Absolute Top-Tipps zum Thema Suchmaschinenoptimierung

Absolute Top-Tipps zum Thema Suchmaschinenoptimierung

Suchmaschinenoptimierung ist in aller Munde und auch wir wollten schon die 10 goldenen Tipps zum Thema Suchmaschinenoptimierung veröffentlichen. Jetzt ist uns der Hightext Verlag zurvorgekommen. Vor ein paar Tagen flatterte mir das Plakat “66 Tipps für SEO & SEM” ins Haus.

Die “Blüten”, also die wirklichen Highlights möchte ich hier wiedergeben:

Rubrik Tipps zur Suchmaschinen-Optimierung:
“Tipp 65: Haben Sie Geduld. Suchmaschinenoptimierung ist langwierig.” Ja in der Tat. Viele selbsternannte Suchmaschinenoptimierer warten, ob ähnlich guter Tipps, seit vielen Jahren auf eine Topposition. Geduld zu haben ist in der Tat immer ein guter Tipp. Egal ob bei SEO oder im normalen Leben.

Tipp 66:
“Versuchen Sie nicht bei den technischen Tipps, die im Internet stehen, auf dem Laufenden zu bleiben, wenn Sie kein SEM-Experte werden wollen.”
Na klar, wenn man kein SEM-Experte werden will, sollte man sich nicht informieren. Aber wäre es nicht interessanter zu erfahren, was man machen soll, wenn man SEM Experte werden will?

Interessant ist es auch, dass es ein Tipp zur Suchmaschinenoptimierung sein soll, dass man kein SEM-Experte werden soll. Nur nochmal kurz für nicht Eingefleischte: SEO=Suchmaschinenoptimierung, SEM= Search Enginge Marketing.

Die Frage, die sich dem mitdenkenden Leser aufdrängt: Was hat SEM mit SEO zu tun? Nun ja, für Experten gibt es da sicher Überschneidungen, aber die Autoren wollen ja, dass man gerade kein Experte wird.

Des Rätsels Lösung kommt danach:
“Wenn Sie etwas Besseres zu tun haben [...], beauftragen Sie dazu lieber einen spezialisierten Dienstleister.” Braucht man für so einen Tipp wirklich ein kostenpflichtiges Plakat?

Aber es gibt auch Tipps für Webpublisher:
Tipp 58: “Positionieren Sie Suchmaschinenanzeigen dort auf Ihrer Webseite, wo die Aufmerksamkeit des Nutzers besonders hoch ist, also oben und rechts”.

Da staunt der Fachmann erst einmal und der Laie wundert sich. Nun gut, dass man Anzeigen, die per Klick bezahlt werden, in einen Bereich setzt, der sichtbar ist und Aufmerksamkeit erzeugt, ist wohl jedem klar, der sich 5 Minuten Zeit nimmt und über Anzeigenpositionen nachdenkt. Der eigentliche Tipp ist aber, dass man Anzeigen oben und rechts platziert. Heißt das dann oben rechts oder rechts oben oder oben irgendwo und rechts irgendwo? Besteht kein Unterschied zwischen rechts neben dem Content, rechts unterhalb oder oberhalb der Navigation und irgendwo rechts??? Das dachte ich bisher immer.

Man lernt nie aus :-) Allerdings dachte ich als jemand, der sich bereits intensiv mit Usability beschäftigt hat, dass der Blickwinkel des Nutzers, zuerst auf das goldene Dreieck geht, das ist der Bereich eines Dreiecks verankert an der linken oberen Ecke des Inhaltes. In dieser Grafik sieht man eine Heatmap von der Google Startseite.

Auch Googles Tipps für die Einbindung von Adsense Anzeigen zeigen die Einbindung in diesem Bereich und nicht etwas “rechts oben”.

Und jetzt zu den Tipps für das Schalten von Suchmaschinenanzeigen:
“Prüfen Sie regelmässig Ihre Logfiles, um Klickbetrüger durch ungewöhnliche Nutzungs-Peeks oder Schwankungen in der Konversionsrate aufzuspüren”.

In den Logfiles kann man Klickbetrug nicht erkennen und auch die Konversionsrate nicht einsehen. Mit dem Thema Klickbetrug wird in Deutschland eine Menge Schindluder betrieben. Das Thema wird bei weitem überbewertet um Kunden zu verschrecken und Ihnen teure Topps zur “Lösung” dieser Problematik zu emfpfehlen. In Deutschland ist Klickbetrug nicht wirklich relevant. Wenn man eng mit Google zusammenarbeitet kann man was die AdWords Werbung angeht, Klickbetrug nahezu vollständig aufdecken und bekommt eventuelle Zahlungen komplett zurückerstattet. In der Regel denken Kunden nur Sie seien einem Klickbetrug aufgesessen, es hat aber oft anderen Ursache. Statt in die Logfiles zu sehen, sollte man sich im Falle von Google AdWords lieber einen keyword-Bericht auswerfen und im Berichte-Filter “unzulässige Klicks” mitauswerten lassen. Dies ist der einfachste Weg Unregelmäßigkeiten im Klickverhalten zu entdecken. Erkennt man hier Auffälligkeiten, sollte man Google direkt kontaktieren.

Ich muss mich für die vielen ironischen Kommentare bei allen Lesern und dem Hightext-Verlag entschuldigen. Aber anstatt plakative Tipps zu geben, die bei Ihrer Anwendung in Ihrer Einfachheit mehr schaden als nutzen, sollte man lieber detailierte Informationen geben. Außer man möchte nur die werbenden Firmen promoten, dann kann man sich den “Content” aber auch gleich sparen.

 

 

2 Kommentare »

  1. ramona Schrieb,

    14. Mai, 2008 @ 22:18


    Stimmt es deiner Erfahrung nach, dass das Wort “Sponsor” eine negative Auswirkung auf Suchmaschinenrankings hat? Ich ahbe vor, eine solche Rubrik einzurichten, “Förderer” o. ä. klingt gestelzt.


  2. GermanHero Schrieb,

    4. Dezember, 2008 @ 14:32


    Leider habe ich diesen Artikel erst jetzt gefunden. Da sieht man mal wie langlebig das Ínternet ist. Dennoch danke feiner Artikel.

    Bob
    Webmaster of http://www.musiktubes.com


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