suchergebnis

Erweitern Sie Ihren Liste von Synonyme mit den Keywords, die bereits Traffic auf Ihre Webseite bringen (z.B. mit Hilfe der Google Webmaster Tools und Google Analytics) und verwenden Sie Google Suggest oder das rankingCHECK LSO Tool für weitere Keywordideen:

Google-Suggest

Bemühen Sie sich um Co-Citations

Ein weiteres Mittel für Google zu erkennen, worum es auf ihrer Webseite geht, sind Co-Citations. Jedes Mal, wenn Ihre Brand zusammen mit Wettbewerbern auf anderen Seiten erwähnt oder verlinkt wird, gibt dies Google den Hinweis, dass die Webseiten thematisch mit einander verwandt sind.

Identifizieren Sie also Ihre Top-Konkurrenten und stellen Sie sicher, dass Ihre Marke zusammen mit diesen Wettbewerbern auf anderen Webseiten erwähnt wird:

  1. Führen Sie eine Google-Suche mit Suchphrasen wie “Top 10 [der Oberbegriff für Ihr Business] …”, “Beste [der Oberbegriff für Ihr Produkt] 2013”, etc. durch. Wenn Ihr Unternehmen nicht aufgelistet wird, kontaktieren Sie den entsprechenden Publisher und fragen sie, ob Sie mit in die Liste aufgenommen werden.
  2. Suchen Sie nach weiteren Wettbewerbern, die bei Ihren relevanten Keywords vor Ihnen auftauchen, um weitere Co-Citation-Möglichkeiten zu bekommen.
  3. Untersuchen Sie das Backlinkprofil Ihrer Wettbewerber, um weitere Quellen herauszufinden, die Sie ebenfalls verlinken könnten.

Überdenken Sie Ihre Anchor-Texte

Auch wenn die übermäßige Verwendung von rein kommerziellen Anchortexten mittlerweile eh nicht mehr zu empfehlen ist, so stellen interne Verlinkungstexte weiterhin ein wichtiges Signal zur Einschätzung des Themas einer Seite dar.

Der beste Beweis dafür ist immer noch die Webseite Adobe.com, welche für “click here” allein auf Grund der Anker Texte rankt:

Abode-click-here

  1. Führen Sie eine Bestandsaufnahme Ihrer Webseite hinsichtlich interner Links durch (z.B. mit dem Screaming Frog) und optimieren Sie diese zusätzlich mit Verlinkungstexten für semantisch relevante Keywords.
  2. Führen Sie ebenfalls eine Bestandsaufnahme Ihrer Webseite hinsichtlich externen Links durch und passen Sie dieser Ihrer neuen Strategie an.
  3. Verwenden Sie nicht nur Keywords in den Verlinkungstexten selbst, sondern ebenfalls Keywords und Synonyme in dem umliegenden Text.

Mehr Aufmerksamkeit auf Universal-Search Ergebnisse richten

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Google auf Grund des Hummingbird Updates zukünftig mehr Universal Search Ergebnisse einspielen wird. Logisch, denn wenn ich nach “beste übungen für oberschenkel” suche, ist ein Video mit Übungsanleitungen für mich das beste Suchergebnis:

Oberschenke-Uebungen-SERPs

Für die Suche nach der besten Pizzeria eignen sich hier natürlich die Google Places Einbindung:

Pizzeria-Koeln-SERPs

Dies ermöglicht Ihnen mehr denn je Besucher durch zusätzliche Traffic-Kanäle zu generieren. Ermitteln Sie dazu, welche Suchergebnisse für Ihre Hauptkeywords angezeigt werden.

  1. Macht eine Google Places Optimierung für mein Business Sinn?
  2. Sind meine Bilder für die Google Suche optimiert?
  3. Sind eigene Videos und deren Youtube-Optimierung für meine Zielgruppe relevant?

Nutzen Sie strukturierte Data Markups

Um mehr über Ihre Webseite (Thematik und Inhalte) zu erfahren, dürfte Google zukünftig immer mehr auf Aufmerksamkeit auf strukturierte Daten legen. Da Maja bereits letzte Woche ausführlich zu dem Thema Strukturierte Daten im Internet berichtet hat, lasse ich diesen Bereich mal außen vor.

Ben Garboniak ist SEO Consultant bei rankingCHECK und für den Bereich Kreation zuständig. Während er online über Themen rund um die Suchmaschinenoptimierung und Social Media Marketing schreibt, befasst er sich analog mit Grafikdesign, Photographie, Foosball und seiner Dackelmischlingsdame Pera.

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18 Kommentare

Güngör schrieb am 13. Oktober, 2013 @ 22:01

Hey Ben.
Wirklich gute Tipps um mit seinem Blog auf gute Rankings zu kommen.

Auf nur einige wenige und bestimmte Keywords zu optimieren wird in Zukunft wenig Erfolge einfahren. Die Verlinkung mit themenrelevanten Seiten und dazu noch qualitativ unique und den “Bedürfnissen des Besuchers” abgestimmter Content wird immer bedeutender werden.

Ich teile ebenfalls viele deiner Vorgehensweisen für eine gute Optimierung des Blogs. Ich hoffe, dass nicht allzu viele Google Updates das Ranking durcheinenader wirbeln, was allerdings zu erwarten ist.

Ralf Thode schrieb am 14. Oktober, 2013 @ 9:42

Hallo Ben,
vielen Dank für die Beschreibung des Algorithmus Updates be Google. Weil ich ohnehin dabei bin meine Website umzustrukturieren, kam Dein Beitrag genau zur richtigen Zeit. Weil es gerade in meiner Branche viele Suchanfragen gibt, die in der von Google preferierten Art und Weise gestellt werden, ist Dein Beitrag ganz besonders wertvoll.
Vielen Dank dafür
Ralf Thode

Michael Schrader schrieb am 14. Oktober, 2013 @ 11:42

Hallo Ben,

besten Dank für die sehr verständliche Erklärung wie Google und Co in Zukunft die Rankings behandeln werden. Als aktiver Anwender und Suchmaschinenoptimierer für unsere Kunden stolper ich jedoch immer wieder über die Frage ob die bisher ausgegrenzten Stop-Words nicht in Verbindung mit den neuen Suchphrasen wieder mehr an Bedeutung gewinnen werden. Google hat diese in der Vergangenheit ja weitestgehend aus seinen Algorithmen gestrichen. Nun werden doch Stop-Words wieder existenziell wichtig um Wortphrasen richtig interpretieren zu können oder sehe ich das falsch? Wie seht ihr diesen Denkansatz?

Viele Grüße aus dem Web,

Michael Schrader

Leo schrieb am 14. Oktober, 2013 @ 15:43

Ich konnte schon Änderungen sehen. So werden z.B. manche Firmenverzeichnisse den Firmenwebseiten vorgezogen. Keine klare Verbesserung, aber durchaus eine Änderung, da große Firmenverzeichnisse besseres Markup und mehr Signale erzeugen.

Bernd schrieb am 14. Oktober, 2013 @ 19:25

Super Artikel, bin da echt deiner Meinung und denke auch das Themenrelevante Optimierung der Weg sein wird 😉
Danke für die Tips und Kniffe, vielleicht schaff ichs so mal etwas höher.

Grüße Bernd

Ilka schrieb am 16. Oktober, 2013 @ 10:10

Toller Artikel – eine Flut von Informationen kompakt und verständlich erklärt. Der beste deutschsprachige Artikel zum Hummingbird Update den ich bislang finden konnte.

Peter Demel schrieb am 16. Oktober, 2013 @ 11:49

Das ist ja interessant. Und sehr gut erklärt. Das Google Places, stört mich ein wenig, weil ich global für den deutschsprachigen Raum “arbeite”. So sind die lokalen Suchergebnisse nicht wirklich relevant. Da muss man auf die 1 oder 2 bei den Suchergebnissen. Das kommt dann noch vor den lokalen Suchergebnissen.

Jens schrieb am 21. Oktober, 2013 @ 8:42

Ich finde es unglaublich wie Google vorgeht um bessere Ergebnisse für seine User zu erhalten. Es ist an Strategie kaum zu überbieten. Jeder SEO kann es mit einfachem Menschenverstand nachvollziehen, welche Schritte Google als nächstes unternimmt um es den bösen Seo`s schwer zu machen. Was glaubt Ihr kommt als nächstes? Auf jeden Fall geht uns die Arbeit nicht so schnell aus.

Sound Of Rock schrieb am 21. Oktober, 2013 @ 11:20

Danke für diesen Post.
Google schafft es mal wieder die SEO-Welt in Aufruhr zu versetzen. Ich finde die Änderungen waren schon vorhersehbar und sind auch nachvollziehbar. Dennoch denke persönlich, dass die User zukünftig häufiger zu Mitteln greifen, um die eigenen Daten zu verschlüsseln. Aber wir werden sehen wie es kommt. Google hat ja immer noch ein Ass im Ärmel…

Frank schrieb am 22. Oktober, 2013 @ 23:38

Sehr interessanter Artikel, vielen Dank dafür. Ein wenig davon werde ich auf jeden Fall versuchen umzusetzen. Aber klingt gar nicht soooo einfach, da ich am liebsten einfach aus der Kalten her raus schreibe. ^^

Ben Mueller schrieb am 23. Oktober, 2013 @ 6:26

Das Hummingbird Update hat sicherlich alle überrascht und somit werden die Auswirkungen erst in 2-3 Monaten sichtbar wenn sich jeder SEO mit dem neuen Algorithmus angefreundet hat und seine eigenen Seiten auch mal näher untersucht hat, welche schon gut performen und warum andere Seiten einfach nicht den gewünschten Erfolg haben – Wird spannend!

Murat schrieb am 23. Oktober, 2013 @ 19:53

Sehr interessant aber ziemlich viele Neuigkeiten auf einmal. Werde jetzt mal nach und nach die Anpassungen vornehmen und bin auf die Ergebnisse gespannt!

Oli schrieb am 31. Oktober, 2013 @ 15:19

Was aber meiner Meinung nach bei der Veränderung der Keywords auf orientierende Synonyme nicht vergessen werden darf, ist, dass die normalen Keywords ja trotzdem auch noch gesucht werden. Also eine komplette Umstellung halte ich nicht für sinnvoll.

Michael Marheine schrieb am 10. Januar, 2014 @ 9:38

Die Komplexität des Updates hat viele, wenn nicht alle überrascht! Ich meine allerdings, dass man sich schon denken konnte, dass die Reise in Richtung “semantischer Suche” bereits längst geht.

Die Suche findet durch die sehr verbreitete Nutzung von Sprachsuchen über mobile Geräte (bspw. Siri) zunehmend über diese Hilfsmittel statt, ohne lästig eingegeben werden zu müssen. Dadurch entsprechen die Anfragen auch nicht dem getippten Stakkato einer Texteingabe.

Jetzt wird Google schnell lernen, die oft unterschiedlichen Bedeutungen von einzelnen Wörtern in diversem Kontext interpretieren zu lernen. Ich denke, dass das ruckzuck gehen wird, denn die wenigsten Menschen nutzen tatsächlich grosse Wortschätze – allemal bei der Suche. Ich bin immer gut damit gefahren, Texte unabhängig von allzu viel Augenmerk auf SEO zu schreiben.

Meine Artikel und die, die ich für Kunden ins Netz stellte ebenso, ranken nun eher noch besser und das zeigt mir, dass es in Richtung guter Inhalte geht, die wirklich dem Leser helfen. Da erkennt nun auch Google, dass sich die einen mehr Mühe geben, wie sie ihre Berichte aufbereiten!

Kunden, die “mal eben schnell” gut ranken wollen, werden nun mehr Geld in die Hand nehmen müssen, um gute Texter anzustellen, die eben so schreiben, wie man das auch lesen möchte … eben nicht Keyword-Phrasen in jedem zweiten Satz wiederholen.

Michael Marheine

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