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Canonical Tag vs. 301-Weiterleitungen

Das Thema Canonical Tag versus 301-Weiterleitung kommt uns als SEO-Consultants fast täglich unter. Wir erklären sowohl Kunden als auch deren (Technik-/Design-) Agenturen oder Mitarbeitern die Unterschiede, Anwendungsfälle sowie Vor- und Nachteile. Trotzdem führen das Einrichten von Weiterleitungen und die Implementierung von Canonical Tags immer wieder zu großen Problemen: Ganze Seitenbereiche werden von der Indexierung ausgeschlossen oder Rankings gehen wegen fehlerhafter oder fehlender Weiterleitungen verloren – um nur zwei typische Probleme zu nennen. Auch wenn sich dieser Blogbeitrag mit Grundlagen beschäftigt, sind diese keinesfalls trivial.

Was ist eine 301-Weiterleitung?

301-Redirects teilen der Suchmaschine mit, dass die aufgerufene Seite nicht mehr unter dieser URL vorhanden ist, sondern dauerhaft (!) auf eine neue URL umgezogen ist. Die aufgerufene Seite darf deshalb nicht länger indexiert werden und die gesamte Power soll der neuen Seite anrechnet werden. Besucher werden ebenfalls automatisch auf die neue Seite weitergeleitet.

Mehr zum Thema 301-Weiterleitung kannst du bei Sistrix erfahren.

Wann werden 301-Weiterleitungen eingerichtet?

301-Weiterleitungen sollten in den folgenden Fällen bevorzugt bzw. als Standard eingerichtet werden:

  1. … wenn Seiten dauerhaft verschoben oder ersetzt werden.
  2. … wenn ganze Domains dauerhaft verschoben oder ersetzt werden.
  3. … bei 404-Seiten, deren Inhalte noch vorhanden sind.
  4. … wenn die Startseite, Unterseiten oder andere URLs unter mehreren Varianten erreichbar ist (z. B. Klein-/Großschreibung, Trailingslashes, http(s), www).

Gerade bei sehr großen Seiten ist die Einrichtung von Weiterleitungen schlicht und einfach nicht möglich, was meistens durch historisch-technische Gegebenheiten verursacht ist. In solchen und anderen Fällen können Canonical Tags oft eine Lösung sein, die es allerdings erst einmal sorgfältig abzuwägen gilt.

redirects
Quelle: http://moz.com/learn/seo/redirection (Abruf 02.01.2015)

Was ist ein Canonical Tag?

Gibt es mehrere identische Versionen einer Seite, aber nur eine dieser Seiten soll indexiert (also von Google und anderen Suchmaschinen zukünftig präferiert) werden, kann diese als kanonische URL ausgezeichnet werden („Hallo Google, ich bin das Original und will indexiert werden“) und die anderen Versionen verweisen mit einem Canonical Tag (Link im Quelltext) auf die Originalseite („Hallo Google, wir sind nur Duplikate des Originals und wollen deshalb nicht indexiert werden.“) Diese Duplikate sind trotzdem für den Benutzer sichtbar.

Mehr zum Thema Canonical Tag kannst du bei Onpage.org nachlesen.

Wann werden Canonical Tags implementiert?

  • … wenn aus technischen Gründen keine Weiterleitungen eingerichtet werden können (also eine eindeutige URLs nicht möglich ist): Die Startseite ist unter mehreren URLs erreichbar, URLs sind mit und ohne Trailingslashes erreichbar, URLs sind mit Klein- und Großbuchstaben erreichbar.
  • … bei dynamischen Seiten mit mehreren URLs (z.B. bei Sortierfunktionen, Produktfiltern, Session-IDs).
  • … domainübergreifend, wenn z.B. Inhalte ebenfalls auf anderen externen Webseiten publiziert werden.
  • … wenn Inhalte in verschiedenen Formaten und Ansichten verfügbar sind (z.B. die Seiteninhalte auch als Druckansicht oder PDF vorhanden ist).

Unserer Erfahrung nach werden oft Canonical Tags implementiert, obwohl 301-Redirects möglich wären. Sie werden teilweise also nur der Einfachheit halber eingerichtet. Gerade wenn die Startseite oder Kategorieseiten unter mehreren URLs erreichbar sind, oder z.B. durch das CMS in Bezug auf den Umgang mit Trailingslashes, Klein- und Großschreibung etc. mehrere URLs entstehen, sollte dies über Redirects geregelt werden. Bei der Verwendung von Canonical Tags bestehen weiterhin mehrere URLs, die im Grunde keine sinnvolle Daseinsberechtigung haben – dem User keinen Mehrwert bieten.

canonicals
Quelle: http://moz.com/blog/dispelling-a-persistent-rel-canonical-myth (Abruf 02.01.2015)

Exkurs 302-Weiterleitungen

In unserem SEO-Alltag geistern auch oft 302-Weiterleitungen herum, die in geschätzten 99 Prozent der Fälle keine Daseinsberechtigung haben. In diesen Fällen wurden (evt. automatisiert) falsche Weiterleitungen eingerichtet. 302-Redirects sind temporär, d. h. sie sollten nur zeitlich begrenzt eingesetzt werden.

Dazu ein Beispiel aus dem Leben:
Während eines (zeitlich begrenzten) Urlaubs kann man ankommende Briefe und Päckchen bei der Post zwischen lagern. In dieser Zeit bleibt die reguläre Adresse vorhanden, denn du bist schließlich nur im Urlaub. Diese Lagerung der Post ist mit einer 302-Weiterleitung (temporäre Lagerung bzw. Weiterleitung) zu vergleichen. Im Gegensatz zur Lagerung kann bei einem Umzug ein Nachsendeservice eingerichtet werden, der dauerhaft bzw. auf lange Zeit die Post an die neue Adresse (!) weiterleitet. Der Nachsendeauftrag entspricht also einem 301-Redirect, mit dem der Suchmaschine mitgeteilt wird, dass die Inhalte bzw. die Seite oder Domain dauerhaft umgezogen sind.

Dass man mit 302-Weiterleitungen Google auch ganz schön verwirren kann, zeigt Jens von Takevalue in einem Blogbeitrag auf.

Lessons Learned

Die Implementierung von Canonical Tags sollte in den meisten Fällen nur als Notlösung angesehen werden, denn die Suchmaschinen unterstützen den Tag zwar, sind aber nicht dazu verpflichtet ihm zu folgen. Außerdem werden Canonical Tags nach wie vor oft fälschlicherweise eingebunden, wodurch es zu weitreichenden Indexierungsproblemen ganzer Verzeichnisse oder Seitenbereiche kommen kann. In allen Fällen sind die Vor- und Nachteile abzuwägen und die technischen Gegebenheiten und Möglichkeiten abzuklären. Unserer Erfahrung nach ist es leider oft so, dass verschiedene Techniker oder Agenturen zwar Weiterleitungen einrichten können, aber die Implementierung von Canonical Tags weitaus einfacher ist und deshalb oft dieser Weg gewählt wird.

Welche Probleme hattet ihr bereits mit Canonical Tags oder dem Einrichten von Weiterleitungen? Wir sind auf eure Erfahrungen und Einschätzungen gespannt.

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Maja hat Informationsmanagement (B. A.) in Stuttgart sowie Information Science & Engineering (M. Eng.) in Darmstadt studiert und beschäftigt sich seither mit dem Thema Online Marketing. Durch berufliche Stationen bei der Deutschen Telekom, Popularity Reference und Axel Springer konnte sie vielfältige Disziplinen kennen lernen. Aktuell ist Maja Director Online Marketing bei rankingCHECK.

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