SEO Sunday: Alles bleibt anders…

geschrieben von Marcel Becker am » 4 Kommentare

So Leute, ich bin wieder am Start. Wer es nicht gewusst bzw. gemerkt hat, ich war nämlich die letzten 3 Monate in Asien unterwegs – um genau zu sein in Vietnam, Laos, Cambodia & Thailand. Heute wird’s deshalb mal ein wenig persönlich, da ich mit diesem Artikel versuche die letzten 3 Monate mal aus SEO-Sicht für mich selbst Revue passieren zu lassen und euch einfach daran teilhaben lasse. Denn wer es als Herzblut-SEO schaffen sollte dieses Thema mal für mehrere Monate fast komplett aus seinem Kopf rauszubekommen ist wohl nicht mehr ganz up-to-date, oder etwa doch?

BTW: Vorweg möchte ich an dieser Stelle den SEO-Trainees danken, deren Wochenrückblicke waren für mich die erste Anlaufstelle bei meiner Aufarbeitung des Geschehenen. Oder kurz: SEOTrainee.de  = echter Mehrwert! Und ganz nebenbei und leider etwas verspätet auch vielen Dank an Felix für sein SEO Quartett, da hat sich einer richtig Mühe gemacht!

Googles Linkbuilding-Panikmache…

…fand ich eigentlich nur auf den ersten Blick besonders interessant. Google behauptet mal wieder ab sofort verstärkt gegen „unnatürliche“ Links vorgehen zu wollen. Gemeint sind damit Links, die nicht den Google Richtlinien für Webmaster entsprechen. Nicht dass das letztes Jahr nicht schon manuell und vor allem extrem pressewirksam umgesetzt wurde – der Fall JCPenney sollte jedem SEO ein Begriff sein. Jetzt werden sogar Webmaster direkt mit schwammigen Aussagen wie Wir empfehlen Ihnen, Ihre Website entsprechend unseren Qualitätsrichtlinien zu bearbeitenangeschrieben. Konkrete Hinweise gibt es in der entsprechenden Nachricht natürlich nicht zu finden, cleverer Schachzug! Da sollen wohl schlafende Hunde geweckt werden.

Wenn man als Webmaster jetzt nämlich hingeht und kurz nach der Benachrichtigung mal eben schlagartig alle miesen Links entfernt macht man sich automatisch schuldig und rennt möglicherweise in einen Penalty. Wenn man ehrlich ist und Google mitteilt dass man sich danebenbenommen hat wird man wahrscheinlich auch bestraft. Und wenn man gar nichts tut läuft man Gefahr dass man mal eben in eine Penalty rennt eben genau weil man nichts unternimmt. Wie nennt man das nochmal, Dilemma?

Jetzt stellt sich jeder betroffene Webmaster natürlich die Frage wie geht man vor? Ganz klar: Erst einmal Ruhe bewahren, nachdenken und analysieren wo die Fehler liegen könnten. Und ab sofort auf Qualität achten – alls man das noch nicht längst auf der Agenda hatte und demzufolge auch keine derartige Post bekommen hat ;-)

Ich persönlich glaube fest an folgendes: Außer bei dem bis vor 2-3 Jahren noch gängigen und gleichzeitig megaauffälligen Footer- und Sidebarlinksumpf kann Google bei vielen Links wohl niemals unterscheiden ob diese nun „echt“ aka. freiwillig gesetzt oder aber gekauft, gemietet, getauscht oder was auch immer sind, aber das ist wieder ein anderes Thema. Was Google aber ziemlich easy erkennen kann sind unnatürliche Linktexte. Und viele SEOs denken sich, dass man natürlich auch das Recht sein ultrahartes Moneykeyword als Linktext zu verwenden – wenn man schon Geld dafür bezahlt. Und damit macht man es Google ziemlich leicht. Ich würde also Franks These unterstützen, dass es sich bei dem ganzen Thema gerade am wahrscheinlichsten um eine Lintext-Penalty handelt.

Lösungsansatz: Als erstes muss Qualität absoluter Standard sein, als zweites geht es um die Gewissensfrage: Tausche ich Geld direkt gegen Links oder versuche ich guten Content zu produzieren und diesen auch standesgemäß zu promoten um somit indirekt Links gegen Geld/Aufwand/Arbeit zu tauschen? Und eins ist mal klar, beides kostet richtig Asche. Für gute Links muss man in bestimmten Bereichen locker mal ein paar tausend Euro investieren, egal ob man dafür direkt zahlt oder indirekt. Mindestens genauso wichtig und deshalb auf keinen Fall vergessen: Bei beiden Optionen muss die Basis (neben einer guten Website) eine solide handwerkliche Offpage-Arbeit sein. Und dazu zählen Hausaufgaben wie Variationen bei Linktexten, Linkzielen, Deeplinkratio, Nofollow-Ratio etc. Da kommt man ohne ein bisschen Arbeit einfach nicht drum herum. BTW: Gretus hat diese Woche eine sehr gute Übersicht zu diesem Thema geliefert.

Mein Fazit zum Thema Linkbuilding lautet also: Google zwingt den Großteil des Internets langsam aber sicher zu mehr Qualität als dies noch vor ein paar Jahren der Fall war. Das Katz- und Mausspiel wird also erstmal so weitergehen, allerdings auf einem viel höheren Level. Und genau deswegen ist unser Job ja so spannend!

Social Media…

…ist jetzt wohl endlich direkt mit SEO connected. Natürlich wird die Diskussion ob eine Seite jetzt oben bei Google ist weil sie so viele Social Signals abbekommen hat oder ob sie so viele Socia Signals abbekommen hat weil sie bei Google oben ist noch ein wenig andauern.

Mir geht es hier aber nicht um Facebook oder Twitter und deren Auswirkungen auf Rankings. Mindestens genauso interessant finde ich die Einführung von Autorenprofilen in den SERPs. Und wen wunderts: Dies ist nur in Verbindung mit Google+ möglich und somit der endgültige Beweis dafür dass Google selbst und somit auch die meisten SEOs um dieses Thema nicht mehr herumkommen. Vielleicht kommt so ja mal ein wenig Schwung in Googles Social-Bude

Für Google hat das Ganze auf jeden Fall zwei Vorteile: Durch Personalisierung schafft man eine neue Methode um den Trust von Links zu bewerten und man stärkt das hauseigene Social-Network. Dank Trustikone-Sasa bin ich diese Woche auf einen in diesem Zusammenhang extrem interessanten SEOmoz-Artikel gestoßen. Im Prinzip funktioniert das alles ganz einfach: Google musste ja eine neue Möglichkeit bzw. eine Erweiterung der bisherigen Möglichkeiten finden die Vertrauenswürdigkeit von Links zu bewerten und holt dazu echte Menschen ans Bord, nämlich echte Blogger mit Google+-Profilen. Denn echte Personen haben in der Regel keine Lust spammige Inhalte zu verlinken. Dazu kommt durch etwas wie einen Authorrank auch direkt noch eine Gewichtung mit dazu. Denn Autoren die in vielen Circles sind kann man logischerweise auch einen gewissen Trust unterstellen. Man hat also endlich eine Person die für den Link verantwortlich ist. Zusammen mit der Stärke einer Website im Allgemeinen hat man so einen sehr guten und vertrauenswürdigen Bewertungsmaßstab für die echte Power eines Links. Sehr sehr spannend!

Und was der ganze Spaß in 2012 kostet…

…hat sich nicht nur der jute SEOnaut mal etwas genauer gefragt. Die Daten für seine Gedanken hat sich Marco übrigens aus einer SEOMoz-Umfrage besorgt und daraus abgeleitet dass das durchschnittliche Monatsbudget für SEO bei ca. 400€ liegt. Das hört sich doch ganz verdächtig nach dem Standartpaket der bekannten Telefonmafia-Agenturen an. Da ich im Gegensatz zu Marco aber kein Bock habe das alles genau auszurechnen gehe ich ab sofort den Weg des geringsten Widerstands und baue einfach selbst eine dieser 400€-Flatrate-Agenturen auf, denn wie man das Schritt für Schritt macht weis ich ja ohnehin schon ;-)

Spaß beiseite. Gute Qualität hat nun mal eben seinen Preis. An jeder Preisschraube an der man dreht verringert sich die Qualität einer Dienstleistung , und das ist auch beim Thema SEO so. Nur das jedem klarzumachen wird wohl die größte Herausforderung sein…

Mein Fazit

Alles beim alten, also genauso spannend wie immer!

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Geschrieben von Marcel Becker

Head of SEO & Tablesoccer - Blogger @rankingCHECK - Privates gibt es hier in meinem Grill- und Reiseblog

Kommentare

4 Kommentare

Andreas schrieb am 22. April, 2012 @ 19:07

Hallo Marcel, schön dass du wieder da bist und uns mit deinem Blick von ‘außen’ beehrst! ;)

Nico schrieb am 23. April, 2012 @ 09:09

WORD!

Thomas schrieb am 9. Mai, 2012 @ 19:31

Trotz deiner scheinbar langen Abstinenz, ein für mich sehr aufschlussreicher Artikel, und dazu noch die Links zu einem Teil deiner Informationsquellen. Da finde ich auch für die nächsten Stunden noch viel Lesestoff. Auf alle Fälle lese ich für mich jedoch auch aus deinem Beitrag heraus, dass in Zukunft einfach noch wichtiger wird viel und vor allem guten Content zu liefern, dann wird auch der Rest ganz gut klappen. Aus deinem Artikel schließe ich des Weiteren dass Linkgeiz nicht erforderlich ist um ein Projekt voran zu bringen, ist echt erfrischend Beiträge mit vielen guten ausgehenden Links zu lesen ;-)

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