… und wieder Web 2.0
Web 2.0 ist Mitmach-Internet mit schnellen Verbindungen und Anwendungen, die die Mitgestaltung des Web stark vereinfachen. Das ist nichts Neues und uns in den vergangenen Monaten von allen Medien immer wieder und wieder vorgekaut worden. Bleibt die Frage: “Wer macht da eigentlich was im Internet?”.
Die Markt- und Medienforscher von result haben in Kooperation mit dem SWR nun rund 500 Internetnutzer nach ihren Gewohnheiten befragt und sind zu den folgenden Ergbnissen gekommen: 59 Prozent der Deutschen sind Onliner, so die ARD/ZDF-Onlinestudie von 2006. Setzt man diese Zahl absolut, dann leben 80 Prozent der Onliner ohne Web 2.0, elf Prozent nutzen Web 2.0 mindestens einmal die Woche und nur neun Prozent täglich. Das heißt aber, dass 20 Prozent der deutschen Onliner Web 2.0 nutzen, und das ist immerhin ein Fünftel und keine Randgruppe mehr.
Im Web 2.0 gibt es 43 Prozent passive Nutzer, die also Web 2.0-Inhalte nur rezipieren, aber 57 Prozent aktive Nutzer, was für das Mitmach-Netz spricht. Die Gruppe der Web 2.0-Nutzer unterteilen result und SWR in Selbstdarsteller, Netzwerker, Produzenten, spezifisch Interessierte, Profilierte, Kommunikatoren, Info- und Unterhaltungssucher. Dabei überwiegt in den Anwendungsgebieten “Videocummunities”, “Wiki-Websites”, “Weblogs”, “Social-Networking-Sites”, “Fotocommunities” und “Podcast” trotzdem jeweils die passive Nutzung. Beispielsweise schauen 82 Prozent der Nutzer Videos im Netz an, aber nur 29 Prozent produzieren sie. Bei Podcasts zum Beispiel sind es lediglich 19 Prozent der Nutzer, die aktiv welche herstellen, und nur zehn Prozent nutzen sie.
So wundert es nicht, dass die Unterhaltungssucher einen großen Teil der Web 2.0-Nutzer bilden, nämlich 34 Prozent. Erstaunlich ist aber, dass es eine weitere 34 Prozent-Gruppe gibt, und das sind die Kommunikatoren. Ihr Ziel, so die Untersuchung, ist es, Mediennutzung und Kommunikation zu verweben. Sie kommunizieren beispielsweise sowohl durch als auch über Medien, diskutieren also zum Beispiel Blogeinträge und versenden You-Tube-Videos. Die spezifisch Interessierten kommen mit großem Abstand auf nur noch 17 Prozent, die Netzwerker auf 12 Prozent, Profilierte auf 7, Produzenten auf 6 und – erstaunlich – nur noch 4 Prozent bleiben für die Selbstdarsteller. Bei der Zuordnung waren übrigens Mehrfachzuordnungen möglich.
Wer sich für die Untersuchung interessiert: Sie kann als PDF in einer Kurzversion heruntergeladen werden.

