SEO Sunday – SEO beginnt vor dem Projektstart

geschrieben von Jakob Zogalla am » 4 Kommentare

Hin und wieder startet jeder von uns mal ein neues Projekt. Und weil uns die SEO-Thematik berufsbedingt nicht wirklich fern liegt, macht man sich natürlich schon vor der Entwicklung einer neuen Website Gedanken über SEO-Technische Aspekte. Doch ein neues Projekt birgt sowohl Chancen als auch Risiken. Das betrifft nicht nur allgemeine Projektspezifische Aspekte wie die Refinanzierung der Entwicklung, sondern eben auch Punkte der Suchmaschinenoptimierung. Wie Chancen genutzt und Risiken vermindert werden können, zeigt der folgende Beitrag.

Die Chancen einer neuen Website bieten dem SEO eine wunderschöne Spielwiese Dinge umzusetzen, die man im Nachhinein nur mit viel Aufwand integrieren kann. Bei Webprojekten gibt es schon vor dem Start eine Menge von Fallstricken. Diese beginnen schon bei Trivialitäten, wie der Auswahl der richtigen Plattform für die Applikation oder die Website. Hier gibt es grundsätzlich zweierlei Ansatzpunkte

  • den Einsatz eines bestehenden Systems
  • komplette Eigenentwicklung

Beim Einsatz eines bestehenden Systems besteht für den SEO immer die Gefahr, dass die Möglichkeiten des zugrundeliegenden Content-Management-Systems überschätzt werden. Hier hat man gute Chancen in eine teure Kostenfalle zu tappen, wenn Fragen wie die interne Verlinkung der Seiten nicht vorher schon abgeklopft werden. Denn das Hauptmanko bestehender Systeme liegt in der Regel in einer mangelhaften wartbarkeit der Codestruktur. Grundsätzlich sollte man hierbei folgende Punkte vorher klären:

  • gibt es eine vernünftig handhabbare Möglichkeit der internen Verlinkung?
  • kann die URL-Struktur flexibel geändert werden (mit Aussagekräftigen Datei und Verzeichnisnamen)?
  • sind Titel (im Sinne von h1-h6), Title-Tags und Meta-Angaben für jede Seite individuell Konfigurierbar?

Sind diese Fragen positiv beantwortet, sollte ggf. noch beleuchtet werden, wie diese implementiert sind. Handelt es sich beispielsweise um ein Blogprojekt ist der Einsatz von WordPress naheliegend. O.g. Funktionen sind aber Teilweise nur mit extrem schlecht programmierten Plugins realisierbar, was massive Performancennachteile mit sich bringt, wenn man nicht anderweitig vorsorgt.

Bei der Eigenentwicklung stellen sich natürlich ähnliche Fragen. Hier sollte darauf geachtet werden, dass der zuständige Entwickler auch alle nötigen Informationen hat. Denn SEO-Fähigkeiten sind nicht automatisch bei jedem (Web)entwickler vorhanden, auch wenn man das eigentlich voraussetzen können sollte.

Es gibt also schon vor dem Projektstart viele technische Möglichkeiten Fehler zu machen. Allerdings existieren weitere interessante Aspekte.

Schon bevor das neue Projekt endgültig ans Netz geht empfiehlt sich das füllen der frischen Domain mit themenrelevantem Content. Hier kann ein einfacher Text über die entstehende Seite bereits ausreichen. Andere zeitintensive Tätigkeiten lassen sich auch gut vor den Projektstart schieben. Ich denke hier insbesondere an das Einstellen einer Sitemap für dessen initiale Erfassung Google immernoch mindestens einen Tag benötigt, danach, aber regelmäßig vorbeischaut.

Auch mit einer moderaten Verlinkung dieser Seite(n) ist viel gewonnen. Denn hat das Projekt bereits 3-4 Links bevor die finalen Inhalte kommen, findet eine Indexierung in der Regel erheblich schneller statt. Wurde zuvor schon auf vernünftigen Content geachtet beeinflusst dies das neue Projekt ebenfalls positiv.

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Geschrieben von Jakob Zogalla

Jakob ist Softwareentwickler, bastelt an seiner eigenen SEO-Toolbox und Bloggt regelmäßig hier und im Seosweet Blog.

4 Kommentare

rivus schrieb am 21. Juni, 2010 @ 10:24

Also bei der exisiterenden Menge an wirklich hervorragenden CMS auf eine Eigenentwicklung zu setzen, muss schon sehr spezielle Wünsche voraussetzen. Ich wüsste allerdings nicht, wie die mit vorhandenen Möglichkeiten nicht zu handlen wären. Ich nutze vorrangig Contao (früher TYPOlight) und WordPress und kann’s eigentlich nur empfehlen. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile, aber was beiden richtig zu gute kommt ist die große Community – dadurch gibt’s eigentlich zu fast jedem Problem eine Lösung. Das ist in meinen Augen der wichtigste Punkt. Und man macht sich unabhängig von Drittanbietern. Fällt der nämlich mal weg, hat man irgendwas gecodetes, in das sich zur Not ein Vierter einarbeiten müsste …

Marcel Becker schrieb am 21. Juni, 2010 @ 11:46

@Jakob: Cooler Artikel. Eigentlich ein triviales Thema das jeder auf dem Schirm haben sollte. Man wundert sich wieviele Websitebetreiber ersteinmal unbedingt die Seite live stellen wollen und sich erst dann um weitere Tasks wie bspw. SEO kümmern. Kann aber auch sein das wir SEOs anders denken bzw. schon im Thema drin sind und deshalb anders an Projekte rangehen, in diesem Fall ein klarer Vorteil ;-)

@rivus: Was Du ansprichst ist ja genau das was Jakob meinte, nämlich das man so früh wie möglich sämtliche Aspekte miteinbezieht und dazu gehört natürlich das geeignete cms mit dazu. Ich kenne allerdings genug Fälle in denen ein selbstgestricktes System erforderlich ist. Man muss halt immer alle Vor- und Nachteile gegenüberstellen.

Max schrieb am 21. Juni, 2010 @ 14:05

Ich denke auch, man muss das Rad nicht neu erfinden und für die meisten Projekte reichen die existierenden CMS vollkommen aus bzw. man ergänzt das Ganze lieber mit einem eigenen Plugin. Eigenentwicklungen lohnen sich im Normalfall nur bei großen (Web-)Portalen. Zumal Eigenentwicklungen nicht einmal gebaut werden und fertig ist, sondern stetig den aktuellen Marktverhältnissen angepasst werden müssen. (u.a. Sicherheitsapsekte)

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