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SEO Sunday – Die Sache mit den Arschgeigen

Disclaimer: Wenn ich euch heute etwas über den ersten öffentlich ausgetragenen Linkbait im Jahre 2011 erzähle, dann setze ich zu unserer Sicherheit mal lieber das bekannte Augenzwinkern-Tag, welches eben dafür steht, das man nicht alles zu 100% Ernst nehmen soll und wir damit NICHT abmahnfähig sind ;-)

<Augenzwinkern> Das Wort Arschgeigen habe ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gehört, doch vor ein paar Tagen kam dieses Wort mit aller Macht zurück! Diese Woche ging es ja bekanntlich ziemlich Rund in der deutschen Blogosphäre. Ich denke bei der Headline die ich gewählt habe, weiß auch jeder genau worum es geht. Zwar habe auch ich als SEO –man mag es kaum glauben- ethische und moralische Grundsätze, aber von dieser Perspektive haben schon alle möglichen anderen Blogger ihren Senf dazu gegeben, u.a. hier, hier und hier. Ich denke gerade für uns würde das auch mit Sicherheit für unnötigen Ärger sorgen. Zwar würde unsere unvorstellbar große Anwaltsarmee zwar ganz locker damit fertig werden, aber das muss ja nicht sein ;-) Ich will die Geschehnisse hier mal aus SEO-Sicht ansprechen, denn da gab es wirklich ein paar sehr interessante Dinge zu sehen.

Eins mal kurz vorweg, es ist eine Menge Linkjuice geflossen, von Linkgeiz war da nicht viel zu sehen. Jetzt sagen natürlich alle der „Bösewicht“ hat keinen Link abbekommen, sondern alle haben nur auf den „Guten“ verlinkt. Aber Stand jetzt gehören diese ganzen Links doch wieder dem „Falschen“, vorausgesetzt das mit der Domainübernahme hat auch wirklich seine juristische Berechtigung. Ich denke auch, dass man die Zunahme der Link- bzw. Domainpop in den nächsten Wochen in den Graphen der SEO-Tools bemerken wird.

Was ist also aus SEO-Sicht passiert? Es wurde für einen Riesen-Buzz gesorgt, oder wie es laut Hwatcha-Methode heißen würde: Es wurde aus allen Rohren gefeuert. Natürlich hatten die Vorkommnisse nichts mit Strategie oder SEO zu tun, ich habe mir aber trotzdem einfach mal vorgestellt, dass das Ganze eben doch ein Linkbait geplant gewesen ist. Deshalb habe ich einfach mal versucht den ganzen Ablauf rein fiktiv in unsere Linkbait Checkliste zu pressen, sowohl aus der Sicht der „Nicht-Arschgeige“ als auch aus der Sicht der Arschgeigen. Also los geht’s:

Zielsetzung

Für beide Seiten war die Zielsetzung natürlich neue Links aus den verschiedensten Themenbereichen zu generieren. Für die eine Partei könnte sogar noch eine neue Domain mit einer ordentlichen Domainpop von ca. 1.300 und einem Sichtbarkeitsindex von ca. 1,5 herausspringen. Damit kann man immer etwas anfangen ;-)

Anreize

Ganz klar soviel Kopfschütteln zu erzeugen, dass man sich gezwungen wird darüber zu berichten. Aus Solidarität setzt man dann einen Link zum „Opfer“ und keinen zum „Bösewicht“. Eigentlich paradox, da es ja zur feindlichen Domainübernahme gekommen ist. Wenn das vom neuen Besitzer so geplant war, aus SEO-Sicht genial!

Kosten und Risiken

Die Kosten mit denen beide Seiten rechnen müssen sind in jedem Fall Anwaltskosten. Die einen haben wohl mehr Rechtsverdreher als ein durchschnittliches KMU richtig arbeitende Mitarbeiter hat, während die andere Seite eher nicht so viel Inhouse Power im juristischen Bereich vorweisen kann. Zudem hat man das Risiko die Gerichtskosten zu bezahlen, falls man denn rechtlich gesehen nicht Recht hat. Die Risiken für die eine Seite ist der Verlust der Domain, die nach eigenen Angaben bei ca. 50.000€ wert ist während die andere Seite wohl einen Imageschaden zu befürchten hat, der den Wert der Domain bei weitem übersteigt. Für die eine Seite also eine verdammt riskante Sache, die wohl auch mit sehr fleißigem Online Reputation Management nicht wieder gut zu machen ist.

Zielgruppe

Die Zielgruppe ist für beide Parteien gleich, da auch das Zielobjekt erst einmal das gleiche ist. Es sollen also Blogger, die Sympathie und Solidarität zur übernommenen Domain zeigen angesprochen werden. Im Endeffekt also alle Blogger die mit Herzblut dabei sind. Durch den Buzz der in der Blogosphäre erzeugt wird, berichten die großen wie Spiegel & Co. dann ohnehin irgendwann.

Landingpage

Für die Seite, die die Domain übernommen hat kann es nur eine Landingpage geben, während die andere Seite nun sogar zwei Landingpages hat. Die alte, die im Moment jemand anderem gehört und die neue, auf der die Inhalte derzeit erreichbar sind. Beides sind natürlich Linkziele, die von den Bloggern gerne angenommen werden. Sollte die Übernahme also wieder rückgängig gemacht werden, genialer Linkbait ;-)

Seeding

Angesichts der Bekanntheitsgrad und Vernetzung beider Seiten absolut nicht nötig, der Stein kommt von alleine ins Rollen.

Learnings

Die Aktion ist noch nicht zu Ende, ein paar Learnings kann man allerdings jetzt schon mitnehmen. Egal was am Ende steht, für die eine Seite wird es verdammt schwierig dieses PR-Desaster wieder zu drehen. Da man allerdings Erfahrung darin hat, ist auch dies nicht unmöglich…  </Augenzwinkern>

Fazit

Geschäftsführer, Inbound Marketing-Freak und King of Tablesoccer – Blogger @rankingCHECK – Privates gibt es hier in meinem Travel- und Foodblog

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