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It’s all about Google – Antwortboxen, Authorships und Snippets

Veränderungen in den Suchergebnissen gibt es jeden Tag, doch fallen uns einige weniger und andere mehr ins Auge. Seit 2011 liefert Google in der Universal Search auch Bilder- und Videoergebnisse aus und reichert die SERPs mit Daten der vertikalen Suchen an. Auch News- und Maps-Integrationen gehören seit langem dazu und wir können uns die Ergebnislisten ohne Rich Snippets kaum noch vorstellen. Aufmerksamkeit erzeugen ist das aktuelle Stichwort. Doch damit nicht genug: 2012 ging Google noch einen Schritt weiter und versucht seither, weiterführende Informationen und semantische Ergebnisse mit Hilfe des sogenannten Knowledge Graph auszugeben. In diesem Artikel gehe ich auf die letzten Veränderung ein, die uns tagtäglich verfolgen und die Grundlagen für die zukünftige Entwicklung bilden. Eine spannende Reise in die bunte Google-Welt von morgen.

Google als Antwortmaschine

Erst diese Woche hat Svenja auf sem-deutschland.de über die Veränderungen der letzten Monate in den SERPs geschrieben und einige interessante Beispiele aufgezeigt. Sie bezeichnet Google als Vermittler von Informationen und die Suchergebnisseiten sind demnach ein Bindeglied zwischen Nutzern und Webseiten. Der derzeitige Trend ändert sich dahingehend, dass Google als Antwortmaschine agiert und Fragen von Nutzern beantworten kann, oder es zumindest versucht. Wir geben weiterhin Suchphrasen bei Google ein und die Suchmaschine zeigt uns seit einiger Zeit nicht mehr nur einfache Ergebnisse mit Links zu anderen Webseiten an, sondern stellt uns eigene Ergebnisse in Form von Antworten bereit. Somit muss ich als Nutzer keine weitere Seite mehr anklicken, sondern bleibe bei Google selbst. Sucht man beispielsweise nach „köln wetter“ oder „wie ist das wetter in köln“ rutscht das eigentliche erste Suchergebnis nach unten und der Nutzer bekommt eine Antwortbox mit detaillierten Informationen rund um das Wetter in Köln angezeigt – passend auf die zuvor eingegebene Phrase.

wetter koeln

Je nach Bildschirmgröße bzw. Endgerät rutschen die eigentlichen Ergebnisse sogar komplett aus dem sichtbaren Bereich und der Nutzer kommt gar nicht mehr in die Versuchung überhaupt nur nach unten zu scrollen und ein Suchergebnis anzuklicken. Die Suchanfrage wurde also ohne Google zu verlassen, beantwortet. Und auf welchen Positionen nun wetter.com, wetter.de oder wetteronline.de stehen, hat keine Relevanz mehr. Auf Top-Positionen zu ranken ist somit auch nur noch relativ, denn diesen Portalen wird ein enormes Traffic-Potenzial vor der Nase weggeschnappt. Auf ein Suchergebnis klicken war also gestern.

Veränderungen der Authorship-Snippets

Und auch in Sachen Authorship geht Google einen Schritt weiter – oder sollte ich lieber sagen zurück? Bei der Pubcon Las Vegas im Oktober 2013 kündigte Matt Cutts an, dass die Authorship-Integration zurückgeschraubt werden, denn Tests zufolge sei deutlich, dass mit 10-15 Prozent weniger Integrationen die Suchergebnisse qualitativ hochwertiger seien. Für die Konferenz-Teilnehmer kam diese Aussage unerwartet und Cutts sagte weiter, dass zukünftig nur noch so genannte „high quality Authors“ in den Suchergebnissen angezeigt werden. Der Nutzer könne sich bei der Anzeige von Autorenbildchen deshalb wirklich sicher sein, Content eines echten Autoren, bzw. Experten zu sehen. Die Integrationen stellen somit ein wichtiges Qualitätsmerkmal und einen noch größeren Vertrauensbeweis dar.

Anfang/Mitte Dezember war es dann soweit und Google schraubte tatsächlich an den Authorship-Integrationen, sodass innerhalb weniger Tage diese Integrationen scheinbar entführt worden waren. Sind die Authorship-Markups also wirklich Google selbst zum Opfer gefallen und entführt Google seine eigenen Kinder?

Von einer Entführung möchte ich in diesem Fall gar nicht sprechen, doch die Suchmaschine scheint ihre Kinder einzusperren und nicht mehr frei durch die SERPs laufen zu lassen. Auffällig ist, dass die Ergebnisse teilweise auch einfach ohne Autorenbild angezeigt werden. Der Autorenname und die Verlinkung zu Google+ besteht weiterhin, doch mit dem Wegfall des Bildes wird einem genau die Aufmerksamkeit genommen, die dieses Ergebnis zuvor hervorgerufen hat.

strukturierte daten ohne autorenbild
Authorship Snippet ohne Autorenbild

Weiterhin sind auch Autoren-Snippets mit zusätzlichen Sitelinks zu finden, die einem wirklich ins Auge fallen. Diese Snippets nehmen sogar doppelt so viel Platz ein wie die „normalen“ Ergebnisse mit lediglich Titel, URL und Description.

autorensnippet mit sitelinks
Authorship Snippet mit Sitelinks
autorensnippet mit bewertung
Authorship Snippet mit Bewertung

Seit den Veränderungen im Dezember scheint Google allerhand unterschiedliche Snippets zu testen und noch nicht den Weg in die richtige Richtung gefunden zu haben. Im Januar so scheint es, ist die Anzahl der Authorship-Integrationen wieder gewachsen. Aber ist Google wirklich schon in der Lage über wichtige und unwichtige Autoren zu entscheiden und dementsprechend die Snippets anzuzeigen? Die Anzahl der eigenen Follower auf Google+ kann ein Indiz von vielen sein.

Wohin die Reise geht

Um das ganze Prozedere einmal kurz zusammenzufassen: Aktuell wirbelt Google mit den Authorships vor sich hin und im Grunde müssen wir abwarten bis sich Google wieder beruhigt und in welche Richtung die Einblendungen gehen. Gerade im Bereich Online Marketing wurden enorm viele Autoren-Snippets angezeigt, sodass man teilweise vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr gesehen hat. Doch die Branche kann nicht als Durchschnitt gezählt werden. In anderen Branchen sind deshalb Authorship-Integrationen mit Autorenbild sehr interessant und wahrscheinlich weniger irreführend, denn dann hat nicht jedes zweite Ergebnis eins. In Zukunft werden deshalb hoffentlich mehr technikbegeisterte bzw. internetaffine Menschen das Authorship einbauen und auch auf Google+ aktiv. Auch wenn ich nicht immer den Vorteil von Google+ sehe, ist das Zusammenspiel der unterschiedlichen Dienste mehr als spannend. Google geht in jedem Fall mit der Augenmerk auf die Autoren in die richtige Richtung.

Neben den Veränderungen in Sachen Authorship werden wir auch zukünftig fast täglich neue Antwortboxen bei Google sehen, die uns gar nicht mehr in Versuchung bringen auf andere Webseiten zu klicken. Wo dieser Weg hinführt mag man sich gar nicht ausmalen. Absehbar ist, dass Google seine Reise Richtung semantische Suchmaschine, die thematische Zusammenhänge herstellen kann, gerade erst begonnen hat und erste Schritte gegangen ist.

Maja hat Informationsmanagement (B. A.) in Stuttgart sowie Information Science & Engineering (M. Eng.) in Darmstadt studiert und beschäftigt sich seither mit dem Thema Online Marketing. Durch berufliche Stationen bei der Deutschen Telekom, Popularity Reference und Axel Springer konnte sie vielfältige Disziplinen kennen lernen. Aktuell ist Maja Director Online Marketing bei rankingCHECK.

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6 Kommentare

Gretus schrieb am 27. Januar, 2014 @ 9:55

Hallo,

schöne Darstellung des derzeitigen Stands der Dinge. Wahrscheinlich muss man sich früher oder später von der Tatsache verabschieden, dass Suchmaschinen irgendeine Verpflichtung haben, nicht vornehmlich auch kommerziell zu agieren…

Grüße

Gretus

Maja Benz schrieb am 27. Januar, 2014 @ 11:59

Danke!

Absolut, es ist wirklich spannend, wie sich die SERPs verändern und verändern werden.

Viele Grüße
Maja

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