SEO Sunday: High Quality Backlinks durch Offline Networking

geschrieben von Ben Garboniak am » 22 Kommentare

So, nachdem ich jetzt schon vorweg die Anglizismen-Sau durch die Headline getrieben habe, wie sich das für einen seriösen Online Marketing Blog gehört, können wir nun zum eigentlichen Thema übergehen: Seid dem Pinguin-Update vor einigen Monaten beschäftigt sich die SEO-Szene vor allem damit, wie man an wirksame Backlinks herankommt, ohne eine Nackenschelle von Google (auf kurz oder lang) fürchten zu müssen.

Die psychologische Kriegsführung der großen Suchmaschine hat vielerorts wunderbar funktioniert und bei so manchem SEO panikartige Reaktionen hervorgerufen. Was da teilweise für Geschichten zu lesen waren, ist ganz großes Tennis (Marcel hatte es letztes Woche in seinem Artikel SEO Sunday: Content is King, NOT!!!  kurz angerissen).

Sei’s drum, wir vergessen mal für 5 Minuten alle Linknetzwerke, Artikelverzeichnisse und Bookmarkportale und gehen an den Ort zurück, wo noch absolut saubere Backlinks entstehen: Im Offline Networking!

Zugegeben, die meisten Marketing Menschen dürften hier nur müde lächeln, ist es doch gerade diese Branche, die das für sich bis zur Perfektion beherrscht. Aber, wie sieht es mit den eigenen Kunden aus? Wer empfiehlt seinen Kunden genau dort bei der Backlink-Strategie anzusetzen? Und damit meine ich nicht andere Webmaster für einen Linkkauf/tausch anzuschreiben.

Warum echte Partnerschaften weit mehr bringen können, als nur einen Backlink  und wieso man eine solche Strategie nicht als solche verstehen sollte, möchte ich hier etwas näher erläutern.

Offline Networking als Linkbuilding-Strategie

Hier mal eine kleine Definition, damit wir auch wirklich alle das Gleiche meinen:

“Unter der Tätigkeit „netzwerken“ (Networking) versteht man den Aufbau und die Pflege eines Beziehungsgeflechts einer mehr oder weniger großen Gruppe von einander „verbundenen“ Personen, die sich gegenseitig kennen, sich informieren, und manchmal unabhängig von ihren Leistungen zum Beispiel in ihrer Karriere fördern oder andere Vorteile verschaffen.” Quelle: Wikipedia

Bei uns in Köln nennt man so etwas für gewöhnlich Klüngel und ohne den kommt man hier nicht weit. Egal, entscheidend ist der letzte Teil des Satzes. Es geht darum andere zu fördern und mein Netzwerk, in dem ich mich befinde, zu stärken.

Authentizität, Sympathie und Gleichberechtigung – ohne diese Grundvoraussetzungen werden aber echte Partnerschaften nicht zu Stande kommen und eine solche Strategie keinen Erfolg haben. Wer nur etwas will und nicht gewillt ist, mehr zu geben, als zu nehmen, sollte bei seinen Linknetzwerken bleiben und weiterhin 0815 Links kaufen. Die muss man sich dann allerdings auch mit allen anderen teilen.

Solche Zweckgemeinschaften finden in 90% der Fälle automatisiert statt und erzeugen zwangsweise bestimmte Muster. Und Muster lassen sich von Suchmaschinen algorithmisch wunderbar aufdecken. Manch einer dürfte überrascht sein, mit wie wenig Daten man solche Linknetzwerke enttarnen kann. Wenn ich mich recht erinnere, hatte das mal Stefan Fischerländer auf der SEO Day 2011 in Köln eindrucksvoll bewiesen.

Exklusive Partnerlinks für lau!

Worauf ich eigentlich hinaus will: Echte Partnerschaften erzeugen Exklusivität. Letztendlich ist es das, was uns den ausschlaggebenden Vorteil in Bezug auf unsere Konkurrenz bringt: Backlinks, an die niemand sonst herankommt.

Wie bei privaten Freundschaften suche ich aber in erster Linie nicht zuerst meinen eigene Vorteil. Wenn mein Kumpel bei seinem Umzug Hilfe benötigt, erwarte ich keine Gegenleistung (außer ein paar Kölsch vielleicht). Niemand würde auf die Idee kommen zu sagen: “Ok, wenn ich dir bei dem Umzug helfe, wäschst du dafür mein Auto.”

Das klingt jetzt alles ein wenig nach dem Prinzip Karma, oder der Rand-Fishkin-Gut-Mensch-Art. Aber nach meiner Auffassung kann das wunderbar funktionieren, bestes Beispiel dafür ist unsere eigene Seite. Ich würde mal behaupten, dass die meisten unserer Backlinks, neben unseren Tools und Artikeln, durch Offline-Kontakte zu Stande gekommen sind. Wir versuchen so viele Konferenzen und Networking-Events mitzunehmen, wie es eben geht, suchen den Austausch mit anderen SEOs und promoten gute Inhalte aus der Szene.

Davon partizipieren nicht nur unsere Partner, wir schaffen auch Mehrwerte für unsere Leser. Ob dabei  einmal ein Backlinks für uns herausspringt, ist hier im Prinzip erst einmal nebensächlich. Zurück gedankt wird es irgendwann aber fast immer auf die ein oder andere Art.

Partnerschaften auf das Web übertragen

Letztendlich ist das Web ja nichts anderes als ein digitaler Fingerabdruck unserer Gesellschaft. Der viel zitierte deutsche Linkgeiz liegt meiner Meinung nach vor allem auch darin begründet, dass in Deutschland die analoge und digitale Welt nur bedingt miteinander verschmolzen ist. Wenn ich darüber nachdenke, wie viele unserer Kunden vor unserer Zusammenarbeit Ihre Händler, Vertriebspartner, etc. nach einer Verlinkung gefragt haben, fallen mir spontan keine ein. Wer hier schon im Vorfeld seine Business-Kontakte gepflegt hat und ein gutes Verhältnis zu seinen Partnern hat, dürfte mit einer Verlinkung auf seine Seite fast nie Probleme kriegen.

Wir haben hiermit fast ausschließlich positive Erfahrungen gemacht und teilweise PR 4-6 Backlinks bekommen, die für die Konkurrenz fast unerreichbar sind. Das beste daran: Sie sind absolut themenrelevant und meistens für lau!

Gemeinsam gegen die Konkurrenz

Das alles funktioniert aber nur dann, wenn bei Unternehmen ein Umdenken stattfindet. Mit, statt alleine/gegeneinander, ist absolute Voraussetzung dafür, ein starkes Netzwerk zu bilden. Wenn man sich das Ganze als exklusiven Club vorstellt, wird klar, worauf ich hinaus will. Man könnte auch sagen, in der Rudel-Bildung liegt die Kraft.

Hier geht es nicht darum, Zigarre rauchend im Herrensalon über sein Bankkonto zu monologisieren, sondern ein Umfeld zu schaffen, wo kreative Ideen, Wissensaustausch und Kooperationen zur Stärkung aller Gruppenmitglieder entstehen. Ziel des Ganzen ist es, eine Art Monopolisierung von Inhalten zu schaffen, die für Wettbewerber unmöglich alleine zu stemmen sind.

Noch ein weiterer Gesichtspunkt: Eine ernst gemeinte Empfehlungen der Partner in Form eines Backlinks, hat fast immer einen völlig anderen Stellenwert, als jene, die durch Zweckgemeinschaften entstanden sind. Sie klingen nämlich tatsächlich nach einer und das nehmen Ihre User in den meisten Fällen durchaus wahr. Was daraus folgt, ist nicht nur eine positive Markenbildung, sondern auch echter Traffic abseits der großen Suchmaschine. Und wer den hat, braucht vor den Pinguinen dieser Welt auch nicht mehr zu zittern.

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Geschrieben von Ben Garboniak

Ben Garboniak ist Online Marketing Manager bei rankingCHECK und schreibt über Themen rund um die Suchmaschinenoptimierung und Social Media Marketing.

Kommentare

22 Kommentare

Stilmagazin schrieb am 7. Oktober, 2012 @ 18:00

“Hier geht es nicht darum, Zigarre rauchend im Herrensalon über sein Bankkonto zu monologisieren, sondern ein Umfeld zu schaffen, wo kreative Ideen, Wissensaustausch und Kooperationen zur Stärkung aller Gruppenmitglieder entstehen.”

Kreative Umfelder können auch bei einer guten Zigarren und in auch in einem Herrensalon entstehen – ohne gleich ein snobbish oder steif zu sein. Ausprobieren! :)

– Andreas

Karl schrieb am 7. Oktober, 2012 @ 19:57

Auf Branchenevents kommen immer gute Partnerschaften zusammen. So kann man auch sicherlich für seine Seiten gute Links oder Artikel bekommen. Der eine oder andere hat auch schon von sich aus einen Artikel über uns geschrieben, ohne das wir darum bitten oder Fragen mussten.

david schrieb am 7. Oktober, 2012 @ 20:59

Warum in die Ferne schweifen wenn das Gute so Nahe liegt ^^
Sehe schon die ersten die neben der URL ihrer Webseite gleich den PR auf der Visitenkarte stehen haben ;-)

lg David

Der Stuttgarter Webdesigner schrieb am 8. Oktober, 2012 @ 06:57

Hallo Ben, du wirst jetzt lachen, aber genau die gleichen Gedanken hatte ich gestern, als ich eingeschlafen bin. Man rennt dem Digitalen so sehr hinterher und vergisst, dass die Kontakte von Mensch zu Mensch wichtiger sind. Danke für den Beitrag!

Malte schrieb am 8. Oktober, 2012 @ 08:34

Hallo Ben,
aber genau darin liegt auch eines der größten Probleme. Es gibt einen kleinen Kreis, die miteinander arbeiten. In diese Kreise einzudringen ist allerdings sehr schwierig.

Christian schrieb am 9. Oktober, 2012 @ 09:55

Sehr cool geschrieben und wirklich ein häufig vernachlässigter Punkt bei vielen Unternehmen. Gerade kleine Unternehmen bzw. Start Ups ohne größeres Linkaufbau Budget sollten hier einen großen Fokus drauf legen, da neben den Backlinks häufig sehr wertvolle Kooperationen entstehen können, welche einen weitaus größeren Wert besitzen, als das zu erwartende Google Ranking.

Thomas schrieb am 10. Oktober, 2012 @ 11:33

Ein Artikel den ich so nur Unterschrieben kann. Mit Kollegen, Kunden, Partnern und Freunden tauscht und verlinkt es sich am einfachsten und vorallem auch am schnellsten.

Wolfgang schrieb am 10. Oktober, 2012 @ 12:12

Der Beitrag zeigt wieder einmal: Die nahe liegenden Idee sind oft die besten. Denn im Grunde ist es ja ein alter Hut, dass gute Kontakte – heute nennt man das Netzwerke – und Empfehlungen der beste Weg sind, Aufträge zu generieren. Nur: Der Backlingaufbau rein durch Empfehlungen und Kontakte würde vielen Unternehmen doch viel zu lange dauern.

enyko schrieb am 10. Oktober, 2012 @ 17:18

aus anderen perspektiven aber wird daraus gar nichts gewonnen – das networking mag dann im kontrast das sein, was früher noch SEO war

Sebastian schrieb am 10. Oktober, 2012 @ 21:26

Hallo Ben,

stimme Dir zu 100% zu und sehe das auch an einigen meiner Projekte, dass es auch so funktioniert.

Doch was ist mit Nischenseiten oder einigen Finanzseiten? Ich meine Seite, bei denen es fast unmöglich ist, privaten/beruflichen Kontakt zu anderen thematisch relevanten Seiten aufzubauen. Z.B. im Kreditkartenbereich: Mit den Banken konkurrieren? Mit Kreditkartenanbietern? Mit der Schufa? Mit Finanzierungsangeboten?

Ich denke, Du weißt worauf ich hinauswill. Das Problem an dieser Theorie ist, dass es nur für einen bestimmten Typ von Seite funktioniert. Was ist mit den anderen Seiten, die dennoch Backlinks benötigen? ;-)

Sebastian

Sven schrieb am 11. Oktober, 2012 @ 03:36

Oft wird auch vor lauter Streben nach neuen Partnerschaften (sei es online oder offline) übersehen, dass oft ein Riesenpotenzial in bereits bestehenden Partnerschaften schlummert. Wer zum Beispiel mit Waren zu tun hat in der Regel Lieferanten und bei denen ist man Kunde. und wer schlägt schon einem guten Kunden eine bitte nach Verlinkung/ oder Veröffentlichung eines Testimonials ab … ;-)

Torsten schrieb am 16. Oktober, 2012 @ 16:15

Grundsätzlich hast Du ja recht und klar, eine fruchtbringende Partnerschaft im Offline-Bereich hat Potential. Aber wie viele solcher Partnerschaften bedarf es, um dies tatsächlich in Ergebnissen zu realisieren? Das macht meiner Meinung nach Sinn, aber ist auf viele Bereiche im Online-Business nur begrenzt anwendbar. Ich schließe mich hier inbsondere Sebastian an, dass das alles nur
“für einen bestimmten Typ von Seite funktioniert und man irgendwie doch immer noch die wirklichen Backlinks braucht”.
VG,
Torsten

Kati schrieb am 24. Oktober, 2012 @ 14:34

Hallo,

es zeigt sich also, oder soll sich zeigen, dass es menschlich gesehen kaum noch machbar ist sich so zu vermarkten, wie es früher einmal war? Der menschliche Kontakt ist immer noch der Beste, auch wenn sich das Blatt zu wandeln scheint…

Gruß

Rene schrieb am 26. Dezember, 2012 @ 21:13

Die Kombination aus online und offline macht´s. Ausserdem verliert man so nicht die Fähigkeit zu kommuzieren. Das Netzwerk auszubauen sollte grundsätzlich zum Tagesgeschäft gehören.

Rainer schrieb am 13. Januar, 2013 @ 14:09

Ich schließe mich dem gerne an, nur erwische ich mich ab und an auf Abwegen.

windyliang schrieb am 1. Februar, 2013 @ 09:00

Hello Ben,
Gerade kleine Unternehmen bzw. Start Ups ohne größeres Linkaufbau Budget sollten hier einen großen Fokus drauf legen, da neben den Backlinks häufig sehr wertvolle Kooperationen entstehen können, welche einen weitaus größeren Wert besitzen, als das zu erwartende Google Ranking.

Markus schrieb am 19. Februar, 2013 @ 13:01

Oh, interessanter Artikel. Ehrlich gesagt, vergesse ich das auch viel zu oft und gerne. Danke

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