SEO Sunday – SEO für das echte Leben

Vor etwas mehr als einem Jahr schrieb ich für YuccaTree Post, seiner Zeit noch freshzweinull, einen Artikel über das Follower-Prinzip, das seit Twitter jedem bekannt sein dürfte. Das Interessante an dem Beitrag war nicht etwa die Beschreibung des Prinzips, sondern mein Vorschlag dieses Prinzip auf alles anzuwenden und somit in das reale Leben zu verlagern. Am heutigen SEO-Sunday mache ich ein ähnliches Gedankenexperiment. Allerdings heute angewendet auf die Suchmaschinenoptimierung. Ich möchte damit zeigen, dass die Prinzipien, die wir als SEOs Tag für Tag anwenden durchaus auch im realen Leben eine Rolle spielen. Beispielsweise im Supermarkt um die Ecke…

Im Idealfall kann meine Darstellung als Argumentationshilfe im Kundengespräch genutzt werden. Denn viel zu häufig mangelt es Webseitenbetreibern am praktischen Verständnis für einfache Sachverhalte.

These 1 – Die Struktur einer Website sollte der Struktur eines Supermarktes entsprechen

Sind Sie schon mal offenen Auges durch einen Supermarkt gelaufen? Ich kann das jedem empfehlen. Zumindest in den größeren Handelsketten bleibt kein Detail dem Zufall überlassen. Um von der Käsetheke zur Wursttheke zu gelangen muss man nicht selten quer durch den Laden laufen. Aber darauf will ich gar nicht hinaus. Die Regalanordnung ist in der Regel thematisch sortiert. Alles beginnt mit dem Frühstück, es folgen Zutaten für Hauptgerichte, Fertiggerichte, Backwaren, Süßigkeiten und zum Schluss die Getränke. Ich will hier nicht zu weit ins Detail gehen, aber ähnlich sollte die Nutzerführung durch die Funktionen oder Produkte einer Website aussehen.

These 2 – Vergammeltes Gemüse schmeckt nicht

Die obere vereinfachte Ladenanordnung ist bewusst etwas vereinfacht. Interessant ist dabei, dass es normalerweise nicht mit dem Frühstück anfängt, sondern mit der Gemüsetheke. Hier haben wir eine prima möglichkeit frische zu suggerieren. Gemüse macht nunmal optimistisch, egal ob ich eigentlich zum Fastfood will. Und weil Gemüse ständig gebraucht wird und schnell verderblich ist, werden an der Gemüsetheke auch die meisten Updates eingespielt. Eine Tomate aus dem Jahre 2007 interessiert heute niemanden mehr. Das gilt selbstverständlich auch für den Content einer Website.

These 3 – Leere Theken sind frustrierend

Sie wollen eine Banane? Jetzt? Dumm wenn die Theke gerade leer ist. Füllt man Sie regelmäßig auf kommen auch die User gerne wieder. Insbesondere bei Content-Websites einer größten Fehler die gemacht werden: schleppende Aktualisierungsintervalle. Nach zwei bis drei dieser Erlebnisse, wird sich der Kunde einen neuen Supermarkt suchen, weil gar nicht mehr erwartet die Banane finden zu können.

These 4 – Der Link in der Welt da “draußen” heißt Werbung

Mehr Werbung für den Supermarkt bedeutet mehr einkaufende Menschen. Hier gibt es einmal den SocialMedia ansatz: “Geh mal da hin”. Zum anderen gibt es noch die klassische Werbung in Form von Zeitungsbeilagen etc.. Mehr Links für die Website bedeuten mehr User auf der Website. Im Gegensatz zur klassischen Werbung ist ein Link zwar nicht ganz so flüchtig (obwohl ich mal versucht habe das zu beweisen und mir keiner geglaubt hat), dennoch muss für regelmäßigen Nachschub gesorgt werden um das Gedächtnis der Flüchtigen Nutzerschaft aufzufrischen.

These 5 -  Die interne Verlinkung besteht aus Angebots und Hinweisschildern

Ob Sonderangebot oder Verwandte Backwaren. Supermärkte lieben Schilder. Und zwar Kontextbasierte. Ich freue mich schon darauf, dass Amazon demnächst tatsächlich anzeigt: “Leute die Milch kauften, kauften auch Zucker”.

These 6 – Wichtige Inhalte liegen im Blickfeld des Nutzers

Gilt für Supermärkte ebenso wie für Websites. Dinge auf die man den Nutzer aufmerksam machen möchte stehen weder ganz oben noch ganz unten. Sie stehen in der Mitte.

These 7 – Dublicate Nutella verwirrt den User

Den Brotaufstrich hinten, vorne und in der Mitte zu finden verwirrt den Einkäufer. Und den Nutzer. Immer wieder gern gesehen bei großen kommerziellen Websites, die den User gern mal im Kreis führen.

These 8 – Die Auswahl der Keywords ist von entscheidender Bedeutung

Es ist selten einfach nur der Schweinbetraten. Es ist der saftige Schweinberaten oder der bekömmliche Rotwein.

These 9 – Keywords die nicht beworben werden, werden auch nicht gekauft

Kein Hinweisschild zum neuen Mandel-Maraccuja Pudding? Wie soll der Besucher ihn finden?

These 10 – Diese Liste lässt sich endlos fortschreiben

Und deshalb:  hinterlassen Sie Ihren Kommentar und ergänzen Sie unsere Supermarktliste.

Geschrieben von Jakob Zogalla

Jakob ist Programmierer, schraubt an seiner eigenen SEO-Toolbox herum und hat unter anderem unsere Tools entwickelt. Außer seiner redaktionellen Tätigkeit hier bloggt er regelmäßig im Seosweet Blog.

6 Kommentare

  1. florian Schrieb am

    4. Juli, 2010 @ 16:33

    eine schöne Idee und es ist wirklich etwas wahres dran. man kann einen offline-shop gut mit einem onlineshop vergleichen. allein die anzahl der leute die bei einem offline-shop vorbeigehen und wie viel prozent dann den shop betreten ist ebenso ein wichtiges kriterium wie im online-handel die klickrate und lässt sich auch super damit vergleichen. die benutzerfreundlichkeit usw. ist ebenso. und die wartezeit an der kasse lässt sich super mit dem bestellprozess in onlineshop gleichsetzen.


  2. Marcel Becker Schrieb am

    4. Juli, 2010 @ 16:45

    Hi Jakob,
    SEO sehr schön bildlich gemacht, am besten finde ich “Leute die Milch gekauft haben, haben auch Zucker gekauft” ;-)


  3. Dan Schrieb am

    5. Juli, 2010 @ 8:25

    Interessante Idee mit netten Parallelen … Mir ist nur aufgefallen das du bei jeder neuen These immer weniger Text geschrieben hast, keine Zeit mehr gehabt? :) Ansonsten #ThumbsUp ;)


  4. Jakob Zogalla Schrieb am

    5. Juli, 2010 @ 8:35

    Ich versuche immer ungefähr 400 – 500 Worte zu schreiben. Darüber hinaus hören die Leute immer mit dem Lesen auf ;-)


  5. Domi Schrieb am

    6. Juli, 2010 @ 12:18

    @Jakob
    Dann musst du interessanter schreiben :P Nein, im Ernst, manche Sachen lassen sich nicht in 500 Wörtern abhandeln. Kommt auch wieder ganz auf das Publikum an. Und auf das Seitenlayout, ob und wie 500 Wörter im Content-Bereich realisierbar sind. Strukturiert man gut mit Absätzen und Zwischenüberschriften etc. können es auch mehr Wörter pro Seite sein und Google ist weiterhin lieb zu euch :)

    Zum Artikel: Fein geschrieben, keine weltbewegende Neuigkeiten, aber sehr anschaulich beschrieben – danke :)


  6. Heiko Schrieb am

    9. Juli, 2010 @ 17:47

    Hey Jakob,
    wirklich schöner artikel! Schmunzeln musste ich auch bei deinen Fallschschreibweisen für Schweinebraten – Rechtschreibkorrektur schuld oder seo für vertipper? ;)

    Schönes wochenende!


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