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“That’s a great Question” – Matt Cutts beantwortet Fragen zu SEO (Teil 1)

Jeder der sich mit Suchmaschinenoptimierung  beschäftigt, sei es privat für den eigenen Blog, beruflich in einer Agentur, oder als Inhouse SEO, kennt das Problem: Google will partout nicht mit dem Algorithmus rausrücken. Das ist natürlich ärgerlich, könnte man doch die verlorene Zeit in die Optimierung der eigenen Webseite investieren, anstatt sich mit der Interpretation von Datenauswertungen zu beschäftigen, oder sich das fehlende Wissen mühsam über diverse SEO-Blogs anzueignen. Wir bei rankingCHECK haben den Algorithmus natürlich geknackt, müssen ihn aber aus rechtlichen Gründen leider für uns behalten (Ein dickes Sorry an dieser Stelle). ;-)

Stattdessen wollen wir heute Google selbst zu Wort kommen lassen, und zwar in Form von Matt Cutts, Googles Head of Spam und SEO Missionar Nr. 1. Matt predigt regelmäßig das Wort Googles über den Webmaster Central Channel auf Youtube. Dort beantwortet er Userfragen in Bezug auf die Suchmaschinenoptimierung und gibt hilfreiche Tipps, wie Webmaster ihre Rankings langfristig verbessern können. Derzeit befinden sich 369 Videos auf diesem Channel und wir haben uns mal die Mühe gemacht, ein paar interessante herauszupicken und diese (frei!) ins Deutsche übersetzt.

Matt Cutts from Google in a purple Shirt

Wie viel redaktioneller Inhalt sollte auf einer Webseite vorhanden sein?

Matt Cutts: Prinzipiell gibt es hier kein zu wenig. Solange die Webseitengröße nicht die Ladezeit übermäßig strapaziert, ist mehr Content immer wünschenswert. Insbesondere Content in Textform wird vom Google Bot gerne gesehen. Hier kann auch schon wenig redaktioneller Inhalt viel ausmachen.

Was mache ich, wenn das „noindex“ Attribut nicht zu funktionieren scheint?

Matt Cutts: Zum einen sollte man sichergehen, ob der „noindex“ Tag richtig verwendet wird. Die falsche Schreibweise, oder ein Leerzeichen (no index) im Tag führten schon in der Vergangenheit dazu, dass die Seite ungewollt in den Index aufgenommen wurde. Falls dies ausgeschlossen werden kann, ist das Google Webmasterforum die richtige Adresse, um Bugs melden.

Ist das Posten von identischem Content unter verschiedenen TDLs (Top Level Domains) ein Problem?

Matt Cutts: Für gewöhnlich sollte Google identischen Content unter verschiedenen TDLs nicht als Spam oder Dublicate Content werten, sofern sich die Anzahl der Domains in Grenzen hält,  lokale Bezüge wie die Währungseinheit, länderbezogene Sprachunterschiede (z.B. Britisch/Amerikanisch), etc. berücksichtigt werden.

Warum haben Porno Seiten einen niedrigen PageRank?

Matt Cutts: Oft wird die Bedeutung des PageRanks missverstanden und Reputation mit reiner Popularität verwechselt. Auch wenn Porno Seiten mit Sicherheit oft besucht werden, ist die Anzahl und Qualität der Backlinks solcher Seiten eher niedrig, daher haben diese Seiten tendenziell auch einen niedrigen PageRank.

Wie behandelt Google Webseiten, deren Inhalt sich bei jedem neuen Laden der Seite ändert?

Matt Cutts: Beim Besuchen der Webseite kann der Google Bot immer nur den Inhalt der Seite erfassen, der aktuell angezeigt wird („Snapshot“). Rotiert der Inhalt der Seite also bei jedem Nachladen, so wird Google diesen wohl nicht auf Anhieb erfassen können. Wichtige Inhalte und Links sollten daher in einem statischen Teil der Seite platziert werden.

Sollten “back to top” oder andere interne Verlinkungen mit dem Attribut rel=”nofollow” versehen werden?

Matt Cutts: Die Antwort lautet ganz klar: Nein! Sinn macht dieses Attribut nur, wenn es sich um externe Verlinkungen handelt, denen man nicht viel Trust zuspricht, oder Blogkommentaren und anderen Seiten, für die man keinen PageRank abgeben möchte. Er betont hier auch nochmal, dass PageRank Sculpting nicht wirklich gut funktioniert.

Unterstützt Google cross-domain rel=”canonical”?

Matt Cutts: Um zu verhindern, dass mit diesem Attribut Schabernack betrieben wird, wertete Google dies anfangs nur innerhalb der eigenen Webseite. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass diese Sorge zum größten Teil unbegründet war und man sich nach einer Weile dazu entschloss, den Cannonical Tag auch für domainübergreifende Seiten zu werten. Im Grunde funktioniert dieser Tag wie ein 301-redirect und wird entsprechend gleich behandelt, wobei der 301-redirect in solchen Fällen eher zu verwenden ist, da er auch von anderen Suchmaschinen in jedem Fall verstanden wird.

Wie kommt es, dass in manchen Fällen nicht optimierte Webseiten mit wenig Backlinks vor SEO-optimierten Seiten in den Rankings vorkommen?

Matt Cutts: Zum einen spielen sehr viele Faktoren bei der Bewertung von Webseiten eine Rolle. Eine gut optimierte Seite bedeutet jedoch nicht gleichbedeutend, dass der Inhalt dadurch besser ist. Eine “schlecht” optimierte Seite kann durchaus nützliche Informationen beinhalten, die von Google dann entsprechend honoriert wird. Typischerweise zeigt Google zudem nicht alle Backlinks an (Ausnahme die Google Webmaster Tools). Es kann also durchaus sein, dass schlecht optimierte Seiten gute Backlinks haben, ohne dass diese sichtbar sind.

Geben URL Shortener Anchor Texte und PageRank weiter?

Matt Cutts: Die Antwort lautet ja. Im Grunde wirken URL Shortener wie jede andere Weiterleitung und zumindest für bit.ly oder goo.gl sollte gewährleistet sein, dass der Anchor Text und PageRank weitergegeben wird.

Belohnt Google Webseiten, die Adsense verwenden mit besseren Rankings?

Matt Cutts: Absolut nicht. Matt betont, dass dies aus Profitgründen zwar in Erwägung gezogen wurde, man es aber vorgezogen habe zu versuchen, die Loyalität des Users über längeren Zeitraum zu gewinnen, anstatt Ihn durch solche Maßnahme zu verärgern.

Wie lange sollten bei einem Domainwechsel die 301-redirects von der alten auf die neue Domain gesetzt bleiben?

Matt Cutts: Bei einem Domainwechsel kann es durchaus einige Wochen bis ein paar Monate dauern, bis die gesamte Domain migriert ist. Hierbei ist besonders darauf zu achten, dass auf der alten Domain keine Seiten mehr mit einem Status 200 vorhanden sind (betrifft auch Subdomains), da Google Schwierigkeiten hat, diese Signale eindeutig einzuordnen.

Welche Projekte nimmt das Webspam Team 2011 in Angriff?

Matt Cutts: Back to Basics lautet Devise. Darunter fällt Core Spam, Keyword Stuffing, Blogkommentar-Spam, also Spam der relativ einfach zu identifizieren ist, sowie Content Spam und die Qualität von Links. Ebenso wird sich das Team im Besonderen um “hacked Sites” kümmern, als auch die Kommunikation mit Webmaster verbessern.

Wenn du ein SEO in einem großen Unternehmen wärst, welche Strategien würdest du 2011 anwenden?

Matt Cutts: Eines der Dinge,die man beachten sollte, bezieht sich auf die Optimierung der Seiten-Geschwindigkeit. Auch wenn dies keinen wesentlichen Rankingfaktor darstellt, so erhöht sich die User Experience und letztendlich auch der ROI maßgeblich. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Vermitteln der Notwendigkeit von SEO im eigenen Unternehmen und welche Vorteile dies letztendlich zur Folge hat. Die Informationsstruktur der Webseite spielt auch eine wichtige Rolle. Es sollte sicher gestellt sein, dass die internen Links sinnvoll genutzt werden, nicht auf 404 Seiten verweisen und mit passenden Keywords versehen sind. Zu guter Letzt darf auch hier Social Media Marketing nicht fehlen. Prämisse ist hier natürlich guter Content, welcher durch Social Media Kanäle wie Facebook, Twitter und Co. verbreitet und eine breitere Masse an Usern erreichen kann.

Fazit:

Natürlich ist dies nur ein kleiner Auszug der Frage-und-Antwort-Videos von Matt Cutts, aber ich denke er gibt einen recht guten Eindruck wider, welch wertvolle Informationen man zum Teil über die Qualitätskontrolle bei Google beziehen kann. Für diejenigen, die sich gerade in das Thema Suchmaschinenoptimierung einarbeiten, seien diese Videos also ans Herz gelegt, aber auch für Fortgeschrittene dürfte immer noch genügend Neues dabei sein, um die Qualität der eigenen Webseite zu verbessern.

Ben Garboniak ist Consultant Online Marketing bei rankingCHECK und schreibt über Themen rund um die SEO und Social Media Marketing.

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