Yahoo Ad-Interest-Manager
geschrieben von Sascha Schau am » 3 KommentareWas passiert an der Yahoo-Front? Yahoo stellt in Deutschland ein neues Tool für den User der Suchmaschine bereit. Der Yahoo Ad-Interest-Manager ist bereits in der Beta-Version für den User zugänglich und ermöglicht diesem sich für gewisse Anzeigenaussteuerungen zu entscheiden.
Ähnlich wie Google AdWords lassen sich auf Yahoo Performance-Anzeigen schalten. Bei dem Suchbegriff „Auto“ werden beispielsweise bis zu vier Anzeigen in der Top-Position, sieben rechtsbündig und zwei unterhalb der organischen Suchergebnisse geschaltet. Das sind insgesamt drei Anzeigen mehr als auf der Suchmaschine Google zum selben Suchbegriff.
Um diese Anzahl von Anzeigen für den User interessanter zu gestalten, lässt Yahoo den Suchenden die Branche der Performance-Anzeigen über den Ad-Interest-Manager kategorisch, eigenhändig festlegen. Der Nutzer der Yahoo Dienste legt im Manager seine Interessen unter einer Vielzahl von Standartkategorien fest, wie z.B. Auto > Preis > Mittelklasse. Im Gegenzug übermittelt Yahoo dem User transparent die gesammelten Daten, in Form eines Interessen-Musters, das dem Suchenden zugeordnet wird. Die Übersicht über die eigene Online-Aktivität auf Yahoo lässt sich manuell noch anpassen. So lassen sich die automisch-zugeordneten Kategorien priorisieren oder eine Kategorie komplett deaktivieren. Zu der deaktivierten Suchkategorie erhält der User keine Anzeigen während der Suche mehr.

Die von Yahoo bereitgestellte Übersicht über die eigene Aktivität basiert auf das Klickverhalten auf Anzeigen und organische Suchergebnis-Seite sowie auf den Anzeigenaufrufen. Das Vorgehen ähnelt der personalisierten Google-Suche sehr. Auf der Google Suchmaschine werden die Anzeigen und Suchergebnisse bisher jedoch überwiegend automatisch dem User individuell zugeordnet.
Yahoo verspricht sich durch den Ad-Interest-Manager zweierlei: Die Attraktivität der Suchmaschine soll bei dem User steigen, da der nun aktiv auf die Suchergebnisse Einfluss nehmen kann. Der Betreiber der bezahlten Suchergebisse erhält den Mehrwert, dass seine Performance-Anzeigen zielgruppengerichteter ausgesteuert werden und das Risiko für irrelevante Klicks zu zahlen, sinkt.
Auf lange Sicht betrachtet geschieht ein Wandel im Search-Engine-Marketing (SEM). Search-Anzeigen werden ähnlich wie im Content-Werbe-System Kategorien zugeordnet und nicht mehr ausschließlich Keywords. Das Keyword-System, also das Festlegen von bestimmten Suchbegriffen, zu denen die jeweiligen Anzeigen geschaltet werden sollen, wird es parallel, weiterhin geben. Es wird die Suchanfragen von nicht zuordenbaren Usern abdecken. Die Entwicklung in der SEM-Landschaft liegt letztlich bei den Usern selbst. Nimmt das Interesse an der personalisierten und manuellen Selektion der Suchergebnisse in online Suchmaschinen zu, so wird sich das Performance-Marketing anpassen.
Welche Methode der personalisierten Suche die effektivere ist, wird sich noch zeigen. Die automatisierte Profilerstellung von Google hat zum Vorteil, dass sie dynamischer auf neue Interessen des Users reagieren kann. Sie ist technisch jedoch deutlich aufwendiger und anfälliger für Ungenauigkeiten. So sucht ein User beispielsweise privat anders als er es beruflich tut. Google verspricht, dies bereits filtern zu können. Yahoo geht mit der manuellen Anpassung des Suchprofils eine sicherere Variante und bindet den User aktiver in den Suchprozess ein. Dennoch birgt sich hier das Risiko, wie ehrlich der User Yahoo gegenüber die eigenen Interessen offenbaren möchte.
Es gilt ab zu warten.
3 Kommentare
Trackbacks