Was ist Behavioral Targeting?
Die Berater und Marketingfreaks und die gleichgeschlossenen Medien überfrachten uns im Moment mit allen Begriffen rund um “Targetting”. Da haben wir endlich wieder was Neues. Die Geschäftsführer aller Shops und aller Merchants haben endlich wieder ein Thema.
Also was ist Behavioral Targeting?
Ich gehe sowas immer gerne mit einem praktischen Beispiel an.
Vor ein paar Monaten brauchte ich einen neuen Geschäftswagen. Ein Toyota Avensis sollte es sein. Die Werbung und die Platzierung in der Sportschau war wohl goldrichtig platziert. Nur bei der Ausstattung war ich mir nicht sicher. Ich ging also in das Toyota Autohaus gleich 100m von meinem Büro entfernt. Ich stöberte eine viertel Stunde im Laden und suchte einen Verkäufer, keiner war zu finden oder im Gespräch. Ich las Broschüren und nach 20 Minuten fragte ich die nette Frau am Eingang, die gerade telefonierte, ob sie mir weiterhelfen könnte, aber sie konnte mir auch nicht weiterhelfen. Also ging ich wieder.
Behavioral Targeting würde jetzt ansetzen: Ein Spion, der mich beim Verlassen des Autohauses beobachtete, würde hinter mir hergehen und mir ähnliche Werbebotschaften flüstern. Erst ein “Willst du nicht vielleicht den neuen RAV4, der hat…” und wenn das nicht klappt: “Wie wäre es mit einem Kia XYZ”….
Und danach wüsste der Targetter das ich keinen RAV4 und keinen KIA wünsche.
Der Targetter würde bis zu 50% der Provision bekommen, die das Autohaus an seine Verkäufer als Verkaufsprovision vergibt.
Nun stellt sich natürlich die Frage:
Warum investiert der Geschäftsführer des Autohauses nicht direkt und stellt einen Mitarbeiter ein. Dieser hätte mich direkt ansprechen und innerhalb von 10 Minuten das Auto verkaufen können. So hat er nur für viel Geld nicht nur einen Kunden verloren, sondern eigentlich gar keine Ahnung, was der Kunde eigentlich wirklich wollte, nur was er sicherlich nicht mehr will

