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Case-Study: Bessere SEO-Performance mit internationalen Domains

Schon lange empfehlen wir unseren Kunden in den meisten Fällen, bei internationalen Websites lieber auf eine internationale Domainendung zu setzen, anstatt auf mehrere Länderdomains. Heute möchten wir euch anhand einer Case Study zeigen, wie sehr die Rankings und der organische Traffic von internationalen Websites durch eine Bündelung aller Inhalte auf einer internationalen Domain profitieren können.

Unser Kunde NFON vertreibt eine virtuelle Telefonanlage für Unternehmen und ist aktuell in 10 europäischen Ländern vertreten. Seit 2014 werden die verschiedenen Länderversionen der internationalen Website Schritt für Schritt von den jeweiligen Länderdomains auf eine internationale .com-Domain umgezogen. Heute schauen wir uns im Detail an, wie sehr die Rankings und der organische Traffic in Österreich und Großbritannien von dieser Umstellung profitieren konnten.

Bündelung der Länder-Versionen auf einer gemeinsamen .com-Domain

Seit September 2014 werden die verschiedenen Länderinstanzen nach und nach von den alten Länder-Domains auf die gemeinsame internationale Domain nfon.com umgezogen:

Deutschland: nfon.net/ > nfon.com/de/
Österreich: nfon.at/ > nfon.com/at/
Großbritannien: nconnect.com/ > nfon.com/gb/
und so weiter…

Die Umstellung in den oben genannten Ländern ist bereits abgeschlossen, in einigen weiteren Ländern steht der Umzug noch aus. Im Folgenden schauen wir uns genauer an, wie positiv sich diese Umstellung auf die SEO-Performance in Österreich und Großbritannien ausgewirkt hat.

43% mehr organischer Traffic in Österreich durch Relaunch und Umstellung auf .com-Domain

Die Website der österreichischen Niederlassung von NFON war seit Anfang 2010 unter der ccTLD (Länderdomain) www.nfon.at online und hat sich bis Anfang 2015 ordentliche Rankings und eingehende Links erarbeitet. Dennoch haben wir unserem Kunden empfohlen, sich von der Länderdomain zu verabschieden und die österreichischen Inhalte auf der .com-Domain unter www.nfon.com/at/ zu hosten.

Schauen wir uns einmal die Entwicklung der Sichtbarkeit der alten und der neuen Domain in Österreich (auf google.at) in der Sistrix-Toolbox an.

nfon-at

Die Domainumstellung fand Mitte Februar 2015 statt. Am Sichtbarkeitsindex erkennt man deutlich, wie stark die Rankings vom Domainumzug profitiert haben.

Auch in Google Analytics sehen wir sehr positive Auswirkungen. In den ersten fünf Monaten dem Domainwechsel ist der organische Suchtraffic aus Österreich 43% höher, als im selben Zeitraum davor und sogar 90% höher als im selben Zeitraum im Vorjahr.

Das Hauptziel der Website ist die Generierung von Leads für die Sales-Abteilung, deshalb macht es auch Sinn, sich die Entwicklung in diesem Bereich anzusehen. Im Vergleich zum Zeitraum vor dem Relaunch konnten 63% mehr Leads über die organische Suche generiert werden, im Vergleich zum Vorjahr sogar 100% mehr.

Um die Situation korrekt zu bewerten, muss man berücksichtigen, dass gleichzeitig mit dem Domainwechsel auch ein kompletter Relaunch der Website stattgefunden hat, der natürlich ebenfalls positive Auswirkungen auf die oben genannten KPIs hat.

Als nächstes schauen wir uns deshalb das Beispiel Großbritannien an, wo der Relaunch und der Domainwechsel um einige Wochen zeitversetzt stattgefunden haben. So können wir die Auswirkungen beider Maßnahmen etwas besser voneinander trennen.

27% mehr organischer Traffic in Großbritannien durch Relaunch und 42% mehr durch Domainwechsel

In Großbritannien waren sowohl die Ausgangslage, als auch die Abwicklung des Domainwechsels und Relaunchs etwas anders, als in Österreich. Das Ergebnis war jedoch ähnlich positiv, wenn nicht sogar besser.

Die Website der UK-Niederlassung von NFON war seit Sommer 2013 auf der gTLD (generischen Top-Level-Domain) www.nconnect.com zu finden, auf der ausschließlich die UK-Inhalte gehostet wurden, und hatte von Anfang an mit minimaler Sichtbarkeit, einer kleinen Anzahl eingehender Links und daraus resultierendem niedrigen Traffic zu kämpfen. Durch eine Reihe von Onpage-Maßnahmen konnte dennoch ein kontinuierlicher Fortschritt, wenn auch auf niedrigem Niveau, in der SEO-Performance erzielt werden.

Schauen wir uns die Entwicklung der Sichtbarkeit der UK-Website von NFON auf google.co.uk nach dem Relaunch und der Domainumstellung an:

nfon-uk

Der Wechsel von der blauen zur roten Kurve markiert den Domainwechsel auf nfon.com/gb/, hier repräsentiert durch die rote Kurve.

Auch die Zahlen aus Google Analytics lassen aufhorchen: Der Relaunch hat ein Plus beim organischen Traffic aus Großbritannien von 27% gebracht, der Domainwechsel allerdings hat noch einmal zusätzliche 42% eingebracht. Kombiniert haben Relaunch und Domainwechsel für fast 80% mehr organischen Traffic und mehr als das Zehnfache an generierten Leads gesorgt.

Wie lässt sich dieser Schub bei Sichtbarkeit und Traffic erklären?

Für die meisten Unternehmen gilt in der Suchmaschinenoptimierung: Je weniger unterschiedliche Domains und Subdomains man hat, desto besser. Das liegt daran, dass es viele Ranking-Faktoren gibt, die für die ganze Domain gelten, und nicht nur für einzelne Unterseiten. Eingehende Links gehören zum Beispiel zu den Ranking-Faktoren, die eine komplette Domain stärken, und nicht nur die direkt verlinkten Unterseiten.

international-1

Von einem Link auf einen Blogartikel profitieren also alle Unterseiten auf der Subdomain, und nicht nur der verlinkte Blogartikel selbst. Wir empfehlen unseren Kunden deshalb fast immer, alle Inhalte möglichst auf derselben Domain und Subdomain zu hosten, also z.B.:

www.nfon.com/de/blog

anstatt

blog.nfon.com/de/

Diese Regel lässt sich nun auch übergreifend auf Sprach- und Länderversionen anwenden: Von einem Link auf eine deutschsprachige Seite profitieren auch die Seiten anderer Sprachversionen, sofern sich diese auf derselben (Sub-)Domain befinden.

Im hier beschriebenen Fall profitieren natürlich die Märkte, in denen NFON bisher schwächer aufgestellt war, deutlich mehr, als der starke deutsche Heimatmarkt. Unmittelbar profitieren die Inhalte in den schwächeren Märkten davon, dass sie auf derselben Domain gehostet werden, wie die starken deutschen Inhalte. Langfristig werden aber auch der Traffic und die Sichtbarkeit in Deutschland davon profitieren, dass in anderen Ländern positive Signale aufgebaut werden, welche die gesamte Domain stärken.

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Fazit und Handlungsempfehlung

Jedes international aufgestellte Unternehmen sollte prüfen, ob eine Ein-Domain-Strategie umsetzbar ist. Natürlich gibt es auch gute Argumente für eine ccTLD-Domain-Strategie, also ein Konstrukt, in dem jedes Land seine eigene Länderdomain bekommt. Länderdomains genießen ein hohes Ansehen bei den Nutzern im jeweiligen Land und haben für sich allein auch einen leichten Rankingvorteil gegenüber gTLDs. Allerdings kann die geballte Power einer einzigen internationalen Domain den Unterschied machen, wenn man in neue Märkte expandiert und dort in den lokalen Suchergebnissen schnell Fuß fassen möchte.

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rankingCHECK empfiehlt deshalb: Go international, go gTLD!

Eoghan war von 2013 bis 2016 als Consultant bei rankingCHECK tätig. An unseren Standorten in Brüssel und Pontevedra betreute er internationale und mehrsprachige Online-Marketing-Projekte. Heute arbeitet er als unabhängiger Unternehmensberater. Aufgepasst! „Eoghan“ ist irisch und wird wie der englische Vorname „Owen“ ausgesprochen. Mehr Lesestoff von Eoghan gibt’s auf www.rebelytics.com.

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16 Kommentare

daniel schrieb am 26. Juli, 2015 @ 22:16

warum sollte man /gb verwenden? Geht es überhaupt nur einen Regionalcode zu verwenden?

Offiziell gibt es nur /en als Ländercode und /en-uk ( /en-gb ) als Ländercode mit Regionalcode.

Aber warum sollte man nur Grobritannien und nicht gleich das Vereinte Königreich ansprechen?

Eoghan Henn schrieb am 27. Juli, 2015 @ 8:34

Hallo Daniel,

welches Kürzel man in der URL verwendet, hat keinerlei Auswirkungen. Ich persönlich hätte auch „uk“ bevorzugt, aber „gb“ ist völlig in Ordnung.

Anders ist es natürlich in den hreflang-Auszeichnungen. Dort ist es wichtig, die korrekten ISO-Codes zu verwenden.

Grüße,

Eoghan

Alex schrieb am 27. Juli, 2015 @ 8:45

Was empfehlt ihr für eine Domain wenn die Ausrichtung nur auf den „Deutschen Markt“ ist und neben Deutschland noch Österreich und die Schweiz angesprochen werden soll? .de oder gleich .com?

Gruß
Alex

Eoghan Henn schrieb am 27. Juli, 2015 @ 9:34

Hi Alex,

mit einer .com-Domain hat man in CH & AT bessere Karten, als mit einer .de-Domain.

Beste Grüße,

Eoghan

Alexander schrieb am 29. Juli, 2015 @ 17:19

Erst einmal vielen Dank für die spannenden Einblicke, Eoghan! Interessant fände ich daneben noch den Serverstandort, die Angaben beim hreflang (nur Sprache oder auch Land?) sowie die Einstellungen in der Search Console. Wenn du dazu noch Angaben machen könntest, würde ich mich freuen!

Eoghan Henn schrieb am 29. Juli, 2015 @ 17:30

Hallo Alexander!

Der Serverstandort ist (und war schon immer) für alle Länderversionen Deutschland.

Die hreflang-Auszeichnungen enthalten (und enthielten auch vor der Bündelung bereits) für jede Version auch eine Länder-Angabe.

In der Search Console ist (und war schon vor der Bündelung) für jedes Verzeichnis das entsprechende Land eingetragen.

Ich hoffe diese Infos helfen dir bei deiner Bewertung weiter!

Elias schrieb am 3. August, 2015 @ 12:45

Danke für den informativen Artikel! Die Auswirkungen in der Sichtbarkeit, welche bei NFON zu sehen sind, sind wirklich ennorm! Hätte nicht gedacht..

Du empfiehlst deinen Kunden den Blog ohne Subdomain einzurichten. In welchen Fällen kann sich denn ein Blog auf einer Subdomain lohnen?

Gruß, Elias

Eoghan Henn schrieb am 3. August, 2015 @ 13:29

Hallo Elias, aus SEO-Sicht macht ein Blog auf einer Subdomain wenig Sinn. Natürlich kann man damit Rankings und organischen Traffic erzielen, aber der Blog wird in diesem Fall weinger vom Rest der Website gestärkt und hat andersherum auch weniger positive Auswirkungen auf die Rankings der restlichen Unterseiten.

Nils schrieb am 3. August, 2015 @ 15:46

Hallo Eoghan, vielen Dank für das Teilen deiner Insights. Ich habe den Artikel direkt Mal zum erleichtern der Entscheidung in dieser Frage in meiner SEO-Checkliste verlinkt. 🙂

Eoghan Henn schrieb am 3. August, 2015 @ 16:02

Vielen Dank! Gute Idee mit der SEO-Checkliste und den Infos in „mundgerechten Happen“.

Freddy schrieb am 20. Oktober, 2015 @ 15:35

Hi,

vielen dank für das Fall-Beispiel. Aber wie würdet Ihr es denn handhaben, wenn die .com bereits vergeben ist. Ausweichen auf .net .org oder Sonstiges? Was, wenn auch diese vergeben sind und ein Kauf nicht rentabel ist? Würdet ihr hier dem Kunden sagen, der Kauf muss vollzogen werden (also die .com), da ihr einen Traffic-Boost von bis zu 80% erwarten könnt…

Auf eine der Länderdomains alles zusammenfassen macht meiner Meinung nach keinen Sinn (.de, .at, .ch, .fr, .li, .es, usw.). Dann würde ich es lieber auf den einzelnen Länderdomains weiterlaufen lassen… oder?

Grüße, Freddy

Eoghan Henn schrieb am 20. Oktober, 2015 @ 16:15

Hi Freddy,

du hast recht, eine Zusammenführung der Inhalte auf einer der Länderdomains macht keinen Sinn. Es muss schon eine gTLD sein! Einen Domainkauf halte ich allerdings nur in den seltensten Fällen für gerechtfertigt. Gibt es bei den neuen gTLDs nichts, was zu dem Kunden passen würde? Natürlich muss man hier vorsichtig sein, weil man in vielen Fällen noch nicht absehen lässt, wie sich die Reputation einzelner gTLDs entwickeln wird, aber ich denke, dass man hier fündig werden kann.

Generell muss man aber vorsichtig sein, wenn man eine brandneue Domain einsetzt. In dem oben beschriebenen Fallbeispiel hatten wir einige Monate zuvor die neue .com-Domain gelauncht und die Inhalte von einer alten, etablierten Domain umgezogen und weitergeleitet. Und das tat ganz schön weh! Jeder Wechsel auf eine ganz neue Domain ist mit vorübergehenden Sichtbarkeitsverlusten verbunden, selbst wenn man aus SEO-Sicht alles richtig umsetzt (301-Weiterleitungen etc.). Was ich deshalb in deinem konkreten Fall empfehlen würde, wäre die verschiedenen Länder-Versionen nach und nach im Abstand einiger Wochen auf die neue gTLD umzuziehen und so Schritt für Schritt eine Autorität für die neue Domain aufzubauen. Dabei sollte man mit den schwächeren Ländern beginnen, bei denen man auch kurzfristig nicht viel zu verlieren hat und sich erst später an die Länder wagen, in denen man finanziell stärker vom SEO-Traffic abhängig ist.

Wie du siehst muss man eigentlich in jedem Fall eine ganz individuelle Strategie entwickeln. Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen.

Grüße,

Eoghan

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