Consumer-Commerce-Barometer bietet Aufschluss

geschrieben von Sascha Schau am » Kommentar schreiben

Google stellt in Zusammenarbeit mit TNS Infratest und IAB Europe das Consumer-Commerce-Barometer bereit. Das Konsumentenverhalten aus 27 Ländern wird Branchen- und Produkt-spezifisch gegenüber gestellt.
Das neue Tool ist online zugänglich und anwendbar. So lassen sich prozentual die Verhältnisse der Übereinstimmung mit den Anforderungen an die Zielgruppe abbilden. Neben demografischen Daten wie Alter und Geschlecht lassen sich auch einzelne Produktbereiche und Dienstleistungsbranchen vergleichen. Wie viele weibliche User beliebigen Alters aus Dänemark oder Ägypten kaufen online Bücher? Diese Antwort bietet nun das Consumer Barometer.
Zur näheren Analyse bezieht das Tool auch Fragen zum Behaviour der Zielgruppe mit ein. So lässt sich die Frage nach den Büchern auf den Online-, Katalog-Kauf und Kauf in einem Geschäft ausweiten. Das Online Shoppingverhalten kann auch durch das Consumer-Commerce-Barometer näher unter die Lupe genommen werden.

Google und TNS Infratest stellen das Tool vor allem für Internet-Marketing Agenturen zur Verfügung, um das Consumer-Behaviour den Werbe-Agenturen näher zu bringen und eine Analyse schneller und spezifischer zu gestalten.

Ich habe das neue Tool gleich einmal genutzt, um das Kaufverhalten des deutschen Internet-Users in Bereich des Retails zu analysieren.

Online kaufen deutlich mehr Kunden als via Katalog. Dies ist durchaus keine neue Erkenntnis. Wie wir bereits in unserem Newsletter veröffentlicht haben, überstieg der Umsatz des E-Commerce im letzten Jahr auch erstmalig den der Kataloge. Interessant ist hingegen, dass die größte Käuferschicht aus 14-34-jährigen Frauen und 35-54-jährigen Männern besteht. (Weiter lassen sich die Altersgruppen leider nicht differenzieren. ;) ) Weibliche User über 55 kommen sogar auf knapp 50%, welche online CDs, Bücher, Kleidung etc. bestellen. Die ältere Nutzerschaft darf im E-Commerce nicht unterschätzt werden.

Interessant ist nun die Analyse der Consumer-Daten über das Verhältnis, wie viele Kunden sich online informieren und offline kaufen oder sich offline über ein Produkt informieren und es online kaufen.

Bereits dieselbe Anzahl an weiblichen Usern unter 34 Jahren, die sich online informieren und bestellen, kaufen das Produkt auch offline nachdem sie sich online darüber informiert haben. Andersrum liegt der Anteil an den Frauen, die sich offline informieren und im Internet kaufen sogar mit 45% um 5% höher. Dieser Trend lässt sich demografisch nach dem Alter teilen. Die jungen User sind nach der ausführlichen Beratung in Geschäften eher online auf Schnäppchen-Jagd und kaufen hier. Dies ist ein deutliches Plus für Vergleichsportale. Ältere User sind grade andersrum stärker vertreten. Sie nutzen das Internet, um ausgiebig von zu Hause oder im Büro sich über Produkte zu informieren, welche sie dann im Geschäft kaufen. Gerade mit 16% ist der Anteil an Usern über 55, welche das Internet nutzen, aber dort niemals kaufen würden, noch recht hoch. Dies ist ein Minus für das Vertrauen in Online-Shops und deren Usability. Grundsätzlich ist direkte Weg von der Offline-Information zum Offline-Kauf immer noch der anteilig Höchste. Werbetreibende dürfen die Vernetzung der Medien jedoch nicht vernachlässigen. Der Trend, dass das Internet eine immer größere Rolle auch in der Kaufentscheidung im Offline-Bereich spielt, schreitet voran. Im Schnitt drucken sich 12% der Deutschen laut dem Consumer-Commerce-Barometer Produktinformationen aus dem Internet aus und nehmen diese mit in das Geschäft.

Die Analyse des Kaufverhaltens gewährt einem nicht nur mehr Erkenntnisse für die Aussteuerung von Online-Werbung und Performance-Anzeigen. Sie bietet durch das Behaviour auch Aufschluss für Usability Optimierung. 73% der Deutschen kaufen im Internet unter anderem deshalb, um Zeit zu sparen. Wenn das kein Aufruf dafür ist, die Kaufprozesse in Online-Shops auf deren Usability zu optimieren, um den Kunden seinen Wunsch Zeit und Aufwand zu sparen, gerecht zu werden.

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