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Das SocialMedia Dilemma

Seit einigen Wochen disskutieren wir vom rankingCHECK Blog häufiger mal über die Adressierung der SocialMedia Thematik in unserem Blog. Nach viel hin und her, haben wir einfach beschlossen loszulegen. Je nach dem wie unsere Versuche sich dem Thema zu nähern ankommen, werden wir uns öfter dem Thema widmen oder eine Serie in Erwägung ziehen.

Kürzlich stieß ich in dem Zusammenhang bei seo-united auf einen interessanten Post. Warum SEOs Probleme mit Social Media haben.

Die Frage wird aus meiner Sicht der Dinge nicht hinreichend beleuchtet. Die zwei Kernargumente lauten in etwa: SocialMedia hat eine junge Zielgruppe, wohingegen SEOs häufiger mit der Dummheit älterer Zielgruppen ihr Geld verdienen (ich halte das für falsch, weil an dieser Stelle SEO, SEM und Affiliate-Marketing gleichgestellt werden, aber mir geht es nicht darum den anderen Artikel auseinander zu nehmen).

Das zweite wesentliche Argument lautet: SEOs sind auf einen hohen Automatisierungsgrad ihrer Arbeit angewiesen. Da es sich bei Menschen nicht um Roboter handle, seien von SEOs ausgeführte SocialMedia Maßnahmen erfolglos und würden daher aus sicht der SEOs kein lukratives, weil aussichtsloses Geschäftsfeld bieten.

SEOs sind nicht auf einen hohen Automatisierungsgrad angewiesen! Das ist allesnfalls im Bereich SEM der Fall, aber auch da halte ich die Aussage für zweifelhaft.

Viel wichtiger wäre mir folgender Gedankenansatz: nicht nur SEOs tun sich mit Social Media schwer – jeder tut es. Es handelt sich nach wie vor um einen Markt im Entstehungsprozess. Es ist schlicht nicht bekannt, welche Preise für welche Leistung verlangt werden können. Ebenso ist nicht bekannt welche Maßnahmen bei welchem Produkt erfolgreich sein könnten. Social Media ist eben nicht ein Twitter und ein Facebook Account. Social Media ist die ausgiebige Beobachtung von Kundenmeinungen und Kundenwünschen (auch die Konkurrenz betreffend) und die sachgerechte Reaktion darauf. Hier kommen wir schon zum nächsten Problem: „sachgerecht“ ist wiederum nicht definiert.

Im Gegensatz zu SEO und SEM lassen sich Erfolge nur schwer messen, weil es bisher an kreativen Monitoringmöglichkeiten fehlt. Hier stelle ich mir schon länger die Frage, warum die großen SEO-Tool-Dienstleister das Thema derart unterpriorisieren.

Es kommen aber noch weitere Faktoren zum tragen: Da der Markt neu ist, ist der Bildungsgrad in diesem Bereich relativ gering. Dies betrifft nicht nur die möglichen Auswirkungen von Maßnahmen sondern beispielsweise auch auch sprachliche Problemstellungen und Fragen wie die Manipulation der Massen. Was jetzt möglicherweise einen negativen unterton hat, ist eine der Hauptthematiken der zwischenmenschlichen Kommunikation und genau deshalb auch in SocialMedia wichtig:

  • Wie kommuniziere ich und mit welchem Ziel?
  • Wie skaliert meine Kommunikation? Das heißt welche Masseneffekte rufe ich hervor, wenn ich mich an eine große Zielgruppe wende?
  • Wie verdrehe ich widerspenstige Konsumenten zur Marken-Evangelisten?

Nicht nur die Bildung im Kommunikationsbereich ist überaus wichtig. Auch soziologische, netzwerktheoretische und marketingtechnische Aspekte spielen eine große Rolle. Diese beherrscht man nicht automatisch nur weil man einen Facebook oder Twitter-Account einrichten kann. Daher möchte ich in diesem Zusammenhang und zum Abschluss noch ein bisschen für Bildung werben: ich habe kürzlich eine Liste mit Büchern zusammengestellt die man im Zusammenhang mit SocialMedia gelesen haben sollte. Und wie sollte es anders sein: diese enhält selbstverständlich auch Bücher, die sich eben nicht primär SocialMedia befassen.

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5 Kommentare

Patrick schrieb am 17. Juli, 2010 @ 10:35

Super Beitrag, kann mich dir voll und ganz anschließen.

Zum Monitoring-Tool:
Es wäre durchaus sehr hilfreich zu wissen, wie eine Strategie zieht oder eben nicht. Gut, man kann sie erahnen, etwa durch steigende Besucherzahlen. Wichtiger ist doch aber, wie meine Strategie auf den jeweiligen Social Media Plattformen zieht.

Woopra verrät mir zwar, von welcher Seite meine Besucher kommen und Bit.ly zeigt mir, wie oft meine Links angeklickt wurden, das wars aber auch schon wieder mit der Analyse.

Liebe Grüße
Patrick

Jakob Zogalla schrieb am 17. Juli, 2010 @ 11:46

Hallo Patrick, vielen dank für die Blumen 🙂
Das Tooling wird noch ein extrem spannendes Feld werden. Ein Besucher ist zunächst einmal neutral. Es geht vielmehr darum die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Kommt der User jetzt von einer positiven oder negativen Erwähnung? Konvertiert er zu einem Konsumenten und wenn nicht, warum? Ich jedenfalls beobachte das alles sehr gespannt.

Patrick schrieb am 17. Juli, 2010 @ 12:20

Vielleicht kannst Du uns auf dem laufenden halten. Natürlich halte ich meine Augen natürlich auch offen. Für mich ist der ganze Bereich um Social Media das Thema des Jahres. Da es ja noch immer in den Kinderschuhen steckt, warte ich ebenso auf die Veränderungen wie Du und alle anderen auch. Es könnte noch sehr spannend werden

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