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303, 307 und 308 Weiterleitungen – Obacht!

Vor einigen Wochen bin ich durch einen Hinweis darauf aufmerksam geworden, dass die bislang üblichen Statuscodes 301 und 302 für die permanente und temporäre Weiterleitung durch http 1.1 nicht mehr gültig seien. Also kein 301 mehr für permanente Weiterleitungen? Dass das Mantra des SEO-freundlichen URL-Umzugs nicht mehr gültig sei, hat mich natürlich stutzig gemacht und ich bin auf die Suche gegangen. Was hat es mit 303, 307 und 308 auf sich?

Statuscode 303 – „See other“

Der Statuscode 303 ist mit http 1.1 eingeführt worden und gibt den offiziellen Status „See other“ aus. Wer den Begriff frei übersetzt kommt auf so etwas wie „siehe woanders nach“, was frei interpretiert als permanenter Umzug gedeutet werden könnte. Ab hier ist Vorsicht geboten: Der Statuscode 303 indiziert einen temporären Redirect, der als äquivalent zum alten Statuscode 302 verwendet werden kann. Die Voraussetzung hierzu ist, dass die Request-Methode des nachfolgenden Requests der GET-Methode entspricht, unabhängig davon, welche Methode der ursprüngliche Request verwendet hat (weitere Informationen zur POST- und GET-Methode). Er kann unter http 1.1 also z.B. für folgende Zwecke eingesetzt werden:

  • Geotargeting / automatische Sprachweiterleitungen
  • A/B Tests
  • Weiterleitungen, die keine Veränderungen in den Suchergebnissen erzeugen sollen

Der 303 Redirect sollte für folgende Zwecke nicht verwendet werden:

  • Für Server, die nicht http 1.1 kompatibel sind
  • Als permanente Weiterleitung, z.B. bei Relaunches

Statuscode 307 – „Moved Temporarily“

Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich beim Statuscdoe 307 ebenfalls um eine temporäre Weiterleitung. Der 307 gilt im Gegensatz zum 303 unter http 1.1 als Nachfolger des 302. Die meisten Crawler behandeln ihn also exakt genauso, wie den 302er mit dem Unterschied, dass der verwendete Server durch Suchmaschinen als http 1.1 – kompatibel identifiziert werden muss und bei der Weiterleitung kein Wechsel der Request-Methode stattfinden kann (d.h. einer POST-Methode muss eine POST-Methode folgen). Wer sich also unsicher ist, sollte sicherheitshalber den alten Statuscode 302 verwenden, da er abwärtskompatibel ist und einen Methoden-Wechsel erlaubt.

Statuscode 308 – „Moved Permanently“

Hier wird es interessant. Der Statuscode 308 wird beschrieben als:

[…]The 308 (Permanent Redirect) status code indicates that the target resource has been assigned a new permanent URI[…] (Quelle)

Im Gegensatz zum üblichen permanenten Redirect 301, ist der 308 Statuscode allerdings abhängig davon, dass die Request-Methode identisch bleiben muss. Eine Änderung der Request-Methode von POST zu GET ist also nicht zulässig bzw. möglich. Zudem ist der Statuscode 308 ebenfalls nur für http 1.1-kompatible Server zulässig, während der alte Statuscode 301 weiterhin abwärtskompatibel ist. Der Statuscode 308 kann unter http 1.1 also z.B. für folgende Zwecke eingesetzt werden:

  • Permanenter Umzug von Domains / URLs
  • Voraussetzung, dass der ursprüngliche Request und der nachfolgende Request identisch sein müssen

Statuscodes für Weiterleitungen unter http 1.1

Fazit – Also alles beim Alten?

Jein! Der 303 und 307 Redirect können unter http 1.1 als Alternative für einen 302 verwendet werden. Der 308 Statuscode kann theoretisch als Alternative für den 301 verwendet werden, obwohl aussagekräftige Experimente fehlen, die die SEO-freundlichkeit des 308ers beweisen würden (eine Empfehlung kann an dieser Stelle also nicht ausgesprochen werden). Die Verwendung der Codes ist jedoch stark von der http-Kompatibilität des Servers sowie der verwendeten Request-Methoden abhängig, während die alten Codes weiterhin kompatibel sind und eine Änderung der Request-Methode zulassen. Aus SEO-Sicht empfiehlt es sich also nach wie vor, die bisherigen Statuscodes 301 und 302 für die entsprechenden Anwendungsfälle zu nutzen, sofern nicht eine explizite Vorschrift der entsprechenden Request-Methoden-Reihenfolge erforderlich ist.

Welche Erfahrungen habt ihr mit den neuen Statuscodes gemacht? Was ist in Hinsicht auf HTTP2 zu erwarten? Ich freue mich über jeden Kommentar hierzu.

Jasper Thibaut ist Head of SEO bei rankingCHECK und mobile SEO Spezialist. Beruflich wie auch privat setzt er sich verstärkt mit dem mobilen Web und Disziplinen des mobile Marketings auseinander. Mehr von ihm gibt es auf jasper-thibaut.de

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Ein Kommentar

Robin schrieb am 23. Juni, 2016 @ 9:02

Ich sehe es eigentlich so, dass durch das HTTP2-Team ein Problem geschaffen wurde, wo vorher überhaupt keins existiert hat. Nur weil teilweise der 302er-Redirect technisch falsch genutzt wurde, hat man jetzt neue Varianten eingeführt und weicht das ganze System weiter auf.

Gerade für Neulinge ist das unpraktisch. Wenn man sich mit der Thematik kaum auseinandersetzt, läuft man auch Gefahr, dass der 307/308 falsch eingesetzt wird.

Es gab schon einen guten Grund, warum die permantente Weiterleitung keinen Methodenwechsel erlaubt hat – nämlich gar keinen.

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