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5 Anwendungstipps für den Screaming Frog

Diese Woche stellen wir euch ein Tool vor, das einem die tägliche SEO Arbeit deutlich erleichtert und schon im Hinblick auf seinen Namen alle anderen Tools in den Schatten stellt. Den Screaming Frog.

Screaming-Frog

Der Screaming Frog ist genau das richtige Tool, wenn man eine Webseite technisch durchleuchten möchte, sich durch lange Excel-Tabellen gefüllt mit Backlinks kämpfen muss oder die interne Verlinkung einer Webseite prüfen möchte. Die Anwendung des Tools ist einfach und eigentlich selbsterklärend. Soll eine Webseite gecrawled werden, einfach den Modus „Spider“ einstellen, in das Eingabefeld die entsprechende Webseiten-URL eintragen und den Crawl starten.

Eingabefeld

Nach Abschluss des Crawls werden unter den verschiedenen Tabs die gecrawlten URLs mit zugehörigem Status Code, Title Tag, Meta Description und weiteren hilfreichen Infos aufgelistet.

Den Screaming Frog nutzte ich oft und gerne, besonders für die Prüfung der folgenden fünf Punkte.

1.    Interne Verlinkung und Status Codes der erreichbaren URLs prüfen

Gerade bei Online Shops, bei denen regelmäßig Produkte wegfallen und neue Produkte ins Sortiment aufgenommen werden, kommt man nicht umhin, regelmäßig die interne Verlinkung und die Status Codes der URLs zu prüfen. Hier bietet der Screaming Frog eine große Hilfe, da sich mit ein paar Klicks die gesamte interne Verlinkungsstruktur im Excel-Format exportieren lässt. Diese Funktion findet sich im oberen Menü unter dem Punkt „Bulk Export“.

export

Unter diesem Punkt „All in Links“ auswählen, als Dateityp „Excel Workbook“ wählen und schon hat man seine Excel Tabelle mit allen internen Links. Zusätzlich hat man wichtige Informationen wie die URL, auf der sich der Link finden lässt, den Ankertext, die Ziel-URL, auf die verwiesen wird, und den Status Code der Zielseite. Mit Hilfe dieser Angaben lassen sich auch ohne große Excel Kenntnisse die internen Links, die Links auf 404 Fehlerseiten oder auch Seiten, die via Status Code 301 weitergeleitet werden, sehr einfach herausfiltern. Hierfür in der Excel-Tabelle die Funktion „Filtern“ aktivieren (findet sich in dem Tab „Daten“)

Excel-Filtern

und dann auf dem Datenblatt über den Tab „Status Code“ die URLs ausblenden, die einen Status Code 200 wiedergeben.

Filtern

Die Links, die dann noch übrig geblieben sind, sollte man sich näher ansehen und in Abhängigkeit vom Status Code aktualisieren.

2.    Prüfen der Title Tags und Meta Descriptions

Wie die meisten unserer Leser wahrscheinlich bereits wissen, gehört der Title Tag zu den wichtigsten Keyword Trägern einer Webseite. Entsprechend sollte jede URL mit einem einzigartigen Title Tag versehen sein, der eine maximale Länge von 60 Zeichen nicht überschreitet. Diese beiden Punkte manuell zu überprüfen ist sehr mühselig und lässt sich mit Hilfe des Screaming Frog deutlich vereinfachen.

Im Screaming Frog finden sich unter dem Tab „Page Titles“ alle URLs  der Webseite mit zugehörigem Title Tag.

page-titles

Mit Hilfe des Filters  lassen sich in diesem Tab schnell alle URLs, die nicht mit einem eindeutigen Title Tag versehen, oder deren Title Tags länger als 65 Zeichen sind, herausstellen. Auch diese Tabellen kann man genau mit zwei Klicks ins Excel-Format exportieren.

Neben einem individuellen Title Tag sollte jede URL auch mit einer einzigartigen Meta Description versehen werden, die eine Länge von 155 Zeichen nicht überschreitet. Die Meta Description hat keinen direkten Einfluss auf das Ranking einer URL, hat jedoch Einfluss auf die Klickrate der Anzeige in den organischen Suchergebnissen.

Ähnlich wie für die Title Tags listet der Screaming Frog alle URLs mit zugehörigen Meta Descriptions unter einem separaten Tab („Meta Description“) auf und bietet in dem Tab die Möglichkeit, doppelte, fehlende oder auch zu lange Descriptions herauszufiltern und diese dann zu exportieren.

3.    Prüfung Canonical Tags

Mittlerweile ist es gängige Praxis ein Canonical Tag im Head der Webseite zu platzieren. Anders als bei der Angabe des Meta Robots Tags hält sich Google bei der Indexierung der URLs nicht verbindlich an das Canonical Tag. Trotzdem sollte auf die korrekte Verwendung geachtet werden und es sollten keine URLs „canonicalised“ werden, die eigentlich in den Suchergebnissen Platzierungen erzielen sollen.

Eine Auflistung der URLs und des zugeordneten Canonical Tags findet sich unter dem Tab „Directives“.

canonical-tag

Mit Hilfe des Filters lässt sich schnell herausfinden, welche URLs mit einem Canonical Tag versehen sind, der auf eine andere URL verweist und somit „canonicalised“ wird.

Im gleichen Tab („Directives“) wird einem auch die Möglichkeit geboten, URLs, die mit dem Noindex Meta Tag versehen sind, herauszufiltern.

4.    Hierarchische Ebenen und Klicktiefe analysieren

Bei großen Webseiten ist die hierarchische Seitenstruktur ein sehr wichtiges Thema. Oft kommt es vor, dass wichtige Unterseiten sich erst mit 7 oder 8 Klicks von der Startseite aus erreichen lassen und somit unter Umständen von den Suchmaschinen beim Crawlen nicht erfasst werden.

Der Screaming Frog bietet im rechten Bereich unter dem Tab „Site Structure“ sowohl eine Tabelle, in der aufgeführt wird, wie viele URLs sich mit einer bestimmten Anzahl an Clicks erreichen lassen,

Seitenstuktur-tabelle

als auch eine grafische Darstellung der Seitenhierarchie, durch die man schnell einen Überblick über die Klicktiefe einer Seite bekommt.

seitenstruktur-diagramm

Für detaillierte Informationen muss man im linken Bereich zurück zu dem Tab „Internal“ wechseln. Hier wird für jede URL das Level angegeben, auf der sich die Unterseite befindet.

5.    Prüfen von Linklisten

Mit Hilfe des Screaming Frog lassen sich nicht nur Webseiten crawlen, sondern auch URL-Listen. Für das Prüfen von Backlink-Listen ist diese Funktion sehr hilfreich, da man mit ein paar Einstellungen URLs aus den Listen herausfiltern kann, auf denen der Backlink nicht mehr besteht aber immer noch in den gängigen SEO Tools als Link gebende URL vermerkt ist.

Die entsprechenden Einstellungen finden sich unter dem Menüpunkt „Mode“. Hier die Einstellung „List“ wählen und die Backlinkliste als .txt- oder .csv-Datei hochladen. Als nächstes unter dem Punkt „Configuration“ einen benutzerdefinierten („custom“) Filter aufrufen

Custom-filer

und in das Feld die komplette Link-URL eingeben, nach der gesucht werden soll. Unter dem Tab „ Custom“ finden sich dann alle URLs aus der Liste, in deren Quelltext sich die Link-URL befindet. Zusätzlich finden sich Informationen darüber, wie oft die Ziel-URL im Quelltext vertreten ist. Ob die gefundene URL auch tatsächlich ein Link ist, muss noch mal händisch überprüft werden, jedoch lassen sich über diese Funktion oft schon einige URLs herausfiltern.

Fazit

Der Screaming Frog ist ein sehr hiflreiches Tool mit dessen Hilfe sich bei der täglichen Arbeit einige Zeit sparen lässt. Für kleinere Seiten ist die kostenlose Version zu empfehlen bei der bis zu 500 URLs gecrawled werden können. Besitzt oder betreut man größere Webseiten lohnt es sich definitiv eine Lizenz zu erwerben. Probiert den Frosch mal aus! Falls ihr schon Erfahrungen mit dem Tool gemacht oder vielleicht eigene Anwendungstipps habt, könnt ihr diese auch gerne in den Kommentaren posten.

Michael ist Head of Account Management bei rankingCHECK. Er schreibt rund um die Themen Website-Optimierung und Suchmaschinenwerbung.

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3 Kommentare

Stefan Gutmann schrieb am 9. September, 2014 @ 12:33

Super Zusammenfassung!

Was noch sehr hilfreich sein kann:
Die “Custom”-Filter Funktion, welche den Quellcode jeder Seite durchsucht für weitere Abfragen von speziellem Google Analytics Code-Schnipseln zu nutzen, z.B. auf welchen Seiten EventTracking oder PageTracking eingebunden ist.

Michael Löhr schrieb am 10. September, 2014 @ 14:12

Hallo Stefan,
danke für den Tipp. Ja, für die Prüfung der Tracking Codes ist die Filter Funkton auch sehr hilfreich.
VG

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