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Content Recycling – aus alt mach’ neu und anders

Oft tun sich Websitebetreiber schwer Inhalte für Ihre Seiten zu erstellen, welche über kommerzielle Bereiche hinausgehen und zumindest in Teilen den Bereich des Content Marketings streifen. Nachdem Carsten vor zwei Wochen Techniken zur Themenfindung gezeigt hat möchte ich heute zeigen, dass man nicht immer neuen Content erschaffen muss, sondern auch alten Content neu auffrischen kann.
Das gilt sowohl für alte Inhalte, die noch in den tiefen der Website schlummern als auch für Inhalte, die Offline vorliegen, es aber Wert wären auch den Besuchern des Internets zugänglich gemacht zu werden. Darüber hinaus lassen sich bereits publizierte Contentformate auch in einer anderen Form neu aufbereiten und somit attraktiver darstellen.

Content Recycling bedeutet dabei, dass Inhalte aufgefrischt oder upgedatet werden. Es heißt nicht alte Inhalte immer wieder identisch auf allen Kanälen wiederholt zu publizieren. Das vielleicht noch als Nebenbemerkung.

Was soll ich recyclen?
Hier sollte man sich auf jeden Fall die Hilfe seiner Analysetools und Content-Adressaten zur Hilfe holen. Im Idealfall werden nämlich Inhalte genommen, die grundsätzlich schon mal gut funktioniert und Interesse geweckt haben. Messpunkte dafür können sein:

  • Bei Blog- oder Fachartikeln die Verweildauer auf der Landingpage
  • Bei Infografiken die Verweildauer, die Social-Signals, die Backlinks
  • Bei Videos die Zuschauerbindungen (z. B. aus Youtube Analytics)
  • Bei Statistiken ggf. das Feedback der Zielgruppe
  • Bei Fachartikeln das Feedback von Redaktionen und Lesern

Alles was irgendwie qualitative Messergebnisse liefert kann zu Rate gezogen werden.

Folgende Beispiele aus der Praxis haben sich als tauglich für ein Recycling im Rahmen einer Content Strategie erwiesen:

1. Interviews

Interviews von bestimmten Mitgliedern eines Unternehmens zu bestimmten Branchen oder Ereignissen werden oft gern gelesen und geteilt. Gerade bei wiederkehrenden Aspekten, Produktzyklen oder Entwicklungen kann es sich lohnen die verantwortliche Person erneut zu interviewen und die neuesten Fakten persönlich erläutern zu lassen.
Ist der Interviewte die gleiche Person, die schon bei anderen Interviews gesprochen hat, so zeigt das Kontinuität und spricht für langfristiges solides Arbeiten.
Ist der Interviewte selbst vielleicht noch neu im Unternehmen so peppt das bestimmte Themen auf und kann den Beginn von etwas Neuem darstellen.

Darüber hinaus bieten sich Interviews auch immer gut in an in andere Contentformate integriert zu werden. Das heißt, dass z. B. das Video eines Produkts oder Firmenevents immer auch mit einem speziellen Interview unterfüttert werden kann.
Oder man transformiert textliche Interviews gleich in ein Video oder Podcast.

Interview-Themen-Tipps:
Experten-Interview
Event-Interview
Lunch-/Party-Interview

2. Videos

Bei Videos kann es rein von der Bedeutung her ähnlich wie beim Interview ablaufen. So kann zum Beispiel ein schon älteres Video-Tutorial den neuen Gegebenheiten angepasst werden (Neues Produkt, neues Feature, neues Ersatzteil, neue Benutzungsweise, neue Einsatzgebiete etc.) Oft kann das alte Setup/Drehort einfach nochmal verwendet werden, um dem frischen Video einen traditionelle und kontinuierliche Bedeutung zu geben.
Um einen Schritt weiter zu gehen, kann man z. b. bestehende Anleitungen in Papier- oder PDF-Form einfach auch mal als Video aufbereiten. Stichwörter: How-To Video oder Videotutorial.
So wird der Inhalt einerseits recycled und andererseits sogar in ein anderes Format transformiert.

3. Erhebungen und Statistiken

In der Praxis tauchen immer wieder Statistiken auf, die im eigenen Geschäftsfeld erhoben wurden. Oft sind diese in internen PDF oder Präsentation verborgen und fristen ein einsames Dasein oder aber werden unkreativ im Pressebereich veröffentlich.
Wieso nicht einfach mal die Top 3 Statistiken in einer Miniserie veröffentlichen und mundgerecht für die Kunden, Leser oder Zielgruppe aufbereiten. Oft stecken dort interessante Infos, die es sich lohnt auch mal dem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

4. Expertentipps

Viele Firmen haben interne Mitarbeitermeetings in denen die Mitarbeiter sich austauschen und beraten. Wieso lässt sich sowas bei bestimmten Punkten nicht auch ähnlich nach außen kommunizieren? So kann z. B. monatlich ein Mitarbeiter in einem Blogbeitrag, Video oder Podcast einen Top-Tipp zum verkauften Produkt rausgeben. Idealerweise jemand, der an der Basis in der Produktentwicklung, Montage oder im Testbereich sitzt.
So wird dann auch der Experte schlechthin zum Content-Lieferant, der Authentizität und Echtheit vermittelt. Ohne Marketing-Ansatz oder Image-Kampagne, einfach nur informativ.

5. Fachartikel oder Anleitung

Es wurde mal ein Fach- oder Blogartikel erstellt, der eine Prozess oder Ablauf erklärt hat und der auch noch gut ankam? Wieso nicht mal solch einen Artikel in einer Infografik verarbeiten?
Gerade zeitliche Prozesse oder Anleitungen lassen sich in einer Infografik gut verarbeiten. Hier wurde relativ simpel erklärt, wie man sein Handy trocknen kann, wenn es nass geworden ist. Die Grafik erläutert dabei die einzelnen Vorgehensweisen viel effizienter, als es vielleicht ein Ratgeber-Text macht.

Fazit:
Content Recycling ist ein wenig wie jonglieren und dem eigenen Content Marketing die nötige Frische und Aktualität wiedergeben. Es gibt fast unendlich viele Möglichkeiten Inhalte zu transformieren, aufzufrischen, zu verbessern, auszubauen oder zu aktualisieren. Man sollte nur nicht wie wild versuchen auf Teufel komm raus aus jedem Interview ein Video zu machen oder aus jeder Anleitung eine Infografik. Ein bisschen Feingefühl, Recherchearbeit und Händchen gehören auf jeden Fall dazu.

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Jan Cerny ist Head of Content Marketing bei rankingCHECK. Er kümmert sich um alle Belange der Markenbildung und Reichweitensteigerung. Außerdem akquiriert er nach wie vor gerne Traffic über Suchmaschinen. Mehr von Jan gibt es auf
www.jan-cerny.de

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