SEO Sunday: Organische Links kaufen – Was soll das denn?

geschrieben von Marcel Becker am » 15 Kommentare

In letzter Zeit wurde wieder viel über gekaufte bzw. gemietete Links diskutiert. Und wieder scheiden sich die Geister an dieser Stelle. Während die einen behaupten bzw. beweisen das gemietete Links immer noch funktionieren, schließen die anderen diese Arbeitsweise aus und schwören auf komplett organischen Linkaufbau.


Soweit so gut. Ich wollte an dieser Stelle aber gar nicht erst an der Duskussion teilnehmen sondern auf etwas ganz anderes hinaus. Die Überschrift dieses Artikels klingt auf den ersten Blick ein wenig verwirrend. „Links kaufen“ und „Organisch“ in einem Satz? Oder besser noch: Organischer Linkkauf? Vielleicht schütteln jetzt einige mit dem Kopf, aber jeder kann ganz offensichtlich Links kaufen und dadurch sogar noch den Trust einer Domain steigern!

Es war einmal…

…eine Keyworddomain in einem recht trafficstarken und somit auch ziemlich umkämpften Umfeld. Vor ein paar Jahren stand diese Domain mit einer großen Menge an unterirdisch schlechten Links festgenagelt auf Platz 1 bei Google. Irgendwann kam aber dann der große Knall, jemand hat auf den Knopf gedrückt und die Website wurde gnadenlos abgestraft. Danach wurde ein paar Jahre gar nichts mehr gemacht, weder wurden die miesen Links aufgeräumt (soweit dies überhaupt möglich war) noch wurde versucht sich bei Google zu entschuldigen. Ganz miese Voraussetzungen also erst einmal, abgesehen davon, dass es sich um eine Keyworddomain handelt.

Jetzt ging es also an die Arbeit: Schlechte Links soweit wie möglich entsorgen, frischen Content schaffen usw. Dazu gab es ein paar Aktionen die zu ein paar neuen Links führten. Nebenbei bemerkt war das Budget sehr gering für den herrschenden Wettbewerb. Nach ein paar Monaten ging es dann aber wieder leicht bergauf wie man am Schaubild sieht.


Das Problem war aber, dass die Domain mit dem entsprechenden Keyword zwar wieder nach oben gekommen ist, allerdings war immer an der Grenze zur Top 10 Schluss, das Ganze pendelte immer so zwischen Platz 11 und 15. Für mich ein ganz klares Zeichen, dass Google (in diesem Fall natürlich zu Recht) etwas nachtragend ist und der Website nicht genug Vertrauen entgegenbringt. Kurzum: Es muss Vertrauen geschafft werden, ein Spiegel-Link war allerdings völlig unrealistisch. BTW: Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle nochmal an Martin, der es hiermit in diesen SPON-Artikel geschafft hat, gute und harte Arbeit zahlt sich halt manchmal auch aus ;-)

Zurück zu Thema: Was also tun? Ganz einfach. Ein sehr großes, einigen bekanntes und absolut vertrauenswürdiges Portal bietet für einen 3-stelligen Betrag die Möglichkeit sein Unternehmen zu präsentieren und man erhält nebenbei auch noch einen sehr starken Startseiten-Bild-Link dafür, der allerdings nofollow ist. Das nofollow sorgt natürlich dafür, dass sich 99% aller SEOs sofort umdrehen und sich nach anderen Alternativen umsehen.

Nichtsdestotrotz wurde das Unternehmensprofil angelegt, da es klar war, dass das Portal verdammt viel Traffic abbekommt und der Link erschien auf der Startseite. Von einem Tag auf den anderen brachte der Bild-Link eine ganz ordentliche Menge an relativ gutem Traffic, und auch das ist ein Erkennungszeichen für einen richtig guten Link!

Keine 3 Wochen später rutschte die Domain dann auch ganz nebenbei zum entsprechenden Keyword unter die Top 10, obwohl keine weiteren neuen Links dazukamen. Kann das Zufall sein?

Fazit

Ich glaube nicht, dass das Ganze Zufall ist. Meine Theorie ist, dass dieser Eintrag bzw. Link für Vertrauen gesorgt hat. Es ist völlig natürlich, dass man seine Seite auch einmal in einem kostenpflichtigen Verzeichnis, Branchenbuch oder ähnliches eintragen lässt. Normale Webmaster haben SEO dabei gar nicht im Hinterkopf, sondern wollen einfach nur ihr Unternehmen präsentieren. Linkpower, nofollow, dofollow usw. spielen da nicht die geringste Rolle. Ein normaler Webmaster sieht sich die Seite an auf der er sein Unternehmen darstellen will und stuft es dann als vertrauenswürdig oder eben unseriös ein und ist dann auch bereit einen gewissen Betrag dafür zu zahlen. Und genau das ist der Unterschied: Ein Webmaster der ausschließlich die SEO-Brille aufhat wäre niemals bereit für einen nofollow-Bild-Link zu zahlen. Kein Linkjuice = Keine Zahlungsbereitschaft. Und Spammer sind in der Regel genauso wenig bereit zu zahlen. Somit kann also auch ein Link für den Geld bezahlt wurde organisch sein und für Trust sorgen!

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Geschrieben von Marcel Becker

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15 Kommentare

Matthi schrieb am 22. August, 2010 @ 19:10

War denn auf beiden Seiten Google Analytics installiert? Sodass auch Google mitbekommen hat, dass die verlinkte Seite einen Mehrwert haben muss.
Wenn dann die Besucher die Seite nicht gleich nach dem ersten Seitenaufruf verlassen haben, war alles richtig…

SeoTeo schrieb am 22. August, 2010 @ 19:32

Sehr schöner Artikel. Ich habe diesen Effekt ebenfalls mehrfach beobachtet und bin mir sehr sicher, dass trafficstarke nofollow-Links unter bestimmten Vorraussetzungen einen positiven Effekt ergeben können.

Felix Buller schrieb am 23. August, 2010 @ 02:05

Es ist aber auch durchaus möglich, dass die vorherigen Maßnahmen nachhaltige / spätere Wirkung gezeigt haben.

Aber ein interessantes Praxisbeispiel – Jetzt bräuchte ich nur noch die Domain ;)

Stanley schrieb am 23. August, 2010 @ 17:59

Das “vertrauenswürdige Portal” verrätst du mir nicht oder?

Marcel Becker schrieb am 24. August, 2010 @ 08:56

@Matthi: Yip, beide Seiten mit Google Analytics ausgestattet
@SeoTeo: Wenn über einen Link auch wirklich Traffic kommt, ist es immer ein guter Link. Im Endeffekt gehts ja um Traffic
@Felix: Kann auch sein, dass die Maßnahmen ein paar Monate erst viel später gewirkt haben. Deswegen habe ich auch gesagt, dass ich vermute, dass es etwas mit Trust zu tun hat. Ich probier das nochmal mit einer anderen Seite aus um zu sehen ob es Zufall war oder nicht.

P.S.: Das Portal verrate ich hier aber niemandem ;-)

Sebastian Michaelsen schrieb am 24. August, 2010 @ 09:54

Ich will nicht groß Halbwissen streuen, aber ist nicht eine natürlich Balance zwischen dofollow und nofollow Links auch ein Kriterium? Würde für mich zumindest Sinn ergeben.

Marcel Becker schrieb am 24. August, 2010 @ 11:26

@Sebastian: Klar, da hast du Recht. Keine “echte Website” hat ausschließlich dofollow Links.

Frank schrieb am 26. August, 2010 @ 12:52

Klar gibt es echte Webseiten, die ausschließlich dofollow-Links haben. Nicht jeder Webmaster kommentiert in solchen nofollow-Blogs wie hier ;-) Oder nutzt große Social Bookmark Portale.
Erst ab einer gewissen Domainpop dürfte der Mix größere Relevanz erhalten – was natürlich in umkämpften Bereichen normal ist.

Marcel Becker schrieb am 26. August, 2010 @ 16:55

@Frank: So das Thema nofollow-Blog gehört jetzt der Vergangenheit an ;-)

Frederik Kreijmborg schrieb am 26. August, 2010 @ 19:40

Klasse Artikel und interessante Fragestellung. Ich habe erst sehr spät erfahren, dass es einen Unterschied zwischen do-follow und no-follow gibt – vorher hat es mich nicht interessiert und ich hatte dennoch viele gute Positionen. Heute weiß ich, worauf ich achten “sollte” und die Positionen verbessern sich nur marginal (organisch im kleinstelligen Bereich).

PS: Ich beobachte auf diversen Domains das gleiche Phänomen wie im Artikel beschrieben. So wertlos sind die Wertlos-Links also doch nicht.

Olaf schrieb am 31. August, 2010 @ 22:43

sehe ich ähnlich. Zumal man als nicht SEO z.B. auch gerne mal Bannerplätze auf Startseiten kauft. Dennoch würde ich für einen follow Link mehr zahlen als für einen nofollow link, wenn ich eh Geld in die Hand nehmen will.

Olaf schrieb am 31. August, 2010 @ 22:43

natürlich kauft man auch als SEO gerne Bannerplätze ;-)

D. Lux schrieb am 27. Dezember, 2011 @ 20:23

Die Domain wäre spannend zu kennen :-D

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