SEO-Sunday: SEO-Verträge aus Agentur- und Kundensicht

SEO-Sunday: SEO-Verträge aus Agentur- und Kundensicht

Nachdem in letzter Zeit sehr konstruktiv über die optimale Laufzeit von SEO-Verträgen und eher etwas klischeehaft über die Inhalte bzw. die Umsetzung von SEO-Verträgen diskutiert wurde habe ich mir auch mal ein paar grundlegende Gedanken zum Thema SEO und Verträge gemacht. Ich will hier allerdings nicht auf irgendwelchen mehr oder weniger komplexen Vetragsparagraphen rumreiten oder über Qualität der geleisteten Arbeit fachsimpeln. Im Wesentlichen geht es in diesem Artikel nämlich um performanceabhängige, sprich leistungsbezogene SEO-Verträge  und nicht-leistungsbezogene SEO-Vereinbarungen und wie sich dieses Thema aus der Perspektive von Agenturen auf der einen und Kunden auf der anderen Seite darstellt.

Szenario 1 : Leistungabhängiger SEO-Vertrag

Immer wieder kommt aus Kundensicht natürlich die Frage auf ob man das Vertragswerk nicht so gestalten könne, dass man nur im Erfolgsfall zahlen muss. Meiner Meinung nach ja auch vollkommen zurecht, wenn man einmal überlegt wie viele Unternehmen in den letzten Jahren durch fragwürdige SEO-Praktiken enttäuscht worden sind. Oft war es ja so, dass man dem SEO-Dienstleister jeden Monat eine nicht unbeträchtliche Summe überweist und sich eigentlich überhaupt nicht genau darüber im Klaren ist, was dieser damit so anstellt. Ein Kunde versteht oft gar nicht wie Suchmaschinenoptimierung überhaupt funktioniert und/oder er hat nicht die Zeit sich in das Thema einzuarbeiten etc. Genau deswegen wendet er sich ja an eine SEO-Agentur. Im Grunde genommen wären wir damit wieder beim Hauptproblem zwischen SEO-Dienstleister und SEO-Kunde: Mangelnde Transparenz und somit mangelndes Vertrauen. Man kann die Frage nach einem performanceabhängigen Modell aus der Perspektive der Kunden also ganz logisch nachvollziehen.

Sollte es nun also zu einem leistungsabhängien SEO-Vertrag gekommen sein, überlegt sich die Agentur natürlich wie man die vertraglich festgesteckten Ziele am besten erreicht. Und das ist dann wiederum das einzige was die Agentur interessiert, auch wiederum völlig logisch nachzuvollziehen. Dies bedeutet aber auch, das man sich als Agentur dann vielleicht weniger nach links und rechts umschaut, da ja die vorgegebenen Ziele erreicht werden müssen. Beispiel: Man fixiert ein paar Keywords, die nach einer bestimmten Zeit in den Top 5 bei Google sein müssen. Man arbeitet also daran, dass diese auch nach oben kommen. Ziel erreicht, Arbeit erledigt. Man sieht dabei aber in der Regel nicht welches Potential man eventuell verschenkt. Aus reiner Nettigkeit könnte man natürlich noch an anderen Baustellen, aber der Vertrag beinhaltet ja schließlich nur das pushen exakt festgelegter Keywords. Aufgrund dieser nicht gegebenen Flexibilität kann es also sein, dass man eine Menge Potential verschenkt.

Szenario 2: Nicht-Leistungsabhängiger SEO-Vetrag

Der Kunde wird auf jeden Fall sagen: “Wenn Sie so überzeugt sind von Ihrer Arbeit, dann ist ein leistungsbezogener Vetrag doch wohl kein Problem für Sie” Ganz klar Jein! Natürlich muss man von seiner Dienstleistung überzeugt sein um sie auch anzubieten. Allerdings kann man bei SEO bzw. Google natürlich nie etwas garantieren wenn man ehrlich und seriös mit seinen Kunden kommuniziert.

Der Vorteil eines nicht performanceabhängigen SEO-Vertrags besteht nämlich genau darin, dass die Agentur mit einer gewissen Flexibilität an die Arbeit gehen kann. Sollten die Hauptziele erreicht sein, kann man sich überlegen, was man mit dem monatlichen Budget noch schönes anstellen kann. Zum Beispiel wäre es sinnvoll bspw. Schwellenkeywords zu pushen, den Longtail zu stärken, die interne Verlinkung der Website zu verbessern, Linkbaits durchführen, den organischen Linkaufbau für andere Keywords forcieren und natürlich vieles mehr. Der ganz klare Vorteil für den Kunden besteht also darin, dass das Budget so effizient wie möglich eingesetzt wird. Der eventuelle Nachteil ist allerdings der Vertrauensvorschuss den man seinem SEO-Dienstleister mit auf den Weg gibt. Vertrauen ist natürlich die unbedingte Voraussetzung beim Zustandekommen eines nicht-leistungsbezogen SEO-Vertrags und Vertrauen kann man letztendlich nur mit einer erfolgreichen und vor allem transparenten Dienstleistung schaffen.

Fazit

Eigentlich kann ich gerade kein eindeutiges Fazit geben. Es sprechen einfach zu viele logische Argumente für und gegen beide Vertragsarten. Über dieses Thema könnte man eigentlich endlos diskutieren, habe ich natürlich auch schon gemacht ;-)

Eure Meinung dazu würde uns als Agentur natürlich auch sehr interessieren!

 

 

7 Kommentare »

  1. Tweets die SEO-Sunday: SEO-Verträge aus Agentur- und Kundensicht erwähnt -- Topsy.com Schrieb,

    2. Mai, 2010 @ 14:36


    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von rankingCHECK erwähnt. rankingCHECK sagte: SEO-Sunday: SEO-Verträge aus Agentur- und Kundensicht http://bit.ly/bJjWyt [...]


  2. Markus Bauer Schrieb,

    2. Mai, 2010 @ 17:36


    Wenn man bei Leistungsorientierung „nur“ an Rankings bzw. bestimmte Platzierungen für bestimmte Keywords denkt, ist die Gefahr in der Tat groß, dass die Agentur nur darauf fixiert ist und weiteres Potenzial nicht ausschöpft. Wenn man bei Leistungsorientierung an (über Webanalytics exakt nachvollziehbaren) Traffic aus konkret definierten Quellen denkt und die Agentur dafür allein verantwortlich ist, kann die Agentur die entsprechenden Traffic-STEIGERUNGEN (z. B. versus Durchschnitt des Vorjahres), also rein erfolgsorientiert abrechnen, ohne dass der Auftraggeber befürchten muss, dass das Potenzial nicht voll ausgeschöpft wird. Natürlich kann man sogar noch einen Schritt weiter gehen und nicht Traffic, sondern Conversions (bzw. die positive Veränderung nach Übernahme durch den Dienstleister) als Abrechnungsbasis definieren – damit das sinnvoll ist, muss der Auftraggeber dem Dienstleister allerdings recht viele Freiheiten einräumen, was einiges an Vertrauen voraussetzt.


  3. Marcel Becker Schrieb,

    3. Mai, 2010 @ 8:27


    @Markus: Genauso siehts aus, viel wichtiger als die eigentlichen Rankings ist natürlich Traffic, der dann auch noch funktioniert, also konvertiert. Aber auch hier kann man den Erfolg ja nicht immer zu 100% bestimmten Maßnahmen zuordnen. Meiner Meinung nach ist Vertrauen zwischen Dienstleister und Kunde hier der einzige Weg für eine optimale Zusammenarbeit.


  4. Bookmarks der Woche – Google, SEO-Tools, SEO-Verträge, Twitter und Wordpress - Webworker Blog - Social Media - Online-Marketing - Suchmaschinenoptimierung Schrieb,

    4. Mai, 2010 @ 11:26


    [...] SEO-Verträge aus Agentur -und Kundensicht [...]


  5. Thomas Fischer Schrieb,

    10. Mai, 2010 @ 9:19


    komplexes Thema mit berechtigten unterschiedlichen Sichtweisen. Wenn ich es mir recht überlege, wäre ich bereit eine Agentur am Umsatz meiner Firma zu beteiliegen. Solche Modelle gibt es bestimmt. Die Agentur entscheidet für sich ob die jeweilige Unternehmung erfolgreich sein kann und sich eine Beteiligung als Gewinnversprechend enzuschätzen ist. (aktuelles Ranking, Potential der Site nach einem Check, aktuelle Umsatzzaheln der Firma und Potentialeinschätzung nach Optimeriung. In einem solchen Fall sollte die Agentur ja daran interessiert sein kein Potential zu verschenken.


  6. Top 10 der Woche 18/10 « Wochenrückblicke Schrieb,

    22. Juni, 2010 @ 19:11


    [...] SEO-Verträge aus Agentur- und Kundensicht [...]


  7. Transparenz in SEO Agenturen aus Kundensicht | SEO Trainee - Ab hier geht´s nach oben Schrieb,

    30. Juni, 2010 @ 14:16


    [...] es schwer haben das nötige Vertrauen zu gewinnen. Das Resultat ist dann oftmals der Wunsch nach performanceabhängigen Verträgen und dies wiederum sollte weder das Ziel einer guten Agentur sein, noch ist dies im Sinne eines [...]


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